EnBW darf ihren Strom nicht mit Öko-Strom vergleichen

Unfairer Preisvergleich mit TWF-Strom aus Wasserkraft nicht erlaubt

Friedrichshafen (red) Die TWF (Technische Werke Friedrichshafen GmbH) hat vor dem Landgericht Ravensburg einen Erfolg errungen. Wettbewerber dürfen nicht kommentarlos den Aquastrom der TWF mit eigenen konventionellen Stromtarifen vergleichen. Auf die unterschiedliche Stromherkunft muss in Zukunft deutlich hingewiesen werden. Anlass waren großflächige Zeitungsanzeigen, die die EnBW in Friedrichshafen geschaltet hatte. Darin wurden der Wasserkraft-Strom der TWF mit einem Stromtarif der EnBW verglichen, der zu 75 Prozent aus Kernenergie, fossilen und sonstigen Energieträgern stammt. TWF-Geschäftsführer Stefan Söchtig sieht darin einen „Sieg für die Verbraucher“ – denn sie erhalten in Zukunft bessere Informationen.

Großteil der TWF-Kunden kauft bewusst Strom aus Wasserkraft

Ein Großteil der TWF-Kunden bezieht seit zehn Jahren Strom aus Wasserkraft. Das sei gerade in Friedrichshafen vielen Menschen bewusst und damit eine wichtige Besonderheit, hob das Gericht hervor. TWF-Geschäftsführer Stefan Söchtig sieht die Strategie der TWF bestätigt. Die hohe Akzeptanz für Aquastrom sei wesentlich für das positive Ergebnis. „Durch die Einigung ist der Strom der TWF als etwas Besonderes geschützt“, so Söchtig.

TWF ärgerte sich über EnBW-Zeitungsanzeigen

Das Gericht schloss sich der Auffassung der TWF an, dass die EnBW in den Zeitungsanzeigen zwei nicht vergleichbare Produkte gegenübergestellt. Denn die beiden TWF-Tarife „TWF:AquaStrom Basis“ und „TWF:AquaStrom Premium“ bestehen zu 100 % aus erneuerbarer Energie, der verglichene EnBW-Tarif jedoch nur zu rund einem Viertel. Der Rest besteht zu aus 45 % Kernenergie und zu 31 % aus fossilen und sonstigen Energieträgern, heißt es in einer Mitteilung der TWF. Dazu macht der Stromkonzern in der Anzeige jedoch keinerlei Angaben. Das muss er nach dem Vergleich vor Gericht nun ändern und einen deutlich sichtbaren Hinweis anbringen, dass der Energiemix unterschiedlich ist.

Ökostrom- und Graustrom-Tarife laut Gericht nicht ohne weiteres vergleichbar

„Der Vergleich von Äpfeln und Birnen ist bei Stromtarifen in Friedrichshafen nun nicht mehr zulässig“, stellt Söchtig klar: „Der Kunde erhält mehr Information und kann so besser abwägen.“ Denn Ökostrom- und Graustrom-Tarife seien nun einmal nicht ohne weiteres vergleichbar. Söchtig: „Der Kunde bekommt keine Möglichkeit zu einem fairen Vergleich der beiden Produkte.“ Der Vergleich sei somit irreführend. Schließlich sei die Herkunft aus erneuerbaren Quellen für viele Kunden ein wichtiges Kriterium für die Wahl eines Stromproduktes.

Fotos: pixelio.de/siepmanH und TWF, Wasserkraft

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