Freie Fahrt für freie Spaßvögel in Überlingen

Ausnahmsweise unkontrollierte Fahrt am verhängten Blitzer vorbei durchs Dorf

Überlingen (wak) Anarchisch mutet an, was sich ein Spaßvogel in Überlingen am Sonntag erlaubt hat. Er verdeckte den Blitzer in der Aufkircher Straße. Wie bereits mehrfach berichtet tobt in Überlingen ein Streit über die Verkehrsführung durch die Stadt sowie eine Verringerung des Verkehrs in der Altstadt. Mehrere Bürgerinitiativen sind in Überlingen aktiv und werfen der Stadt Untätigkeit vor. Die Stadtverwaltung möchte die Bürger nun zu einem „Moderationsprozess“ einladen, während Betroffene zuletzt schnelleres Handeln einforderten.

Ich will Spaß…

Ausgerechnet vor dem Einkaufssonntag sollten Autofahrer noch einmal so richtig Spaß haben und eine unkontrollierte Fahrt ins und druchs Dorf genießen können, bevor sie vor dem Franziskaner Tor ausnahmsweise stark abbremsen mussten. Während des gestrigen Verkaufssonntags war die Innenstadt dann vorübergehend autofrei. Draußen bleiben mussten nicht nur Raser. Lustig fanden die Bewohner des Überlinger Dorfes die Aktion des Spaßvogels aber nicht unbedingt. Sie haben am Sonntag erneut auf die viel zu schmalen Gehwege in der Aufkircher Straße und den gefährlichen Schulweg ihrer Kinder durchs Dorf hin gewiesen. Wenig Sympathien bringen die Bewohner des Dorfes speziell auch der Bürgerinitiative WOGE ZaNeLi entgegen, die eine Entlastung ihres Wohngebiets fordert, was eine Mehrbelastung der Aufkircher Straße zur Folge hätte. Um den Verkehr in allen Ein- und Ausfallstraßen zu verringern, wäre möglicherweise eine autofreie historische Altstadt nötig. Gegen eine Totalsperrung der Innenstadt – außer an Verkaufssonntagen – spricht sich aber wiederum der Wirtschaftsverbund Überlingen (WVÜ) aus. Eine autofreie Altstadt hatte auch die SPD noch in der Amtszeit von OB Volkmar Weber schon einmal gefordert – die SPD war damals aber im Gemeinderat mit ihrem Antrag gescheitert.

httvp://www.youtube.com/watch?v=uZBPImGgS8o

3 Kommentare to “Freie Fahrt für freie Spaßvögel in Überlingen”

  1. dk
    19. April 2010 at 12:54 #

    Die „neue Gesprächskultur“ und „Moderations-Prozesse“ sollten heute wichtige Bausteine der Unternehmens-Führung sein, was auf einen Widerspruch von Theorie und Praxis deutet.

    Es wird nicht mehr nach autoritärem oder demokratischen Führungsstil unterschieden, sondern die Anwendung verschiedener Mittel ergibt einen Gesamt-Mix, der einer Zwischenstufe zuzuordnen ist.

    In einem SK-Blog wurde in den letzten Tagen der Begriff Enquete verwendet. Stark verwundert habe ich festgestellt, dass es schon sein den 60er Jahren in der dt. Bundespolitik Kommissionen gibt, die wichtige Fragen parteiübergreifend scheinbar sachlich und zielorientiert diskutieren und entsprechende Entscheidungen treffen können.

    Damit wäre die Politik klar Vorreiter einer „modernen Management-Lehre“, was die Öffentlichkeit leider in den seltensten Fällen merkt und sich deshalb teilweise das kleinmöglichste Übel sucht. Vielleicht ein klarer Standortvorteil für Überlingen oder sogar ein Alleinstellungs-Merkmal.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Enqu%C3%AAte-Kommission

  2. sparring
    19. April 2010 at 19:41 #

    Aktion Krötenzaun

    Im „Dorf“ quaken wieder die Frösche. Aus ihrer Perspektive gesehen genügt die hohe Stadtmauer nicht, nein, sie wollen jetzt auch einen Krötenzaun zum Schutz gegen „Nicht-Dörfler“.

    Durchfahrt Aufkircher-/Friedhofstraße adé, nur noch Fußgänger sollen nach Meinung der neuen Frosch-Initiative die Straßen queren ( oh Herr, laß‘ Hirn regnen !).

    — sparring —

  3. loewe
    19. April 2010 at 22:54 #

    Die Friedhof-Geier und die Tor-Kojoten sollten sich wieder etwas ans Aas gewöhnen, bevor sie noch verhungern oder gar abgeschossen werden. Das durch sie verteilte Kadaver ist mittlerweile richtig verseucht und deswegen besonders delikat und freut sich sehr auf die alte Heimat.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.