Freie Grüne Liste sucht OB-Kandidaten für Konstanz per Zeitungsannonce

Bewerber sollen sich bis 31. Januar melden – Im Juli 2012 wählt Konstanz neuen Oberbürgermeister

Konstanz. Konstanz ist eine grüne Stadt. Wenn sich Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) im September 2012 nach 16 Jahren aus dem Rathaus verabschiedet, möchten die Grünen gern auch wieder den neuen Oberbürgermeister oder die Oberbürgermeisterin stellen. Am vierten Adventssamstag suchten sie in Zeitungsanzeigen nach einem Kandidaten. Bis 31. Januar soll er oder sie sich melden. Das hatten sie auch vor 16 Jahren schon getan – damals meldete sich Horst Frank.

Grüne Troika in Uni-Städten

Horst Frank in Konstanz war der erste grüne Oberbürgermeister in ganz Deutschland. Später folgten ihm in den Universitätsstädten Freiburg und Tübingen die Grünen Dieter Salomon und Boris Palmer. Nach 16 Jahren tritt Horst Frank nicht noch einmal an. Seine Amtszeit endet am 8. September 2012. Als Wahltermin steht der 1. Juli 2012. Ein eventuell notwendiger zweiter Wahlgang soll dann am 15. Juli 2012 stattfinden.

Konstanz mehrheitlich grün

Konstanz ist eine Stadt, die gern grün wählt. Die Freie Grüne Liste (FGL) stellt mit zehn Stadträtinnen und Stadträten die größte Fraktion im Konstanzer Gemeinderat. Bei der Landtagswahl im März 2011 wählten die Konstanzer den Grünen Siegfried Lehmann zum Wahlkreisabgeordneten. Ebenfalls in diesem Jahr rückt der Grüne Till Seiler in der Bundestags nach. Mehr Grün könne es gar nicht geben, sagte Konstanzer Grüne. Seiler gab sein Mandat aber mittlerweile aus persönlichen Gründen wieder auf. Die Grünen stoppen konnte der Rückschlag aber nicht. Beim Volksentscheid über Stuttgart 21 stimmten die Konstanzer mehrheitlich gegen den neuen unterirdischen und Milliarden teuren Bahnhof. CDU, SPD und FDP waren für Stuttgart 21.

Amtsinhaber kandidiert nicht mehr

In der Stellenanzeige, die unter anderem im Südkurier und in der taz erschienen ist, heißt es: „Die Stadt Konstanz am Bodensee zählt rund 83.000 Einwohner/innen, sie ist Oberzentrum und Universitätsstadt. Die FGL stellt mit 10 Gemeinderäten/innen die stärkste Fraktion im 40-köpfigen Konstanzer Gemeinderat. Der bisherige Amtsinhaber (FGL) kandidiert nach zwei Amtsperioden nicht mehr.“

Transparent und der Zukunft zugewandt

Das Anforderungsprofil an einen grünen Kandidaten sieht laut Annonce so aus: „Die FGL sucht eine/n Bewerber/in mit sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Kompetenz sowie mit einer zu diesem Amt passenden Ausbildung und Erfahrung. Gesucht wird eine Persönlichkeit, die befähigt ist, dieses Amt bürgernah, transparent und zukunftsorientiert zu führen.“

Oberbürgermeisterin willkommen

Auch eine grüne Oberbürgermeisterin könnten sich die Grünen gut vorstellen – bisher gibt es Oberbürgermeisterinnen in Bodensee-Städten in Lindau und Überlingen, wo Petra Meier to Bernd-Seidl (früher CSU/ jetzt parteilos) und Sabine Becker (CDU), in die Rathäuser eingezogen sind. In der Annonce heißt es: „Die FGL will den Frauenanteil in Führungspositionen erhöhen. Bewerbungen von Frauen sind deshalb besonders willkommen. Ihre Bewerbung schicken Sie bitte bis 31. Januar 2012 an die Freie Grüne Liste Konstanz.

Kandidaten halten sich bedeckt

Sein Interesse an einer OB-Kandidatur bekannt gegeben hatte vor wenigen Tagen bereits Klaus Frank. Der parteilose Rechtsanwalt bat Unterstützer vorab um Spenden in Höhe von einem Euro, um einen möglichen Wahlkampf finanzieren zu können. In der Vergangenheit als möglicher Bewerber genannt worden war auch schon der frühere Singener OB Andreas Renner. Auch die Freie Wähler Gemeinschaft und die SPD suchen nach einem geeigneten Bewerber. Thema war die Oberbürgermeisterwahl auch schon an Piratenstammtischen. Auch Sympathisanten der Piratenpartei würde sich offenbar freuen, wenn sich ein piratiger Bewerber mit einer passenden Ausbildung für eine Kandidatur interessieren würde.

Hashtag #OBKN

Bei Twitter diskutieren wir ab sofort auch über die OB-Wahl 2012, verbreiten Neuigkeiten und schnappen Gerüchte auf. Wer mehr lesen will, findet demnächst Kurzmeldungen unter  Hashtag #OBKN

Foto: Stadt Konstanz

2 Kommentare to “Freie Grüne Liste sucht OB-Kandidaten für Konstanz per Zeitungsannonce”

  1. Fritz
    19. Dezember 2011 at 00:13 #

    Alte Irrtümer mit neuen bekräftigen – oder wozu wollen die Grünen einen dem alten OB ähnlichen Kandidaten aufstellen?

    Man braucht sich ja nur die aktuellen Vorkommnisse in Konstanz unter grüner Beteiligung anschauen und erkennt plötzlich: Fassbinders Jagdszenen in Niederbayern werden nun Jahrzehnte danach genau von den Parteigängern getobt, die angetreten sind, diese Gesellschaft ökologische umzubauen, gerechteren freier zu machen. Aktuelle wird klar: die Ungerechtigkeit war noch nie so institutionalisiert wie heute in Konstanz.

    Der alte OB hat was präsidiales – oder warum hält er sich aus allem raus?

  2. Mocaer
    20. Dezember 2011 at 10:12 #

    Wer die Vorgänge um die hiesige VHS verfolgt, an dem eine Grüne Deputierte massgeblich und unselig beteiligt ist, der fragt sich wozu man einen Grünen Kandidaten benötigt. Wie man hört, will diese Dame mit gravierender narzistischer Störung OB’in werden, das scheint heutzutage beste Einstellungsvoraussetzung für höhere Ämter sein und warum soll das nicht auch eine Frau für sich beanspruchen wo es doch das normale ist. Ich rate jedem, der zu dieser Wahl gehen wird, die vorgenannten Vorgänge gut zu prüfen. Was da an kommunalpolitischer Niedertracht, Unfähigkeit und Ämterpratronage zu Tage tritt, hätte ich den Grünen nicht zugetraut. Wählt man einen OB zweimal muss man damit rechnen, dass er zum Patriachen verkommt, der sich aus allem raushält, das anstrengend sein könnte. Selbst wenn er durch sein Nichtverhalten die institutionalisierte Ungerechtigkeit befördert, was vom Rufmord bis zur Vernichtung von Existenzen angesehener Mitbüger geht. Überall verlangen die Politiker Zivilcourage von uns Bürgern, wir aber erkennen, wie wenig diese Damen und Herren davon selbst davon haben.

    Ich habe lange Jahre grün gewählt. Die Konstanzer Grünen versagen aktuell auf der ganzen Linie. Das können die schwarzen, roten (Herr Leipold) oder gelben genauso schlecht. Rückkopplung stärkt Verantwrotung.

    Warum sollen wir sie dann wählen? Nein, abwählen lautet das Motto der nächsten Wahl!

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