Europäischer Tag der Jüdischen Kultur am Sonntag in Konstanz

Israelitische Kultusgemeinde Konstanz und Stadt Konstanz laden ein – Jüdisches Leben und Rituale kennen lernen

Konstanz. Am dieser Woche am Sonntag, 2. September 2012, haben die Besucher beim Europäischen Tag der Jüdischen Kultur in Konstanz Gelegenheit, jüdische Religion, jüdisches Brauchtum, die Synagoge und heutiges jüdisches Leben vor Ort kennenzulernen. Bereits zum siebten Mal veranstaltet die Israelitische Kultusgemeinde in Konstanz den „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ – in Zusammenarbeit mit der Stadt Konstanz und mit Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland. 

OB Horst Frank eröffnet Tag der Jüdischen Kultur

Das umfangreiche Programm beginnt vormittags um 11 Uhr in der Sigismundstraße 19 mit der Eröffnung durch Oberbürgermeister Horst Frank und endet am Abend um 19 Uhr mit einem im Kulturzentrum am Münster Konzert des „Ensemble Shoshana“ aus Dessau, die populäre und traditionelle jüdische Musik in hebräischer und jiddischer Sprache aufführen. Der Eintritt ist frei.

Infos über jüdische Rituale

Geboten werden in der Sigismundstraße Besichtigungen der Synagoge und der Mikwah (des jüdischen Ritualbades) mit entsprechenden Erläuterungen zur jüdischen Religion sowie zur Geschichte und zum gegenwärtigen jüdischen Leben in Konstanz durch die beiden Vorsitzenden der Kultusgemeinde, Peter Stiefel und Gabriel Albilia. Hier erfahren Besucher viel über den Schabbat sowie Feiertage wie Pessach, Jom Kippur, das Laubhüttenfest und andere, über Beschneidung, Bar Mizwah, Hochzeit und Trauer, über das, was koscher ist und vieles mehr.

Judaica-Bücherei geöffnet

Zu Einführungen in die Geschichte und den Bestand Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek, die in diesem Herbst auf 30 Jahre ihres Bestehens zurückblicken kann, und zur rabbinischen Literatur lädt Bibliotheksleiter Thomas Uhrmann die Besucher in die Judaica-Bücherei der Gemeinde ein.

Tel Aviver Fotograf Rafael Herlich zeigt Bilder

Eine Ausstellung des in Tel Aviv geborenen und in Frankfurt lebenden Fotografen Rafael Herlich vermittelt Eindrücke vom jüdischen Leben im heutigen Deutschland. Seit mehr als dreißig Jahren hält der Israeli den jüdischen Alltag und das Gemeindeleben in der Bundesrepublik mit Fotografien fest. Die Fotoausstellung zeigt vor allem Momentaufnahmen aus Frankfurt am Main, Düsseldorf, Berlin und München. Zu sehen sind jüdische Lebenswelten und jüdische Menschen, die irgendwann in Deutschland angekommen sind und „ihre Koffer ausgepackt“ haben.

Führung über jüdischen Friedhof

Außerhalb der Sigismundstraße bietet Peter Stiefel eine Führung über den jüdischen Friedhofsteil im Konstanzer Hauptfriedhof an, bei der er über die Geschichte des Friedhofes sowie über jüdische Bestattungen und Trauerriten berichtet.

Israelische Musik am Abend

Zum Abschluss des abwechslungsreichen Tages gastiert das Ensemble „Shoshana“ aus Dessau im Wolkensteinsaal des Kulturzentrums am Münster. „Shoshana“ , das sind die Musiker Leonid Norinsky (Knopfakkordeon, Gesang und Ensembleleiter), Ina Norinska (Gesang, Tanz, Percussion) und in wechselnder Besetzung Dagmar Fichtner oder Svitlana Yudelevych (Violine). Ihr Repertoire umfasst Lieder und Instrumentalstücke, die sich auf die Tradition der Aschkenasim, der mittel- und osteuropäischen Juden, stützen. Es wird sowohl in Hebräisch als auch in Jiddisch gesungen, gespielt werden Klezmer, jiddische Lieder und Israel-Pop, jüdische Tangos und Frejlachs (jiddisch für: Fröhliches). In ungewöhnlichen Arrangements für Knopfakkordeon, Violine und Gesang, die alle aus eigener Feder stammen, verspricht das Ensemble „Shoshana“ musikalische Unterhaltung mit bravourös interpretierten instrumentalen Frejlachs und Liedern, die durch die unvergleichliche Tiefe und Wärme der jüdischen Seele berühren und bezaubern.

Tag der Jüdischen Kultur in 30 Ländern

Der Europäische Tag der Jüdischen Kultur findet gleichzeitig in rund 30 Ländern statt. Das Motto ist eigentlich „Der jüdische Witz“, der im Programm in Konstanz fehlt, jüdischer Humor werde bei allen Veranstaltungen aber nicht zu kurz kommen, so Thomas Uhrmann, ehrenamtlicher Leiter der Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek (Judaica) der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz.

Das Programm im Überblick

Israelitische Kultusgemeinde Konstanz (IKG)

Sigismundstr. 19

 

11:00 Eröffnung

(Oberbürgermeister Horst Frank sowie Peter Stiefel, Erster Vorsitzender der IKG, und Gabriel Albilia, Zweiter Vorsitzender),

anschl. Bewirtung mit koscheren Spezialitäten

 

Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz

Sigismundstr. 19

12:00 Uhr und 14:30 Uhr

Jüdische Religion und Tradition sowie Erläuterungen zur Synagoge

(Peter Stiefel und Gabriel Albilia)

 

Mikwah (Ritualbad)

Sigismundstr. 19

13:30 Uhr und 16:00 Uhr

Besichtigung des modernen rituellen Tauchbades

(Gabriel Albilia)

 

Dr.-Erich-Bloch-und-Lebenheim-Bibliothek (Judaica)

der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz

www.bsz-bw.de/eu/blochbib/

Sigismundstr. 19

11:30 Uhr, 14:00 Uhr und 15:30 Uhr

30 Jahre öffentliche Judaica-Bibliothek in Konstanz:

Einführung in den Bestand und Erläuterungen zur rabbinischen Literatur (Thomas Uhrmann, Leiter der Bibliothek)

 

Israelitische Kultusgemeinde Konstanz Gemeindezentrum

Sigismundstr. 19

11:00-17:00 Uhr

Fotoausstellung Rafael Herlich: „Weiterleben – Weitergeben. Jüdisches Leben in Deutschland“.

Mit Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland

 

Israelitischer Friedhof

Wollmatinger Straße

(Hauptfriedhof, rechts von der Einsegnungshalle)

17:00 Uhr

Führung über den jüdischen Friedhof

(Peter Stiefel)

 

Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal

Wessenbergstr. 39 (Münsterplatz)

Eintritt frei

19:00 Uhr Konzert

Ensemble Shoshana, Dessau:

Populäre und traditionelle jüdische Musik sowie Lieder in hebräischer und jiddischer Sprache

www.norinsky.de

Mit Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland

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