Friedrichshafener Motorenbauer sind 24 Euro pro Aktie zu wenig

Vorstand und Aufsichtsrat der Tognum AG empfehlen den Aktionären Angebot abzulehnen

Im gemeinsamen Werk von Tognum und Norinco im chinesischen Datong wird ein Aggregat der MTU-Baureihe 956 für den Notstromeinsatz in Kernkraftwerken montiert.Friedrichshafen. Vorstand und Aufsichtsrat der Tognum AG sehen in einer Übernahme ihres Konzerns durch die Daimler AG und von Rolls-Royce Group plc. zwar weiter Vorteile. 24 € pro Aktie seien aber zu wenig. Daher hat die Tognum AG ihren Aktionären empfohlen, das Kaufangebot abzulehnen.

Vorstand und Aufsichtsrat nehmen Stellung

Vorstand und Aufsichtsrat der Tognum AG haben am Freitag ihre gemeinsame Stellungnahme gemäß § 27 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) zu dem am 6. April von der Engine Holding GmbH veröffentlichten freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot abgegeben. In einer Pressemitteilung des Konzerns heißt es: Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen das Angebot der Daimler AG und von Rolls-Royce Group plc. aus unternehmerischer Sicht. Mit einem erfolgreichen Übernahmeangebot würde die weltweite Technologieführerschaft für Antriebssysteme und dezentrale Energieerzeugungssysteme weiter gestärkt.

Vorteile des Angebots

Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen zudem, dass in der Grundsatzvereinbarung vom 9. März 2011 vereinbarte Eckpunkte durch das Angebot vom 6. April 2011 nochmals bestätigt wurden, heißt es weiter. Dies gelte insbesondere für die erklärte Absicht, keine Einschnitte bei der Stammbelegschaft in Friedrichshafen oder an anderen Standorten der Tognum AG vorzunehmen sowie den Standort Friedrichshafen als Sitz der Hauptverwaltung und als Hauptsitz von Forschung und Entwicklung zu erhalten.

24 € wären unter Wert

Vorstand und Aufsichtsrat sind jedoch nach, wie es heißt, umfangreicher Prüfung des Angebots sowie nach Abwägung der Gesamtumstände der Auffassung, dass der Angebotspreis von 24 € pro Aktie der Tognum AG nicht angemessen ist. Nach Ansicht des Vorstands und des Aufsichtsrats spiegele der Angebotspreis insbesondere die in den letzten Jahren getätigten Investitionen und die allein damit verbundenen Wachstumsaussichten der Tognum-Gruppe nicht hinreichend wider. Da zudem zentrale Geschäftsfelder zeitlich verzögert auf die Erholung der Märkte seit der globalen Finanzkrise reagieren, sehen Vorstand und Aufsichtsrat auch die längerfristigen Perspektiven nur unzureichend reflektiert. Auch auf Basis des langfristigen Geschäftsplans der Tognum AG sei der Angebotspreis nicht angemessen.

Untermauerung mit Zahlen

Ferner entspreche der Angebotspreis von 24 € je Aktie dem Emissionspreis beim Börsengang der Tognum AG im Juli 2007. Seit diesem Zeitpunkt habe sich jedoch die Nettoverschuldung der Tognum AG bis zum 31.12.2010 um rund 300 Millionen € verringert. Die vom Vorstand und Aufsichtsrat in Auftrag gegebenen unabhängigen Fairness Opinions der Deutschen Bank und der Lazard & Co. GmbH kämen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass der Angebotspreis nicht angemessen sei.  Vorstand und Aufsichtsrat könnten den Aktionären daher nicht empfehlen, das Angebot von 24 € pro Aktie anzunehmen.

Foto: Tognum AG

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Hinterlasse eine Antwort

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.