Frank-Walter Steinmeier am Theater Konstanz

SPD-Ex-Außenminister eröffnet Theaterspielzeit – Am Samstag Diskussion mit Frank-Walter Steinmeier und Henning Mankell

Konstanz. Sie wird kürzer sein als sonst aber sie beginnt mit zwei unüberhörbaren Paukenschlägen. Am Freitag, 7. Oktober, um 18 Uhr, eröffnet der SPD-Fraktionsvorsitzende und ehemalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Spielzeit des Konstanzer Theaters mit einem Impulsvortrag zum Thema Kultur und Außenpolitik. Am Samstag, 8. Oktober, diskutieren dann Steinmeier und der Autor Henning Mankell um 15 Uhr auf der Theaterbühne über Kultur, Macht und Außenpolitik. Die neue Spielzeit steht unter dem Motto „Afrika – In weiter Ferne so nah“.

Männerfreunde für Afrika

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier und der Konstanzer Intendant Christoph Nix sind alte Männerfreunde, die sich seit ihrer gemeinsamen Studienzeit in Gießen kennen, wo beide Jura studiert haben. Der SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier ist laut TNS-Forschung aktuell der dritt beliebteste Politiker Deutschlands. Auf der Beliebtheitsskala liegt er hinter dem Bundespräsidenten Christian Wulf und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit auf Platz drei. Es folgen Peer Steinbrück und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Am Samstag Henning Mankell zu Gast

Ein weiterer Höhepunkt des Samstags ist eine Diskussion im großen Haus. Am Samstag, 8. Oktober, begegnen sich um 15 Uhr der schwedische Schriftsteller Henning Mankell und Frank-Walter Steinmeier im Großen Haus des Konstanzer Theaters zu einem Podiumsgespräch über Kultur, Macht und Außenpolitik – so lautet der Arbeitstitel. Als Moderator hat das Konstanzer Haus den Politikwissenschaftler Professor Wolfgang Seibel gewonnen.

Mankel besucht „Die Rote Antilope“

Am Abend wird sich Mankell im Theater dann eine Vorstellung des Stücks „Die Rote Antilope“ ansehen. Schon am Tag zuvor, am Freitag 7. Oktober, um 20 Uhr heißt es im großen Haus: Vorhang auf für „Die Rote Antilope“ nach einem Stoff von Erfolgsautor Henning Mankell in einer Dramatisierung von Mario Portmann. Das Stück, das das Publikum auf eine Zeitreise zurück ins Jahr 1878 nimmt, wird in Konstanz uraufgeführt. Es erzählt die Geschichte eines jungen Afrikaners, den ein schwedischer Insektenforscher aus missverstandener Fürsorge mit nach Europa nimmt. Der Eingeborenenjunge Molo verzweifelt an dem kalten Land. Die Sehnsucht nach der Wüste, seiner Heimat, wird unerträglich. Molo muss zurück – und dafür muss er lernen über Wasser zu gehen.

Wir und Afrika

In der neuen Spielzeit will das Konstanzer Theater auf Reisen gehen und Afrika erkunden. „Mitgefühl entsteht oder es entsteht nicht“, schreibt Intendant Nix im Vorwort des Programmhefts. Er behauptet: „Rassisten sind wir alle, ob wir wollen oder nicht.“ Es gibt viele Gründe, sich mit Afrika zu beschäftigen. Der Schweizer Paul Parin notierte einmal: „Die Weißen denken zu viel.“ Vielleicht, so Nix bei der Vorstellung des Programms, habe das Theater den Schwerpunkt Afrika gewählt, weil wir „wohlhabend und verzweifelt“ sind.

Aufbruch zum „Schwarzen Kontinent“

Die Reise quer durch Afrika, eine einjährige Expedition durch den „Schwarzen Kontinent“, beginnt mit gleich drei Premieren an einem einzigen Wochenende und dem Konstanzer Theaterfest auf dem Münsterplatz. Es steigt am Samstag 8. Oktober. Zwei der drei Premieren am Eröffnungswochenende sind dieses Mal sogar Uraufführungen.

Reservierungen ab sofort

Maximal 400 Zuhörer haben am Freitag und Samstag im Theatersaal Platz. Wer reservieren möchte, kann das an der Theaterkasse in Konstanz, Konzilstraße 11, Telefon: 07531.900150, Fax: 07531.90012150, E-Mail: theaterkasse@stadt.konstanz.de, tun. Der symbolische Eintrittspreis für das Impulsreferat von Steinmeier beträgt einen Euro. Der Eintritt zur Diskussionsveranstaltung mit Steinmeier und Mankell kostet fünf Euro. Die Einnahmen aus beiden Veranstaltungen kommen den Theaterpartnerschaften zwischen dem Theater Konstanz und Afrika zugute.

Hier geht’s zum Konstanzer Stadttheater.

Foto: SPD photothek.net Thomas Koehler

4 Kommentare to “Frank-Walter Steinmeier am Theater Konstanz”

  1. dk
    26. September 2011 at 19:32 #

    Man sollte die Ausführungen, Gespräche und Diskussionen mit Hr. Steinmeier nicht als Lifestream veröffentlichen, sondern eher auf CD brennen oder als Download gegen geringes Entgelt (Kreditkarte, Paypal, Vorauskasse) im Internet zur Verfügung stellen (zugunsten der Parteikasse und des nächsten Theater-Budgets).

    Im Internet wird das Geschäftsmodell “Freemium” häufiger erwähnt: das “Durchschnittliche” kostenlos und das “Premium” gegen Entgelt, was beim globalen Markt gar nicht teuer sein muss.

    Die Idee vom Südkurier, die päpstliche Predigt online zu veröffentlichen, wurde dankbar aufgenommen, wobei man auch bemerkte, dass die Anforderungen an Lutheranern doch einiges geringer waren. Einige Gedanken über Zielkonflikte mit der Arbeitswelt tauchten auch auf.

    Die Beschreibung der Steinmeier-Gespräche erinnerten etwas an Willy Brandt und nährte die Vermutung, dass ein Selbstverständnis von Aussenpolitik jenseits von Parteislogans und Wahlkampf näher vermittelt wird.
    Die Meinung „Die Weißen denken zu viel.“ im Artikel könnte man ergänzen: endlich haben sie Gelegenheit, ein weiteres Mal zum Mitdenken.

  2. dk
    26. September 2011 at 19:57 #

    … den Schwerpunkt Afrika gewählt, weil wir „wohlhabend und verzweifelt“ sind. …

    Gemäss einem heutigen Newsletter eines dt. Software-Handels meint ein US-Konzern deutliche Rabatte für bestimmte Personengruppen geben zu müssen: den Händler soll anonym bleiben; Betroffene können sich leicht beim Hersteller erkundigen. Bitte um Weiterleitung an entsprechende Finanzpolitiker.

    “Adobe Lizenzen für das Pfarramt

    Adobe Lizenzen für das Pfarramt Direkte Kosteneinsparungen durch vergünstigte Konditionen über den Rahmenvertrag für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen.

    Mit dem neuen Vertragsmodell ist es ab sofort für Einrichtungen der evangelischen sowie katholischen Kirche noch einfacher möglich, professionelle Lösungen von Adobe zu besonders günstigen Konditionen zu erwerben.

    Adobe Systems und die Kirchen haben einen Rahmenvertrag über die Lizenzierung von Adobe Software geschlossen. Der CLP-Rahmenvertrag erlaubt es kirchlichen Einrichtungen über das Großkundenlizenzprogramm zu Sonderkonditionen einzukaufen und zwar von Beginn an in der höchsten Rabattstufe.

    Somit profitieren berechtigte Einrichtungen auch bei Bestellungen von Einzellizenzen unmittelbar von den vergünstigten Konditionen. Damit unterstützt Adobe die Kirchen nun noch intensiver dabei, neue Medien und Technologien einzusetzen.

    Ob InDesign und Photoshop für den Kirchenbrief oder Dreamweaver für die Website, Adobe Produkte unterstützen Sie bei einer Vielzahl von möglichen Anwendungsszenarien im kirchlichen Umfeld.

    …”

  3. Tilmann Breetsch
    27. September 2011 at 15:20 #

    Der rote Nix lädt den roten Steinmeier in sein von Steuergeldern am Leben gehaltenes Theater ein. Prima. Da können die beiden gleich mal besprechen, wie man noch besser anderer Leute Geld zum Fenster hinauswirft: Wie rührend. Die Einnahmen kommen den Theaterpartnerschaften zwischen dem Theater Konstanz und Afrika zugute. Schöner wäre es, wenn diese zusätzlichen Einnahmen der Stadtkasse zugute kämen. Denn jeder Konstanzer Bürger vom Baby bis zum Greis sponsort den Theaterbetrieb jährlich mit 80 EUR.

  4. dk
    27. September 2011 at 22:18 #

    Motto „Afrika – In weiter Ferne so nah“.

    In den Medien wurde meines Wissens noch nicht thematisiert, ob auch einzelne Staaten in Afrika Staatsbankrott gefährdet sind.

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