Friedrichshafener Zeppelin Universität gründet „Civil Society Center“

Forschung zur Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts bekommt 1,5 Millionen Euro zum Start

Friedrichshafen. An der Zeppelin Universität hat ein weiteres interdisziplinär arbeitendes Institut seine Arbeit aufgenommen: das „Civil Society Center (CiSoC)“. Realisiert wurde es vor allem mit Unterstützung der Stiftung Mercator für die deutschsprachige Sozialunternehmensforschung und der Siemens Stiftung für internationale Länderstudien der Zivilgesellschaft und der ökonomischen Selbstentwicklungspotentiale.

Fragen nach Zukunft der Zivilgesellschaft

Insgesamt konnte der Start des Instituts in Friedrichshafen so mit Förderungen von zunächst 1,5 Millionen Euro finanziert werden. Ziel des CiSoC ist die Forschung über Fragen nach der Zukunft der Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert. „Mit Beginn des 21. Jahrhundert erleben wir eine bewegende und beweglichere Zivilgesellschaft“, beschreibt ZU-Präsident Professor Dr. Stephan A. Jansen die Motivation. „Ein neues ,Gesellschaftsspiel für das Gute’ scheint eröffnet – mit vielfältigeren Mitspielern. Die Überdehnung und Überschuldung der Nationalstaaten auf der einen Seite, die neu entdeckte Lust an den Sozialen Bewegungen, das ungewöhnliche starke Wachstum von Privatvermögen wie auch die Dynamik des sogenannten Dritten Sektors und das verstärkte und medial wahrgenommene Aufkommen von Sozialunternehmen sind nur einige Eckpunkte der Diskussion“, erklärt Jansen, der das Institut initiierte und gemeinsam mit einem Team von vier wissenschaftlichen Mitarbeitern und zahlreichen Studierenden in Friedrichshafen aufbaut und mit vier Mitarbeitern in Afrika und Lateinamerika internationalisieren wird.

Über die Beziehungsfähigkeit gesellschaftlichen Akteure

„Es geht um die Finanzierung von Finanzierungsrisiken, das Soziale der sozialen Marktwirtschaft, das Außerparteiliche in politische Bewegungen, um die Wohlfahrt der Wohlfahrtsdiskussion und um das Vermögen, mit Vermögen umzugehen. Und es geht um eine neue Beziehungsfähigkeit aller gesellschaftlichen Akteure“, sagt Jansen. Besonders im Blickfeld des Instituts sind dabei vergleichende Analysen von Non-Profit- und Non-Government-Organisationen, Sozialunternehmen, soziale Innovationen sowie die Neuen sozialen Bewegungen. Interdisziplinär und empirisch angelegt, will das CiSoC forschend dazu beitragen, Funktionsweisen, Akteure und wechselseitige Abhängigkeiten dieser neuen gesellschaftlichen Entwicklungen zu beleuchten, beschreibt Dr. Saskia Richter, an der ZU Koordinatorin des deutschen Forschungsnetzwerks, das Selbstverständnis.

CiSoC Teil eines internationalen Forschungsnetzwerks

Das CiSoC arbeitet eingebettet in einem nationalen wie internationalen Forschungsnetzwerk. Beteiligt sind daran das „Center for Entrepreneurial and Financial Studies (CEFS)“ der Technischen Universität München, das „Centrum für Soziale Investitionen und Innovationen“ der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg oder der Lehrstuhl für Vermögenspsychologie der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien. Weitere internationale Kooperationen mit dem „Instituto de Estudios Superiores de la Empresa“ (IESE) Barcelona der Universität Navarra, der Stanford University oder Tilburg sollen ausgebaut werden. Darüber hinaus bestehen Forschungs- und Projektpartnerschaften zu zahlreichen Stiftungen und Förderorganisationen wie Ashoka, der BMW Stiftung, Schwab Foundation, Start Social oder der Vodafone Stiftung. Über die Forschung hinaus will das CiSoC Beiträge leisten für wirtschafts-, kultur-, politik- und verwaltungswissenschaftliche Lehrprogramme, für Ausgründung und Begleitung von Sozialunternehmen und für wissenschaftliche Dienstleistungen.

Fünftes privat finanziertes Institut an ZU

Das CiSoC ist bereits das fünfte Institut an der ZU, das sich im Wesentlichen privat oder institutionell finanziert und sich mit hochaktuellen Zukunftsfragen befasst. So forscht das „Buchanan Institut für Unternehmer- und Finanzwissenschaften“ unter anderem zur Zukunft der Finanzsysteme nach der Finanzkrise, das „Dr. Manfred Bischoff Institut für Innovationsmanagement der EADS“ zur Zukunft von Technologie- und Innovationsmanagement, das „Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (TICC)“ zu neuen Entwicklungen der Wissens- und Informationsgesellschaft und deren Folgen für Verwaltung und Politik und das „Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen (FIF)“ zur Zukunft von Familienunternehmen. Weitere sieben privat oder institutionell geförderte Lehrstühle und Professuren kommen hinzu, die sämtlich während der Finanzmarktkrise initiiert wurden.

Mehr Informationen im Internet gibt es auf der CiSoC Website.

Foto: ZU

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