Fledermäuse verhindern Mobilfunksendeanlage

Mobilfunkbetreiber O2 guckt in Überlingen in die Röhre

Überlingen (wak) Fledermäuse verhindern den Bau einer Mobilfunkanlage von O2. Weil eine seltene Fledermausart unterm Dach der Franzikanerkirche entdeckt worden ist, setzte Oberbürgermeisterin Sabine Becker bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend den Tagesordnungspunkt „Bereitstellung der Franziskanerkirche als Ersatzstandort für eine Mobilfunkanlage“ ab.

Vom Aussterben bedrohte Art durchkreuzt Mobilfunkpläne

Die Ortsgruppe Überlingen des Arbeitskreises „Fledermäuse Bodensee-Oberschwaben“ des Nabu hatte die Stadt darauf aufmerksam gemacht, dass die vom Aussterben bedrohte Graue Langohrfledermaus in der Franziskanerkirche entdeckt worden sei. Der Mobilfunkbetreiber O2 wollte dort eine Mobilfunkanlage (GSM und UMTS) errichten. UMTS ist nötig, um mobil im Internet zu surfen und Bilder oder größere Datenmengen zu übertragen.

O2 stoppte wegen Einigung Klage vor Verwaltungsgericht

Ursprünglich wollte O2 eine Anlage auf dem Kaufhaus Müller errichten. Dort steht bereits eine Anlage der Mobilfunkfirma Vodafone mit GSM und UMTS Standard. Im Oktober 2005 ließ die Stadt den Bau der O2 Anlage einstellen. Begründung: Die Altstadtsatzung erlaube nur eine Antenne pro Dach. O2 widersprach und erhob schließlich Klage vor dem Verwaltungsgericht. Seit Anfang 2009 versuchte die Stadt einvernehmlich mit O2 einen Ersatzstandort zu finden. Darauf hin stoppte O2 die Klage erst einmal. In Frage gekommen wäre offenbar eine sogenannte Unter-Dach-Anlage in der Franziskanerkirche. Aus Denkmalschutzgründen ist nur eine solche Anlage erlaubt. Im Januar hatte sich der Bauausschuss für den Alternativstandort in der Christophstraße ausgesprochen.

T-Mobile will mit UMTS unters Rathausdach

Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile möchte ebenfalls eine Sendeanlage in der Überlinger Altstadt platzieren. Standort wäre in diesem Fall das Rathaus, wo seit längerem eine Unter-Dach-Anlage geplant ist. Allerdings hat T-Mobile bisher keine Sendeanlage errichtet, da sich das Mobilkunkunternehmen – wie die anderen – an einen in Überlingen geltenden ominösen Überlinger Schwellenwert halten soll, der weit unterhalb des deutschen Grenzwertes liegt. Erlaubt sein sollte zunächst laut Mobilfunkfirma auch nur eine GSM Anlage. Die Deutsche Telekom lehnt es darauf hin ab, unter diesen Bedingungen überhaupt eine Sendeanlage zu errichten, da eine vernünftige Mobilfunkversorgung so nicht möglich sei. Der Handyempfang, speziell der Empfang von D1, ist in der Überlinger Altstadt schlecht. Datentransfer ist so gut wie gar nicht möglich. In Sachen Mobilfunk lässt sich die Stadt Überlingen von einem externen Büro, von Nobert Honisch, beraten.

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http://www.aktuelles-bodensee.de/2010/02/22/nur-gsm-statt-umts-auf-uberlinger-rathaus/

Foto: Angela Parszyk PIXELO

www.pixelio.de

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