Frei.Wild in der Kreuzlinger Bodenseearena: Initiative zeigt „Blut muss fließen“

klein-venedig-grenze-P1020866-8-250x1294Konstanz/Kreuzlingen. Während die umstrittene Band Frei.Wild am Freitagabend in der Kreuzlinger Bodenseearena spielt, haben die Evangelische Studierenden- und Hochschulgemeinde, die Katholische Hochschulgemeinde, die Juso-Hochschulgruppe und der Juso-Kreisverband ein Kontrastprogramm auf die Beine zeigen gestellt. Sie zeigen anlässlich des Auftritts der Band Frei.Wild am kommenden Freitag, 19. März 2013, um 19 Uhr im Thomas Blarer Haus in Konstanz den Film „Blut muss fließen“.

 

Öffentlicher Protest

Wenn am 19. April die Band Frei.Wild in der Kreuzlinger Bodenseearena auftritt ist der öffentliche Protest gegen die Südtiroler sicher wieder groß. Die Nominierung der Band für den größten deutschen Musikpreis „Echo“ hatte im März einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, heißt es in einer Medienmitteilung der Jusos. Trotz öffentlicher Distanzierungen werde der Band immer wieder vorgeworfen, eine Scharnierfunktion zwischen rechtsradikaler Ideologie und Mainstream einzunehmen, heißt es weiter. Die Evangelische Studierenden- und Hochschulgemeinde, die Katholische Hochschulgemeinde, sowie der Juso Kreisverband und die Juso-Hochschulgruppe nehmen den Auftritt von Frei.Wild in Kreuzlingen zum Anlass den Film „Blut muss fließen“ am Freitag, den 19. April 2013 um 19 Uhr im Thomas Blarer Haus (Rheingutstraße 32, 78462 Konstanz) zu zeigen.

 Film über Rechtsrock

Seit Anfang der 1990er Jahre recherchiert ein Journalist, der unter dem Pseudonym Thomas Kuban auftritt, in der deutschen und europäischen Rechtsrock-Szene. Aus Angst vor Übergriffen durch Neonazis verbirgt er seine Identität. Auf rund 90 Rechtsrock-Konzerten hat er in den vergangenen 10 Jahren mit versteckter Kamera ein Milieu gefilmt, das vielen leider nicht völlig fremd ist und immer mehr junge Menschen anzieht. „Blut muss fließen“ ist eine Reise quer durch Deutschland und Europa mit verstörenden Einblicken. Der Film rüttelt zugleich aber auf und regt zum Nachdenken an.

 Debatte nach dem Film

Im Anschluss an den Film steht Andreas Basler von der Antifaschistischen Bildungsinitiative für eine Diskussion über die Rechtsrock-Szene in Deutschland und die Scharnierfunktion die dabei Bands wie Frei.Wild zukommt, zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

10 Kommentare to “Frei.Wild in der Kreuzlinger Bodenseearena: Initiative zeigt „Blut muss fließen“”

  1. ammann
    15. April 2013 at 22:37 #

    gets noch!!!! was soll diese schlagzeilei!!!! wollt ihr ein krieg auslösen? Frei.Wild in der Kreuzlinger Bodenseearena: Initiative zeigt “Blut muss fließen?????? denken sie nicht das könnten ein paar extremisten falsch verstehen?

    • wak
      15. April 2013 at 23:34 #

      Nein, die Besucher des Blogs ist ja nicht blöd.

  2. Detlev Küntzel
    15. April 2013 at 23:34 #

    Vor einigen Tagen ist ein uralter Kombi von der Landstrasse Hegne-Dettingen am Waldrand auf den Waldweg abgebogen und hat nach einigen Metern angehalten. Von einem Parallelweg aus hatte ich an Privatleute gedacht, die etwas Altholz einsammeln. Nach etwas unentschlossener Warterei ist er bis auf eine Kreuzung weitergefahren, wo sich mein Weg in ca. 20 m gekreuzt hätte. Der junge (jugendlich wirkende) Mann hat sein Auto gewendet und ist wieder von dannen gefahren.

    Auf dem Heckfenster hat man eine grosse Schrift „Frei.Wild“ lesen können. Auf das Kennzeichen habe ich gar nicht mehr geachtet, weil ich in diesem Moment eher an etwas alternative Szenen im Hinterhof-Milieu gedacht habe. Sofern es ein „Kundschafter“ gewesen ist, hatte er zumindest keinerlei Kontakte zur viel gefürchteten Rechtsszene des Landkreises.
    Gestern habe ich auf einer Lichtung einen jungen Mann mit Hund auf einer Lichtung bei Hegne getroffen, der mit den Wegweisern nicht zurecht kam. Er wollte nur eine Runde mit Hund drehen, worauf ich darauf hinwies, dass man sich wegen der vielen Kreuzungen leicht verirren kann, aber dann auch irgendwann wieder eine Asphaltstrasse antrifft. Den jungen Mann von „Frei.Wild“ hätte ich ähnliche Auskünfte gegeben.

    Die Neugierde an dem Konzert ist riesig; aber nicht wegen der fremden Musik, sondern um die Zuverlässigkeit seines „Instinktes“ zu überprüfen (sicherlich nicht sein Kurzzeit-Gedächtnis von Liedertexten). Der Band kann man sicher nicht nachsagen, dass sie ein unprofessionelles Marketing hat: mehr Aufsehn erregen dürfte schwierig werden.

  3. Holger Saal
    16. April 2013 at 07:04 #

    Tausende auf dem Holzweg………

    Und zwar die Gegner von Freiwild. Es darf echt nicht wahr sein was hier in diesem sch…. Deutschland die letzten Monate los ist. Zigtausende von von Freiwild Fans werden von öffentlichen Medien beleidigt und in die rechte Ecke gedrängt. Pfui Teufel!
    Schlimmer sind nur noch die Selbstgerechten komentate von den Leuten, die ja scheinbar selbst nach dem Führer-Prinzip den vorgekauten Auswurff, der Sensatinonsreporter von vielen Provinzblättern fressen.
    Mahlzeit!
    Und warum das alles, wegen jemanden der es geschafft hat bei Jauch sein Buch und Film zu promoten.
    Nachweise über Qualifikation und Antrieb dieses Typs-Fehlanzeige.

    Deutschland Bitte abschaffen-schnell! !!!

  4. Sams
    16. April 2013 at 08:35 #

    Es wird langsam anstrengend und lächerlich. Diese ganzen „gegen Frei.Wild Initiativen“ machen genau das, was sie der Band anlasten, nämlich ausgrenzen und faschistische Tendenzen zeigen. Wie das eine oder andere Interview mit Demo-Organisatoren( hier möchte ich konkret die dame der „Linken“ in Aurich benennen)zeigt, wurde sich im Vorfeld in keiner Weise informiert, Texte werden aus dem Zusammenhang gerissen und dann völlig falsch und missverständlich zitiert. Wenn man nur möchte, kann man JEDEM deutschsprachigen Musiker unterstellen, dass er „rechts“ sei. Wie traurig ist es, dass man einige Worte in dieser Sprache einfach nicht mehr benutzen darf ohne dafür gleich an den Pranger gestellt zu werden. Auch wenn man die Musik der Südtiroler nicht mag, sollte man sich zum einen mal wirklich mit den Texten befassen und zum anderen mal diese Hexenjagt einstellen. Ich selber lebe gerne in Deutschland, aber inzwischen merke ich immer öfter, dass ich mich fremd-schäme. Ich reise sehr gerne…aber versuche zu vermeiden, dass man mir das „deutsch sein“ anmerkt. Ist das in dem Sinne der Gegner? Ich mag dieses Land, das meine Heimat ist kaum noch. Soviel Intoleranz und extremistisches, faschistisches Denken macht langfristig gesehen undzufrieden. Und liebe Anti-Frei.Wild -Front…kehrt doch erstmal vor der eigenen Tür

  5. dk
    16. April 2013 at 12:16 #

    Die Kommentare von @Holger Saal und @Sams sind verständlich.

  6. Michl
    17. April 2013 at 12:00 #

    Man oh man, nun auch noch am Bodensse, was soll ich sagen, sofern es mir die Zeit erlaubt, gehe ich gerne auf das Konzert von Frei.Wild und habe einfach einen chönen Abend und Spass mit Freuden Musik zu hören.
    Alle anderen vor der Türe, wünsche ich viel Spaß beim blöd da stehen. Auch dass kann Spass machen.

  7. Detlev Küntzel - dk
    18. April 2013 at 14:16 #

    Als Erläuterung meiner etwas zurückhaltenden Einstellung zu Frei.Wild sollen ein paar private Sätze dienen:

    mein Grossvater war Förster in Brandenburg und später in M-Vorpommern, wo er in der DDR als Kirchenförster misstrauisch betrachtet wurde. Im privaten Raum konnte man etwas distanzierte Sätze sowohl zur Kirche als auch zur SED hören: wie allgemein üblich, man musste nicht 24 Std. am Tag jubeln, sogar als SED-Genosse. Nach wenigen Jahren muss er als loyal eingestuft worden sein und war allgemein sehr geschätzt und beliebt in der Kleinstadt, wobei er seine Försterei im Wald einige hundert Meter jenseits der Stadtgrenze hatte, also automatisch auch ein wenig Aussenseiter war (nicht nur wegen der Kirche).
    Nach der Rente ist die Familie zu Verwandten an den Bodensee gezogen: Ausreise-Visa hat die DDR Rentnern problemlos ausgestellt. Hier hatte er bis ins hohe Alter der Nachbarschaft im Garten tatkräftig geholfen und war bei den hochbetagten Frauen auch sehr beliebt (ist verständlich, nicht nur weil kostenlos).
    Aufgefallen ist er eher durch eine grüne Förster-Uniform, wenn er an Wochenenden sich in der Nachbarschaft auf der Strasse zeigte.
    Was hätte man daraus alles medial machen können? Vor allem, wenn die Uniform beliebig zugeordnet wird?
    In seinen letzten Jahren kam der evangelische Pfarrer zu Besuch: wahrscheinlich wusste er nicht einmal, dass sein hochbetagtes „Schaf“ Angestellter der gleichen Kirche gewesen wäre.

  8. Cosmo
    18. April 2013 at 18:21 #

    Europäische Nationalromatik und westlich, offene Einwanderungsgesellschaft (USA) sind Widersprüche in sich, aber fast alle europäischen Nationen, bis vielleicht in Maßen, auf die Briten und Dänen, haben es bisher nicht geschafft, diese Gründungswidersprüche ihrer Gesellschaften zu lösen, und verharren in dumpfem Volksdenken und reden von ihrer Kultur, Identität und Religion als wären sie im 19. Jahrhundert, statt von Zivilisation und Recht. Die Welt ist im Fluss und die Romantik vielleicht nur eine kranke, vom Geist des reinen Bodens getränkte, sekular-religiöse Entgleisung, ähnlich der Ökobewegung. Leider leistet Frei.Wild zur Lösung des Problems keinen Beitrag, sondern verharrt in der Ideologie des 19. Jahrhunderts. Mir persönlich jedenfalls ist die Freiheit und Würde des Individuums wichtiger als Volkszugehörigkeit, Sprachidentität oder Freiheit von der Kultur anderer Völker.

  9. dk
    19. April 2013 at 02:15 #

    Aus der Website der Band geht hervor, dass die Anzahl der Veranstaltungen eher gering ist, wobei die Schweiz und Österreich auch gut vertreten sind. Ein nachhaltiger Erziehungseffekt ist gar nicht möglich.
    Mein Eindruck ist eher, dass man „Durchgeknallte jeglicher Art“ ernst nehmen muss, um negative Erfahrungen zu vermeiden. Die Band selbst dürfte recht gut einschätzbar sein; manche Fanclubs von Sportvereinen dürften bedrohlicher wirken.

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