Erinnerung an dunkle Seite des Konstanzer Konzils

Am Dienstag Gedenkfeier mit Kranzniederlegung für Reformator Jan Hus

Konstanz (red) Das Konstanzer Konzil, dessen Jubiläum die Konstanzer 2014 bis 2018 feiern wollen, hat auch noch eine andere dunkle Seite. Für diese steht die Verbrennung von Jan Hus während des Konzils. Die Deutsch-Tschechische Vereinigung würdigt am Dienstag, 6. Juli, in einer Gedenkfeier am Hussenstein den tschechischen Reformator als Vorkämpfer für Gedanken- und Gewissenfreiheit und als Vorbild an Glaubwürdigkeit. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Hinrichtung am 6. Juli 1415

Der Theologe war 1415 während des Konstanzer Konzils als Ketzer hingerichtet worden. Jan Hus, geboren 1372, studierte an der Prager Universität. Im Jahre 1396 erhielt er den Titel eines Magister Artium, 1400 wurde er zum Priester geweiht. Wie später Martin Luther wandte er sich der Sprache seines Volkes, dem tschechischen, zu. Er trat dafür ein, dass das Volk die Bibel in seiner Sprache lesen konnte und übte heftige Kritik an der damaligen Kirche. 1414 wurde Jan Hus aufgefordert, sich dem Konstanzer Konzil zu stellen. Er hoffte, im Vertrauen in das Versprechen des Königs Sigismund auf freies Geleit, seine Lehren erfolgreich verteidigen zu können. Hus wurde jedoch gleich bei seiner Ankunft in Konstanz festgenommen. Nach seiner Verurteilung wurde er am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Gedenkfeier beginnt am Hussenstein um 18 Uhr. Als Redner haben sich unter anderen Prof. Ivan Hlavacek von der Hus-Gesellschaft Prag und Pfr. Dr. Holger Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Konstanz, Ev. Heilig-Geist Kirche Reichenau angekündigt.

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