Friedrichshafener investieren in die Zukunft

Trotz Krise: TWF überweist drei Millionen an Stadt und schafft zusätzliche Arbeitsplätze

Friedrichshafen (red) Die TWF hat das Krisenjahr 2009 gut gemeistert. Mit Rekord-Investitionen und einem guten Krisenmanagement hat sie eine „schwierige Zeit“ bewältigt, so Alfred Müllner, Vorsitzender der TWF-Geschäftsführung. Dank innovativer Projekte hat sie zudem noch neue Arbeitsplätze geschaffen. Und der Jahresabschluss kann sich mit drei Millionen Euro durchaus sehen lassen. Das Geld überweist die TWF wie in den Jahren zuvor an die Stadt Friedrichshafen. Dazu kommt noch die Konzessionsabgabe in Höhe von ebenfalls drei Millionen Euro.

12,2 Millionen Euro investiert

12,2 Millionen Euro hat die TWF im vergangenen Jahr investiert – knapp 5 Millionen mehr als im Vorjahr. „Wir sind der Wirtschaftskrise mit Wachstum begegnet und haben in die Zukunft investiert“, erläutert Müllner. Dass die TWF diese Summe auch in der Krise schultern und dennoch ein gutes Ergebnis für die Stadt erreichen konnte, „das macht uns stolz auf unser Unternehmen“, so Müllner. Dabei hat die TWF im vergangenen Jahr sogar noch für ihre Kunden mehrfach den Gaspreis gesenkt und den Strompreis stabil gehalten. Dennoch konnte sie den Umsatz von 142 auf 150 Millionen Euro steigern. „Wir wollen die TWF weiter entwickeln und noch besser machen“, erklärt Müllner die Investitionen. So hat der Friedrichshafener Energieversorger beispielsweise das Stromnetz in Ettenkirch gekauft und baut ein Gasnetz dort neu auf. Mit dem neuen Umspannwerk am TWF-Standort in der Kornblumenstraße hat die TWF nicht nur einen architektonischer Akzent gesetzt, sondern auch die Sicherheit der Stromversorgung deutlich gesteigert. 1,5 Millionen Euro hat allein diese Maßnahme gekostet. Das neue Umspannwerk versorgt die großen Industriebetriebe, sichert aber natürlich auch insgesamt das Stromnetz für alle. Durschnittlich rund 20 Minuten jährlich bleibt in deutschen Haushalten der Strom weg, in Friedrichshafen sind es nur vier Minuten – ein Standortvorteil für die Friedrichshafener Unternehmen. „Um diese Qualität zu halten oder noch zu verbessern, muss man Einiges tun“, so Müllner.

Für Klimaschutz am meisten Geld ausgegeben

Ein wichtiger Investitions-Schwerpunkt lag im Klimaschutz. Nach der Brennstoffzelle im Jahr zuvor hat die TWF 2009 die Holzhackschnitzel-Heizung im Berufsschulzentrum Friedrichshafen im Auftrag des Landkreises gebaut. Ab diesem Herbst wird noch dazu die Jugendherberge mit nachhaltiger Wärme aus dieser Anlage versorgt. Auch die Erdgastankstelle, im Frühjahr 2009 eröffnet, hat in ihrem ersten Jahr schon zu rund 50 Tonnen CO2-Reduzierung beigetragen. „Die Bemühungen um den Klimaschutz gehen weiter“, bekräftigt Müllner. „Wir werden in den nächsten Jahren rund 5 Millionen Euro in diesem Bereich investieren.“ „Ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der TWF ist der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts für Stadtwerke und Großkunden sowie Energielieferungen in ganz Baden-Württemberg und Bayern,“ erläutert Stefan Söchtig, kaufmännischer Geschäftsführer der TWF: „Dadurch erreichen wir geringere Kosten für die Kunden vor Ort, da unsere Systeme und Mitarbeiter besser ausgelastet sind, und verbessern so unsere Effizienz. Hier haben wir auch die Kompetenz unserer Mitarbeiter im Wettbewerb nachhaltig gestärkt.“

17.000 Strom- und Gaskunden außerhalb TWF-Land

Rund 17.000 Strom- und Gaskunden hat die TWF außerhalb ihres Stammgebietes gewonnen – zusätzlich zu den rund 40.000 in den Netzgebieten. „So konnten wir den in der Wirtschaftskrise geringeren Energiebedarf gerade unserer großen Industriekunden, zum Teil ausgleichen“, berichtet Söchtig. Das verbesserte Gesamtergebnis zeigt, dass trotz sinkender Absatzzahlen beim Strom (517 Mio Kilowattstunden gegenüber 545 Mio im Vorjahr) und Gas (854 Mio Kilowattstunden gegenüber 871 Mio im Vorjahr) insgesamt die Strategie aufgeht. „Und im neuen Jahr haben wir gleich zwei Stadtwerkeneukunden für ein erweitertes Dienstleistungsangebot zu den etwa 30 Stadtwerken hinzugewonnen und die Kundenzahl für Gas und Strom steigt weiter“, so Söchtig. Einen innovativen Beitrag zur Energieeffizienz und damit letztlich zum Klimaschutz soll der fernauslesbare Zähler bringen. Hier hat die TWF einen Feldversuch gestartet, der mithilfe der Telekom im Rahmen von T-City Friedrichshafen bundesweit beachtete Ergebnisse erbrachte. „Allein die Regelung des Gesetzgebers reicht für die Bürger nicht aus“, stellt Söchtig fest. „Wir arbeiten daran, dem Bürger und den Unternehmen mehr Nutzen zu bringen und das Netz durch Zusammenschaltung von dezentralen Anlagen sicherer und effizienter zu machen. Dienstleistung hinter dem Zähler ist die Zukunft“.

Wechselquote unter Bundesschnitt

Zusätzlich sei jedoch sehr erfreulich, dass die Kunden der TWF die Treue halten – die Wechselquote ist geringer als im Bundesschnitt. Söchtig führt dies nicht zuletzt auf „gute Produkte und gute Preise“ zurück. Der Strom aus Wasserkraft, den die TWF seit 10 Jahren anbietet, spiele dort eine wichtige Rolle, so Söchtig. Aber auch das Engagement der TWF: „Die Menschen honorieren, dass wir nicht nur gute Produkte und Preise haben, sondern auch viel für Stadt und Region tun – von Arbeitsplätzen über Aufträge für regionale Unternehmen bis zu unseren Sponsoring-Aktivitäten.“ Ein weiteres Standbein für die Zukunft sind die Beteiligungen der TWF. Nach dem Regionalwerk Bodensee, das seit 2008 auf dem Markt ist und bereits jetzt erfolgreich ist, war die TWF auch beim Aufbau der Stadtwerk MüllheimStaufen im Südwesten Baden-Württembergs maßgeblich beteiligt. „Wir glauben an das Modell unabhängiger Stadtwerke“, stellt Müllner klar: „Stadtwerke, die für ihre Städte und ihre Bürger Verantwortung übernehmen, wie wir das auch tun.“

Verkehrsbetriebe machten Minus

Auch die Verkehrsbetriebe haben im vergangenen Jahr gut gewirtschaftet. Zwar sei beim Katamaran das Defizit auf 875.000 Euro gestiegen – die TWF trägt dies zur Hälfte – und für die drei TWF-Parkhäuser übernahm das Unternehmen einen Verlust von 530.000 Euro. Auf der anderen Seite haben die Silberpfeile des Stadtverkehrs erneut ihren Fehlbetrag auf nun 1,2 Millionen Euro verringert. Und die Bodensee-Oberschwaben-Bahn konnte mit einem Plus von 950.000 Euro erneut ein ausgezeichnetes Ergebnis einfahren. „Durch die steuerliche Verrechnung können wir die Verkehrsbetriebe viel günstiger managen und ersparen so dem Stadtsäckel rund 600.000 Euro“, rechnet Müllner vor. „Zusätzlich sind die öffentlichen Verkehrsbetriebe auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“ Man könne nur hoffen, so Müllner, dass möglichst viele Menschen die günstigen und komfortablen Busse, Bahnen und Schiffe nutzen. Auch das sei ein Stück Verantwortung der TWF für die Region.

TWF beschäftigt 235 Mitarbeiter

Ein deutliches Zeichen dieser Verantwortung und des wirtschaftlichen Erfolgs sind auch die Arbeitsplätze der TWF. „Wir haben die Zahl der Arbeitsplätze noch einmal erhöht – trotz der Wirtschaftskrise“, betont Müllner. 235 Mitarbeiter hatte die TWF am Jahresende, darunter 18 Auszubildende. Die TWF hat 2009 eine Kompetenz-Offensive für die Aus- und Weiterbildung gestartet. Insgesamt sei 2009, insbesondere in Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen, ein erfreuliches Jahr für die TWF gewesen, sind sich die beiden Geschäftsführer einig. „Wir haben auch in einem schwierigen Jahr sehr gute Voraussetzungen geschaffen für eine weitere erfolgreiche Entwicklung“, so Söchtig. Und Müllner ergänzt: „Nun wollen wir weiter wachsen – mit ausgezeichneter Arbeit in unserem Kerngeschäft und guten Ideen in neuen Bereichen.“

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