Gallisches Dorf wehrt sich…

Unbeugsamer Widerstand einer bunten Gruppe gegen Konstanzer Konzerthaus

Konstanz (wak) den Befürwortern eines Konzert- und Kongresshauses wäre es am liebsten, wenn ganz Konstanz beim Bürgerentscheid am 21. März für das von den Bregenzer Architekten Helmut Dietrich und Much Untertrifaller entworfene Multifunktionshaus auf dem Areal Klein Venedig stimmen würde. Unbeugsam Widerstand leistet, so wie Asterix und Obelix in ihrem gallischen Dorf, seit dieser Woche aber die Gruppe der unbeugsamen Konzerthausgegner.

Sechs Wochen bis zum Bürgerentscheid

Die Gruppe, die den Widerstand gegen das 48 Millionen Euro teure Konzert- und Kongresshaus organisieren will, hat bis zum Bürgerentscheid nur noch gut sechs Wochen – einschließlich der Fasnacht – Zeit. 15.000 Gegner muss die Gruppe, die sich aus unterschiedlichen Berufsgruppen, zum Beispiel auch aus Architekten, und Mitgliedern verschiedener Parteien zusammensetzt, bis zum 21. März mobilisieren und zum Nein-Sagen bewegen. Nur dann würde beim zweiten Bürgerentscheid über ein Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig das Quorum erreicht. Vorausgesetzt die Nein-Sager wären in der Mehrheit, wäre das Projekt endgültig vom Tisch.

Vier Sprecher gewählt

Wie bereits berichtet, lehnen die Fraktionen von SPD, Linken, mehrheitlich auch die Gemeinderatsmitglieder aus der Fraktion der Freien Grünen Liste sowie Stadtrat Klaus G.A.Frank das Konzerthaus ab. An der ersten Sitzung, bei der sich in dieser Woche der Widerstand formierte, nahmen auch Stadträte von der SPD und von den Linken sowie eine ehemalige Stadträtin der CDU teil. Die Gruppe wählte vier Sprecher, darunter den ehemaligen Landtagsabgeordneten Günther Schäfer von den Grünen. Einige aus der Gruppe hatten sich, so wie Gabriele Weber aus Dettingen, bereits vor dem Bürgerentscheid 2003 gegen ein Konzerthaus auf Klein Venedig engagiert und damals den Widerstand mit organisiert.

Ein Hauptargument ist Finanzierbarkeit

In der kommenden Woche soll eine Internetseite der Gegner online gestellt werden, auf der sie ihre Bedenken vortragen. Die Hauptargumente, die die Konzerthaus-Gegner vorbringen, betreffen den Städtebau, die Lage auf Klein Venedig sowie den Verkehr. Das zweite Hauptargument ist die Finanzierbarkeit, die die Gegner des Projekts in Frage stellen.

Keine Kritik an Passivhaus-Niveau und Architektur

Das Konstanzer Konzert- und Kongresshaus soll, wie berichtet, ein modernes und energiesparendes Multifunktionshaus werden, das bundesweit Zeichen setzen könnte. Für den Entwurf der Bietergemeinschaft Georg Reisch GmbH (Bad Saulgau) hat die große Mehrheit des Konstanzer Gemeinderats in seiner Sitzung am 28. Januar gestimmt. Die Architektur wurde von den Bregenzer Architekten Helmut Dietrich und Much Untertrifaller entworfen. Der Entwurf des zum See hin geöffneten Hauses besticht durch Schlichtheit und Ästhetik zugleich. Geplant ist ein multifunktionales Gebäude mit einem variablen Konzert- und Konferenzraum auf Passivhaus-Niveau. Würde das Konzept umgesetzt, hätte das Konzert- und Kongresshaus nach Aussage der Stadtverwaltung ein energetisches Alleinstellungsmerkmal in Deutschland. Die Architektur steht offenbar nicht in der Kritik.

Mehr zum Thema unter: http://www.aktuelles-bodensee.de/2010/01/28/rotstift-konnte-strich-durchs-passivkongresshaus-machen/#more-3520 und http://www.aktuelles-bodensee.de/2010/01/28/konzerthaus-architektur-mit-ausrufezeichen/#more-3507.

Foto: wak/Entwurf Helmut Dietrich und Much Untertrifaller

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