Fürchtet euch nicht, Umsatz und Ergebnis stimmen

Frohe Botschaft für Südkurier-Redakteure

Konstanz (gro) Das drohende Outsourcing von Teilen der Heimatzeitung hat in etlichen Redakteurs-Familien die Stimmung unterm Christbaum empfindlich belastet. Da kommt eine positive Nachricht der Konzernmutter gerade richtig: Für das demnächst auslaufende Geschäftsjahr 2009 erwartet die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ein gutes Ergebnis. Es soll das ebenfalls hoch befriedigende Vorjahresergebnis noch übertreffen. Die Frohbotschaft wurde vom Hamburger Branchendienst Meedia.de verbreitet. Die Information stützt sich auf eine interne Mail „an den Führungszirkel” (Meedia.de) des Stuttgarter Unternehmens, in der Konzernchef Stefan von Holtzbrinck die Verdienste seines Geschäftsführers Jochen Gutbrod würdigt, der zum Mai des kommenden Jahres aus der Konzernleitung ausscheidet.

Stürmischer Umsatzzuwachs bei den digitalen Medien

Trotz der bereits hereingebrochen Wirtschaftskrise wurde in 2008 „ein über dem Branchendurchschnitt liegendes organisches Umsatzwachstum von +7,5 Prozent“ erzielt, heisst es im jüngsten Geschäftsbericht des Holtzbrinck-Konzerns, der zuletzt einen Jahresumsatz in Höhe von fast 2,6 Milliarden Euro erzielt hatte, 100 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Einen erneuten Hinweis auf die Experimentierfreudigkeit und Innovationslust lieferte die Tatsache, dass nirgendwo der Umsatz so zunahm wie im Bereich der digitalen Medien: plus 41 Prozent auf über 251 Millionen Euro, ohne dass ein Gewinn absehbar wäre.

Eigenkapitalquote bei 32 Prozent

Der Gesamtgewinn war vergangenes Jahr stark zurückgegangen: von 276 Millionen Euro im Rekordjahr 2007 auf vergleichsweise magere 69 Millionen. Von Verlusten, wie sie von machen Grossverlagen beklagt werden, allerdings keine Spur, umso weniger, als auch die Eigenkapitalquote bei schönen 32 Prozent stabil gehalten werden konnte. Die Sparte Regionalzeitungen, auch daran sei erinnert, konnte ihre Stellung 2008 als grösste Umsatztbringerin trotz des teilweise stark rückläufigen Anzeigenaufkommens nicht nur halten, sondern sogar leicht ausbauen (von 1,02 auf 1,05 Milliarden Euro).

Der Sparzwang hält sich in Grenzen

Die frohe Botschaft von den Aussichten auf noch bessere Umsätze und Ergebnisse dürfte für Beruhigung bei den Redakteuren und den nachgeordneten Arbeitskräften sorgen, die zusammen für den redaktionellen Mantel des „Südkurier“ tätig sind. Auch den Betriebsrat dürfte die gute Nachricht im Interesse der Belegschaft kräftig stimulieren. Denn der Sparzwang des Holtzbrinck-Verlags hält sich anscheinend in Grenzen. Betroffen wären im Ernstfall etwa 40 Beschäftigte, die mittelfristig um ihre Arbeitsplätze bangen müssten, wenn der allgemeine Teil des “Südkurier” nach aussen vergeben, eingekauft und in Konstanz nur noch gedruckt würde.

Druck und digitale Medien versprechen das bessere Geschäft

An der jüngsten Entwicklung bei der Heimatzeitung lässt sich ablesen, wie die Weichen für die strategische Reise gestellt sind, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass soeben 30 Millionen Euro in eine neue Rotationsdruckmaschine am Konstanzer Oberlohn investiert werden, wobei alleine rund 10 Millionen auf das computerisierte Umfeld der Maschine entfallen:

1. Drucken ist das bessere Geschäft.

2. Ein besonders widerspenstiger Kostenfaktor bleibt die Redaktion.

3. Die Zukunft des Mediengeschäfts liegt in der digitalen Welt.

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