Friedrichshafen will Prostituierte ins Gewerbegebiet verbannen

Messestadt am Bodensee möchte Liebesdienste in Wohngebieten verbieten

Friedrichshafen (wak) Die Stadt Friedrichshafen möchte Prostituierte aus den Wohngebieten verbannen. Straßenprostitution soll anders als bisher im gesamten Stadtgebiet verboten werden. Offenbar hat die Zahl der Freier, Bordelle und Prostituierten in der nach Stuttgart zweit wichtigsten Messestadt des Landes in der Vergangenheit immer mehr zugenommen. Wenn am heutigen Montag der Sicherheitsbericht der Stadt auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung steht, werden sich Räte und Rätinnen deswegen auch mit Liebesdiensten in der zweitgrößten Stadt am Bodensee befassen müssen.

14 bordellartige Betriebe in Friedrichshafen

Im Stadtgebiet von Friedrichshafen gibt es derzeit 14 bordellartige Betriebe. Ihre Zahl wachse stetig, so die Stadt. Besonders störend empfindet Friedrichshafen die so genannte Wohnungsprostitution, bei der Frauen ihre Liebesdienste in ganz normalen Wohnungen anbieten. Laut Stadt gibt es in der Messe- und Industriestadt schätzungsweise 86 Prostitutionsplätze, von denen nach Schätzung der Polizei 50 bis 60 permanent genutzt werden. Bordelle werben in Zeitungen, im Internet und im Stadtgebiet auch mit Werbeaufschrift auf Fahrzeugen. Wie groß die Nachfrage nach Liebesdiensten im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz ist, hängt offenbar von der Jahreszeit, der Wirtschaftslage und den Events ab, die es in der Stadt gibt. Veranstaltungen, Messen und Feste vergrößern die Nachfrage nach erotischen Abenteuern. Oft suchen Messebesucher und Aussteller nach einem anstrengenden Tag in der zweit größten Messe des Landes Entspannung in Relax-Zentren.

Toleranzzonen nur noch in Gewerbegebieten

Grundsätzlich ist Prostitution in baden-württembergischen Städten mit mehr als 35.000 Einwohnern erlaubt. Bezahlte Liebesdienste dürfen in vielen Städten aber nicht überall, sondern nur in bestimmten Bezirken angeboten werden. Wo das ist, regelt die so genannte Sperrbezirksverordnung. Friedrichshafen möchte nun eine neue strengere Verordnung. Erlassen müsste sie das Regierungspräsidium Tübingen. Ausweisen möchte die Stadt nur noch so genannte Toleranzzonen, in denen Prostitution erlaubt ist. Grundsätzlich sollen Bordelle und Liebesdienste nur noch in Gewerbegebieten erlaubt sein. Die Polizeidirektion und das Landratsamt Bodenseekreis unterstützen die Pläne. Im Auge haben Polizei und Jugendamt den Schutz der Jugend.

Freier provozieren Konflikte in Wohngebieten

Vor allem die Prostitution in Wohnungen sorgt in Friedrichshafen immer wieder für Ärger. Gelegentlich irren sich Freier in der Adresse, klingeln an falschen Türen und belästigen unbeteiligte Wohnungsnachbarn. Ein Aufreger ist es auch, wenn sich aufdringliche Freier gegenüber unbeteiligten Frauen „anstössig“ verhalten, so die Stadt. Auch an- und abfahrende Autos stören in Gewerbegebieten weniger als in Wohngebieten. Aus einer Vielzahl von Anfragen bei der Stadt und der Polizei schließen die Friedrichshafener, dass die Zahl der bordellartigen Betriebe und der Prostituierten noch weiter zunehmen könnte. Auch das, die Zunahme der Prostitution, möchte die Stadt mit einer neuen Verordnung einschränken. Außer in Friedrichshafen ist Prostitutionsausübung am Bodensee in Deutschland nur noch in Konstanz erlaubt.

Foto: Messe Friedrichshafen/Messe bei Nacht

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.