Fachinstitut misst seit Samstag Asbest-Belastung in Konstanzer Unibibliothek

Nach Asbest-Nachweis: Abgabefristen für Abschlussarbeiten verlängert – Krisenstab, Bibliothek und Uni bemühen sich um Schadensbegrenzung

Geschlossen wegen AsbestKonstanz. Seit Freitagabend stehen Studierende an der Konstanzer Uni vor verschlossenen Bibliothekszugängen. Der Grund: Der Nachweis von Asbest. Mindestens vier bis sechs Wochen dürfte die Schließung der Unibibliothek dauern. Jetzt sollen Abgabetermine für Abschlussarbeiten nach hinten verschoben werden.

Studierende geschockt

Viele Studierende reagierten geschockt auf die Nachricht von der Schließung der Bibliothek, die der Deutsche Bibliotheksverband e.V. zusammen mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gerade erst mit dem Preis „Bibliothek des Jahres 2010“ ausgezeichnet hatte. Der Schock saß tief, nachdem die Universität ihre Angehörigen am Freitagabend per Mail über die Asbest-Belastung der Bibliothek informiert hatte. Vor allem Studierende, die sich aktuell auf Prüfungen vorbereiten, waren ratlos.

Sanierungsarbeiten nach Asbestfund eingestellt

Am 28. Oktober waren Landratsamt und Universität Konstanz durch das Amt Vermögen und Bau Baden-Württemberg darüber informiert worden, dass bei Sanierungsarbeiten an den Lüftungsanlagen der Bibliothek Hinweise auf Asbestfasern gefunden wurden. Das hatten Messungen ergeben, die während der Sanierungsarbeiten routinemäßig vom mit der Sanierung beauftragte Unternehmen gemacht wurden. „Wie in solchen Fällen üblich, wurde daraufhin unverzüglich ein zertifiziertes Fachinstitut mit weiterführenden Messungen beauftragt“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Landratsamt und Universität. Darüber hinaus seien die Sanierungsarbeiten eingestellt worden.

Uni bildete Krisenstab

Das Ergebnis dieser Messungen liegt, wie bereits berichtet, seit vergangenem Freitag vor. Als Sofortmaßnahme zur Gefahrenabwehr wurde aufgrund der Messergebnisse beschlossen, die Bibliothek unverzüglich zu schließen. Gleichzeitig nahm der Krisenstab der Universität Konstanz seine Arbeit auf. Einzige positive Nachricht: Es wurden keine Asbestfasern in der Raumluft festgestellt. Das bestätigten Landratsamt und Universität noch einmal am Samstag. Durch Kontaktproben wurden jedoch Asbestfasern an Einrichtungsgegenständen der Bibliothek nachgewiesen.

Ansprechpartner für Betroffene genannt

Ein Expertenteam der Universität Konstanz steht mit einem Beratungsservice telefonisch und per E-Mail den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Nutzerinnen und Nutzern für alle Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung. Dr. Hannes Winterer vom Amt für Gesundheit und Versorgung sagte: „Asbest ist gesundheitsgefährdend, aus diesem Grund wurde die Schließung zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Nutzerinnen und Nutzer unverzüglich vorgenommen.“

Konstanzer Uni bittet andere Unibibliotheken um Hilfe

Der Krisenstab, die Bibliothek sowie die Akademische und die Studentische Abteilung der Universität arbeiten mit Hochdruck daran, bereits in der kommenden Woche Lösungen für die durch die Schließung der Bibliothek entstandenen Einschränkungen, wie zum Beispiel in Bezug auf Prüfungsangelegenheiten und die Literaturversorgung, anbieten zu können. „Es steht außer Frage, dass zum Beispiel Abgabefristen für Abschlussarbeiten verlängert werden. Im Interesse der schnellstmöglichen Bereitstellung von Literatur werden wir darüber hinaus Kontakt mit anderen Bibliotheken des Landes aufnehmen“, so Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz.

Reinigung dauert mindestens vier bis sechs Wochen

Ein Fachinstitut habe am Samstag mit weiteren Messungen in der Bibliothek begonnen. Alle weiteren Schritte würden von einer Arbeitsgruppe aus Experten aller Beteiligten koordiniert. Insbesondere die Vergabe des Auftrags an eine auf die Beseitigung von Asbest spezialisierte Reinigungsfirma solle umgehend erfolgen, hieß es am Samstag. „Das Ziel ist, die Reinigung der Bibliothek in vier bis sechs Wochen abschließen zu können.“ Auf Basis der Ergebnisse der weiteren Messungen und Feststellung der Ursache der Asbestbelastung werde die Arbeitsgruppe ein Sanierungskonzept erarbeiten.

Uni informiert online

Auf der Website der Universität Konstanz unter www.uni-konstanz.de wurde ein Informationsportal eingerichtet, auf der alle Ansprechpartner und Kontaktmöglichkeiten für Betroffene genannt sind. Darüber hinaus wird dort über alle weiteren Schritte informiert.

Foto: Jochen Staudacher Uni Konstanz

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