Elektronischer Brandmelder rettet Stefanskirche

Feuer aus der obersten Schublade des Barockschranks

Konstanz (gro) Ein Holzschrank in der Sakristei teilweise verbrannt, viel Qualm im grossen Kirchenraum und eine verrusste Wand – ein Brand in der Stefanskirche hat in der Nacht zum Ostermontag einen vergleichsweise geringen Schaden angerichtet. Er dürfte nach ersten Schätzungen bei 15.000 bis 20.000 Euro liegen. Dass die Angelegenheit so glimpflich abging, lag an der elektronischen Rauchmeldeanlage. Sie löste um 21.35 Uhr bei der Feuerwehr in der Steinstrasse Alarm aus. Nach ersten Ermittlungen könnte ein versteckter Funke in der Kohle fürs Weihrauchfass den Brand ausgelöst haben.

Breites Loch in der hölzernen Deckplatte

Die langsam aufglühende Kohle in der obersten Schublade eines alten Holzschranks und ein schwacher, aber beständiger Luftzug, so vermuten Fachleute von Feuerwehr und Polizei nach ersten Ermittlungen, könnte die Glut entfacht haben, die aus der Schublade heraus ein breites Loch in die Deckplatte der alten barocken Holzkommode brannte. Ausdünstungen daneben lagernder, langsam schmelzender Kerzen dürften die Rauchentwicklung verstärkt haben, die schliesslich über elekronisch gesteuerte Melder den Feueralarm auslösten.

Feuerwehr sah zuerst Rauschwaden aus dem Untergeschoss

Die Männer des ersten, nach wenigen Minuten eintreffenden Löschfahrzeugs endeckten dicke Rauchschwaden, die aus dem Untergeschoss an der Ostseite der Kirche nahe der Wessenbergstrasse ins Freie drückten. Im Minutentackt rückten weitere Löschzüge an, dazu eine Ambulanz und ein Steifenwagen der Polize. Mit schweren Atemschutzgeräten rückten Feuerwehrleute vom Eingang des Heizungskellers sowie über die Südpforte und das Hauptschiff der Kirche gegen den vermuteten Brandherd vor, der schnell in der Sakristei ausgemacht wurde. Dort stand ein Holzaschrank in Flammen.

Schutzbach: Besondere Vorsicht im historischen Zentrum

Den massiven Aufmarsch mehrerer Löschzüge für einen vergleichsweise kleinen Brand begründete Nicolaj Schutzbach mit der zunächst unklaren Gefahrenlage. Im Untergeschoss, aus dem der zuerst entdeckte Qualm drang, so sagte der Sprecher der Feuerwehr, gebe es Zuleitungen und Tanks für die Heizung. Man habe das Schlimmste befürchten müssen für die älteste Pfarrkirche der Stadt. Ausserdem habe im historischen Zentrum stets besondere Vorsicht zu walten. Nachdem das Feuer gelöscht und der teilweise verkohlte Schrank mitsamt seinen beschädigten Inhalten ins Freie geschafft war, wurden die Sakristei, der Keller und der grosse Kirchenraum durch starke Gebläse vom Qualm befreit.

Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten verletzt

Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei dem Einsatz, gottlob nicht schwer. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden, auch nicht bei einem Unfall nahe des Feuerwehrhauses. Dort hatte es bei der Kollision mehrerer Privatfahrzeuge von Feuerwehrleuten in der Jahnstrasse Sachschaden gegeben. Diese Schadenssumme liegt nach ersten Schätzungen bei insgesamt rund 10.000 Euro.

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