Fracking in Deutschland nicht verboten: Misstrauen grün-roter Politiker am Bodensee

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Die umstrittene Fracking Methode ist bisher in Deutschland nicht verboten. Jetzt möchte die Bundesregierung Fracking die riskante Methode zur Förderung von Erdgas und Öl, bei der Chemikalien mit hohem Druck in die Erde gepresst werden, einschränken. In Wasserschutzgebieten wäre Fracking nicht erlaubt und erstmals wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Die Grünen und auch die SPD misstrauen der Bundesregierung aber offenbar komplett.

Grüne fordern generelles Verbot

Der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann setzt sich gemeinsam mit der Bundestagskandidatin der Grünen Konstanz, Nese Erikli, für ein generelles Verbot von Fracking in Deutschland ein, solange die Risiken der unkonventionellen Erdgasförderung nicht ausreichend bekannt sind. In einem offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten Homburger und Jung fordern sie die Abgeordneten dazu auf, „sich gegen den Gesetzentwurf der Bundesregierung einzusetzen, welcher zum Ziel habe, das Verfahren für den Einsatz von Fracking-Technologie zu ermöglichen und gegebenenfalls zu erleichtern.“

Grundsätzliches Berliner Ja zu Fracking

„Die Parolen im Wahlkreis Konstanz der Bundestagsabgeordneten Homburger und Jung, sich in Berlin gegen Fracking im Trinkwasserbereich Bodensee auszusprechen, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Regierungsfraktionen in Berlin grundsätzlich ein großes Interesse daran haben, dass Fracking in Deutschland stattfindet“, betont der Konstanzer Landtagsabgeordnete der Grünen, Siegfried Lehmann. Die Positionspapiere der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ebenso wie der FDP-Bundestagsfraktion sprechen hierzu klare Worte: „Es besteht ein grundsätzliches Interesse am Einsatz hydraulischer Förderverfahren in Deutschland.“ Die FDP-Fraktion hält unter Voraussetzungen wie einer Umweltverträglichkeitsprüfung und einem Ausschluss von Trinkwasserschutzgebieten „die Anwendung von Hydraulic Fracturing für sicher und folglich deren Genehmigung für sinnvoll.“

Appell an Bundestagsabgeordnete aus Konstanz

In einem Offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Konstanz fordern der Abgeordnete Lehmann und die Bundestagskandidatin der Grünen, Nese Erikli, die Abgeordneten Homburger und Jung daher dazu auf, sich dem Votum des Bundesrates anzuschließen und „den Einsatz umwelttoxischer Substanzen bei der Anwendung der Fracking-Technologie zur Aufsuchung und Gewinnung unkonventioneller Erdgaslagerstätten“ abzulehnen. „Wir erwarten von unseren Wahlkreisvertretern, dass sie sich in Berlin für eine generelle Absage an die Fracking-Technologie aussprechen, solange die Risiken vollkommen unabsehbar sind, wie dies derzeit der Fall ist“, begründet Nese Erkli den Offenen Brief.

Misstrauen am Bodensee

„Allein aufgrund der Größe des beantragten Erkundungsgebietes in der Bodenseeregion muss davon ausgegangen werden, dass das Argument des Trinkwasserschutzes im weiteren Genehmigungsverfahren nicht ausreichen wird, um Erkundungsbohrungen zu verhindern, wenn der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf der Bundesregierung im Bundestag verabschiedet wird“, befürchtet Lehmann.

Umweltverträglichkeitsprüfung reicht nicht

Mit dem Gesetzesvorhaben beabsichtigt die schwarz-gelbe Bundesregierung, alle ungeklärten Fragen und bestehende Risiken auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung abzuwälzen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung kann diese generellen Unsicherheiten im Einzelfall derzeit jedoch gar nicht berücksichtigen oder gar lösen“, kritisiert Erikli

Minister Friedrich über Risikotechnologie

Ähnlich sieht es offenbar auch die SPD. „Fracking ist ein riesiges Freilandexperiment, der Einsatz ist die Gesundheit der Menschen. Es ist und bleibt ein ökologischer Blindflug. Bis heute weiß niemand, welche Auswirkungen die Chemikalien im Boden haben“, sagte der SPD-Kreisvorsitzende Peter Friedrich, der baden-württembergische Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten. „Es ist eine Risikotechnologie, als solche muss sie auch behandelt werden. Die Folgen für das Trinkwasser sind nach wie vor unabsehbar, kein Mensch weiß, ob durch eingesetzte Chemikalien nicht etwa Krebserkrankungen verursacht werden. Die heute von der Bundesregierung vorgestellten Regeln machen Fracking auf 80 Prozent des Landes möglich und sind völlig unzureichend“, so der Minister.

Sorge beim SPD-Bundestagskandidaten

Der Konstanzer SPD-Bundestagskandidat, Kreisrat Tobias Volz warnte: „Wir müssen leider damit rechnen, dass die Bundesregierung auch am Bodensee den Weg für die Fracking-Technik freimacht.“

Foto: Screenshot Trailer Gasland

Ein Kommentar to “Fracking in Deutschland nicht verboten: Misstrauen grün-roter Politiker am Bodensee”

  1. Hinterwäldler
    26. Februar 2013 at 20:36 #

    Wieder haben Abgeor5dnete über etwas entschieden, von dem sie nichts verstehen und schenken der Lobby glauben. Für mich ist diese Methode der Energiegewinnung entscheidend für meine Kreuze zur nächsten Bundestagswahl. Wenn diese Lauge aus irgend einem Leck in den Bodensee gelangt, ist halb BW bis zur Pfalz ohne Trinkwasser und der Bodenseeraum für den Tourismus abgeschrieben.

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