Frank Hämmerle wegen Atommülllager im Ausschuss der Kantone

Konstanzer Landrat verspricht deutsche Interessen mit Nachdruck zu vertreten

Konstanz (wak) Der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle ist wegen des geplanten Schweizer Atommülllagers Mitglied im Ausschuss der Schweizer Kantone und hat erklärt: „Ich werde die Interessen der Städte und Gemeinden des Landkreises Konstanz im Ausschuss, der regelmäßig in Zürich tagt, wie bisher mit Nachdruck vertreten.“ Mehrere deutsche Gemeinden sind von Auswirkungen eines geologischen Tiefenlagers direkt betroffen sein.

Schweizer suchten sechs Standorte aus

Die von der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) vorgeschlagenen sechs Standorte für die Lagerung radioaktiver Abfälle wurden vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hinsichtlich Sicherheit und bautechnischer Machbarkeit überprüft und befürwortet. Dieser Bewertung hat sich die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) eingesetzte deutsche Expertengruppe Schweizer Tiefenlager (ESchT) im Ergebnis angeschlossen.

Tiefenlager in Züricher Weinland und Südranden möglich

Somit kommen auch die beiden grenznah zum Landkreis Konstanz befindlichen Standortgebiete Züricher Weinland und Südranden grundsätzlich für ein Tiefenlager in Betracht. In Deutschland werden zwar keine Anlagen für ein Schweizer Tiefenlager gebaut. Deutsche Gemeinden können nach Schweizer Auslegung aber von den Auswirkungen eines geologischen Tiefenlagers betroffen sein, wenn sie direkt an eine der betroffenen Schweizer Gemeinde angrenzen.

Büsingen und Gailingen betroffen

Laut Schweizer Bundesamt für Energie (BfE) sind Büsingen und Gailingen betroffen. Beide Gemeinden grenzen an Gemeinden im Standortgebiet Zürcher Weinland, Büsingen auch an Gemeinden im Standortgebiet Südranden. Büsingen und Gailingen gehören somit zur sogenannten „Standortregion“ und sind insoweit berechtigt, ihre Sichtweise direkt gegenüber der Schweiz einzubringen. Das teilte das Landratsamt Konstanz jetzt mit.

Landrat vertritt Interessen des Kreises Konstanz

Durch die Mitgliedschaft des Landrats im Ausschuss der Kantone werden zudem die Interessen aller Gemeinden des Landkreises Konstanz wirksam vertreten, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Konstanz. „Dieser Ausschuss besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Standortkantone sowie betroffener Nachbarkantone und Nachbarstaaten“, so das Landratsamt.

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