Feuerwehr lässt Konstanzer Wochenmarkt räumen

Stände blockieren Rettungszufahrten in Wessenbergstraße und am Münsterplatz

Konstanz (wak) Die Konstanzer Feuerwehr hat zwei Stunden vor Marktschluss am Freitagvormittag den Konstanzer Wochenmarkt räumen lassen. Zwischen den Ständen und im Gedränge gebe es kein Durchkommen für Rettungskräfte mehr. Nicht nur die Feuerwehr käme nicht mehr zum Einsatzort. Auch ein Rettungswagen würde nur schwerlich bei einem internistischen Notfall  zu einen Patienten gelangen. Beschwert hatten sich Anwohner, so die Feuerwehr. Das Bürgeramt lenkte ein und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes forderten gegen elf Uhr alle Händler auf einzupacken.

Feuerwehr lässt Verkauf sofort stoppen

Einige Marktbesucher, die ihren Einkauf unterbrechen mussten, reagierten empört, teilweise zeigten sie aber auch Verständnis. Auf Unverständnis stieß hingegen die Tatsache, dass der Markt überhaupt rund ums Münster stattfand und dass er nicht von vornherein auf einen anderen Platz verlegt worden war. „Ich kann nur noch einpacken“, sagte eine Marktfrau, die noch mehrere Steigen mit Kirschen an ihrem Stand stehen hatte. „Müssen wir wirklich weg?“, fragte ungläubig ein Gemüsehändler. „Kann ich noch schnell ein paar Aprikosen bekommen?“, wollte ein Marktbesucher wissen, als das Ordnungsamt den Abbruch des Marktes anordnete.

Stephansplatz wegen Weinfests blockiert

Auch in früheren Jahren war der Freitagsmarkt vom Stephansplatz auf den Münsterplatz verlegt worden, wenn so wie jetzt Ende Juli der Stephansplatz nicht zur Verfügung stand. Wegen des traditionellen Konstanzer Weinfestes ist der Parkplatz beim Stephansplatz derzeit blockiert. Das Gedränge auf dem Markt rund um das Münster ist ungleich größer als auf dem Stephansplatz. Der Markt werde nie wieder so wie heute in der Wessenbergstraße und auf dem Münsterplatz stattfinden, sagte ein Konstanzer Feuerwehrmann vor Ort. Die Sicherheitsbedenken seien einfach zu groß. Vom Tisch sein dürfte damit auch die Idee, den Wochenmarkt in der Altstadt in seiner bisherigen Größe auf den attraktiveren Münsterplatz zu verlegen.

Nerven liegen blank

Blank lagen die Nerven beim Abbau des Marktes vor allem bei uniformierten Mitarbeitern des Konstanzer Ordnungsamtes. So versuchte ein uniformierter Ordnungsamtsmitarbeiter See-Online am Fotografieren zu hindern. Der Ordnungsamtsmitarbeiter drohte damit, die Digitalkamera beschlagnahmen zu wollen. Verständlich ist die Aufgeregtheit des Teams vom Bürgeramt  schon: Denn das Amt musste, nachdem es zunächst keine Einwände gegen die Verlegung des Wochenmarktes zum Münster gehabt hatte, eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben und den Abbruch des Marktes Händlern und Einkäufern kommunizieren. Die Feuerwehr beschränkte sich darauf, den enttäuschten Marktbesuchern die Gründe für die sofortige Räumung zu erklären.

Fotos: wak

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