Friedrichshafener Post-Zusteller entwendete rund 5000 Briefsendungen

1107 Personen im Wohngebiet betroffen – Heute stellt Post die wieder gefundenen Briefe mit Begleitschreiben zu

Friedrichshafen. Viel größer als bisher angenommen ist ist die Zahl der in den Wochen vor Weihnachten nicht zugestellten Postsendungen im Wohngebiet Schreienesch in Friedrichshafen. Das berichtete die Polizei. Insgesamt soll es sich, wie die Polizei jetzt mitteilte, um etwa 5000 Briefsendungen gehandelt haben, die ein Post-Zusteller im Dezember vergangenen Jahres nicht zustellte. Mehr als 1000 Postkunden sind laut Polizei betroffen.

20-Jähriger stellte nicht gesamte Post zu

Wie bereits berichtet hatte ein 20-Jähriger, der zeitlich befristet für die Deutsche Post in diesem Wohngebiet tätig war, nicht die gesamte Post zugestellt. Eigenen Angaben zufolge hatte der Mann die Briefe ungeöffnet in einem Altpapiercontainer im Stadtgebiet von Friedrichshafen entsorgt.

Weitere nicht zugestellte Briefe aufgetaucht

Mitte Februar unterrichtete der 20-Jährige das Polizeirevier Friedrichshafen darüber, dass er entgegen seiner bisherigen Aussagen noch immer im Besitz von sechs Kartons voll mit von ihm unterschlagenen Briefen sei. Die Beamten stellten daraufhin diese Kartons samt Inhalt sicher. Die Kartons waren nach Mitteilung der Polizei auf dem Gemeinschaftsdachboden des auch von dem mutmaßlichen Täter bewohnten Mehrfamilienhauses versteckt worden.

Bargeld entwendet

Wie die nun erneut aufgenommenen Ermittlungen ergeben haben, handelte es sich hierbei um mehr als 2500 Briefsendungen mit insgesamt 195 EC-Karten. Ebenfalls entgegen bisheriger Beteuerungen des 20-Jährigen waren 36 Briefe geöffnet und teilweise darin enthaltenes Bargeld entwendet worden. Auch seine vormals gemachten Angaben bezüglich der in Altpapiercontainern entsorgten Briefe berichtigte der 20-Jährige laut Polizei dahingehend, dass es sich um eine weitaus größere Anzahl als die vormals genannten rund 250 Briefe handelte. Die Polizei geht mittlerweile von 2500 aus. Zusammen wären das 5000 nicht zugestellte Sendungen.

Nur wenige Postkunden erstatteten Anzeige

Die Auswertung der sichergestellten Briefe ergab nach Auskunft der Polizei, dass mindestens 1107 Personen in dem Wohngebiet betroffen sind. Dennoch hatte nur ein geringer Teil der Adressaten Anzeige wegen fehlender Post bei der Polizei erstattet.

Heute stellt Post Sendungen zu

Die von der Polizei sichergestellten Briefe werden am heutigen Montag durch die Deutsche Post mit einem entsprechenden Begleitschreiben den rechtmäßigen Empfängern zugestellt, teilte die Polizei mit. Anzeigen müssten die Betroffenen nicht mehr erstatten, da Polizei und Staatsanwaltschaft bereits ermitteln.

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