Erster möglicher Bewerber für Konstanzer OB-Wahl outet sich

Klaus Frank zieht vorerst nach Sindelfingen – Wähler sollen seinen Oberbürgermeisterwahlkampf bezahlen

Pflichtverteidiger im Konstanzer Taxi-Mordprozess Klaus FrankKonstanz. Er ist eine schillernde Figur, er war Alleinkämpfer im Konstanzer Gemeinderat und hat schon 1996 bei einer OB-Wahl in Konstanz kandidiert. Die Konstanzer Tageszeitung überraschte ihre Leser nun mit einem Interview mit dem Konstanzer Rechtsanwalt Klaus Frank. Klaus Frank ist nach Sindelfingen gezogen und erwägt trotzdem eine Bewerbung bei der Konstanzer OB-Wahl 2012. Seinen Wahlkampf bezahlen sollen die Wähler. Gesagt hat er das in einem Zeitungsinterview – und er schreibt es auf der Website von Frank und Freie.

Namen Frank vielleicht auf dem Stimmzettel

Die Amtszeit von Oberbürgermeister Horst Frank endet am 8. September 2012. Als Wahltermin steht der 1. Juli 2012. Ein eventuell notwendiger zweiter Wahlgang soll dann am 15. Juli 2012 stattfinden. Horst Frank tritt nicht mehr an – aber womöglich steht trotzdem der Name Frank auf dem Stimmzettel.

Sitzplatz neben der SPD

Klaus Frank hatte in Konstanz 2009 seinen eigenen „Wahlverein“, die Liste Frank und Freie, gegründet und zog in den Gemeinderat ein. Er saß vom Platz des Oberbürgermeisters Horst Frank aus gesehen im Ratssaal ganz links außen neben der SPD. Über Haltungen sagt der Sitzplatz nicht zwingend etwas aus. Anfang November hatte Frank bekannt gegeben, nach Sindelfingen zu ziehen. Deshalb musste er sein Mandat im Gemeinderat aufgeben. Auch den Hauptsitz seiner Kanzlei verlegte Frank mittlerweile ins Schwäbische.

Trommeln auf der Website

Die Anwaltskanzlei Klaus G. A. Frank habe sich als zu einer der „führenden Strafrechtskanzleien im Landgerichtsbezirk Konstanz, wenn nicht im gesamten westlichen Bodenseeraum, entwickelt“, schreibt Frank auf der Website seiner Kanzlei. Seit 1999 betreibt er die Anwaltskanzlei in der Brauneggestraße 11. Als Verteidiger des sogenannten Taximörders hatte er für Aufsehen und auch Schlagzeilen gesorgt.

Piratige Crew für Kapitän wäre nett

In Stuttgart, so sagte Frank in einem Interview mit der Tageszeitung Südkurier, stünden ihm die Piraten derzeit am nächsten. Frank wird mit der Aussage zitiert: „weil „die sehr frei, sehr offen sind, sich in vielen Bereichen die Meinung erst bilden“. In Konstanz hatte Frank zuletzt keinen Kontakt mit den Piraten. Das sagte der Kreisvorsitzende Benno Buchczyk. Allerdings hatte Frank tatsächlich schon einmal – noch im Vorfeld des Bürgerentscheids über das Konzert- und Kongresshaus – in einem Gespräch mit einem Piraten mit piratiger Unterstützung bei der OB-Wahl geliebäugelt.

Keine Karrierechancen bei Piraten

Ob ein Mitglied der Piratenpartei bei der OB-Wahl 2012 in Konstanz antritt, ist noch nicht entschieden. Dass die Piraten Klaus Frank unterstützen könnten, dürfte freilich in Konstanz kein Thema sein. Seit dem Wahlerfolg in Berlin und guten Werten bei Umfragen, schauen die Piraten sehr genau hin. Wahlverein für Trittbrettfahrer und Späteinsteiger möchten sie nicht sein. Und Geld für einen OB-Wahlkampf hat die junge Partei eher auch noch nicht.

OB-Kandidat ja, Selbstzahler nein

Frank will übrigens selbst auch keines in einen Wahlkampf investieren. Er forderte in dem Interview „alle“ Bürger auf, die ihn wählen wollten, einen Euro auf ein Konto von Frank und Freie einzuzahlen. Sollte 30 000 Euro zusammenkommen, wisse er dass er 50 Prozent der Wahlberechtigten hinter sich habe. Dann werde er zu der OB-Wahl 2012 antreten. 50 Prozent Unterstützung bei einer OB-Wahl – bescheiden ist der mögliche Kandidat, der offenbar viele kleine Spenden hofft, nicht. Ob es mit der Vorauskasse klappt, ist aber fraglich. Über seine wirtschaftliche Situation gibt Frank auf der Website von Frank und Freie Auskunft.

 Ohne Onkel Dagobert wird’s schwer

Wahlkämpfer geben heute etwa einen Euro pro Einwohner oder aber mindestens einen Euro pro Wahlberechtigtem aus. Das sind Erfahrungswerte. Ohne Spenden ist ein Wahlkampf nicht zu finanzieren. Da die OB-Wahl eine Persönlichkeitswahl ist, spielt die Parteizugehörigkeit zunächst keine Rolle. Anders als bei einer Landtagswahl stellen die Parteien auch keine Bewerber auf – die Kandidaten melden sich selbst. OB-Kandidaten werden auch nicht in Mitgliederversammlungen bestimmt. Größere Parteien unterstützen aber meistens einen Kandidaten, der der derselben Partei angehört. Wer keinen Onkel Dagobert hat und verliert, zahlt in der Regel noch lange einen Kredit ab. Wegen eines Gerichtstermins war Klaus Frank heute Mittag nicht zu erreichen.

Foto: Archiv See-Online/Klaus Frank bei Taximord-Prozess

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