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Der neue Konstanzer Gemeinderat ist gewählt. Von 65.579 Wahlberechtigten haben nur 30.823 gewählt. Das ist nicht einmal die Hälfte.  Die Wahlbeteiligung lag bei 47 Prozent.

Manchen waren es einfach zu viele Umschläge, Listen und Namen. Sicher ahnen auch viele nicht so ganz genau, was der Gemeinderat leistet und worüber er entscheidet. Über Kommunalpolitik wissen viele Menschen nicht mehr Bescheid – oder sie haben für sich persönlich andere Prioritäten gesetzt. Einige interessieren sich nicht so sehr für die lokale Politik oder sie trauen dem Gemeinderat nicht zu, die großen Probleme der Stadt zu lösen. Stichworte sind hier der Verkehr in der Altstadt und im Paradies und die Mietpreise sowie der Mangel an Wohnraum.

Von den auf unserem Blog präsentierten neuen Gesichtern haben es einige in den neuen Gemeinderat geschafft, andere nicht. Das war auch nicht anders zu erwarten. Trotzdem hätten wir uns gefreut, wenn es noch ein paar mehr neue Köpfe mit frischem Denken gewesen wären, die in Zukunft Kommunalpolitik für uns machen.

Klar ist, dass, wer wollte, dass der Wind der Veränderung durch den Ratssaal weht und dieses Mal JFK wählte, richtig lag. Mit drei Sitzen hat es das Junge Forum Konstanz geschafft, in den Rat einzuziehen – und das ist gut so. Es ist ein mächtiger Vertrauensvorschuss.

Ein Einzelkämpfer von JFK hätte sich mutmaßlich schwer getan. Jetzt ist es eine schlagkräftige, frische, gut aufgestellte Fraktion aus drei Personen geworden, die in Zukunft am Ratstisch Platz nimmt.  Das Junge Forum Konstanz hatte vor der Wahl versprochen, den Kontakt zu den Wählerinnen und Wählern zu halten.

Auf die drei Gewählten wird erst einmal mords viel Arbeit zukommen und sie müssen lernen, wie Gemeinderat funktioniert, wenn sie ihre Ziele in Politik umsetzen wollen.

Eine gute Nachricht ist es, dass die Männer in der CDU nicht mehr länger nur unter sich bleiben. Endlich gehört eine Frau der Fraktion an, die sich im Wahlkampf auch sehr engagiert gezeigt hatte. Dass die CDU nicht nur die Mitglieder der alten Fraktion auf die vorderen Plätze ihrer Liste gesetzt hatte, hat sich für die CDU gelohnt. Sie holte die meisten Stimmen und geht mit drei neuen Köpfen in der Fraktion an den Start.

Auch die neue Fraktion der Freien Grünen Liste ist nicht die alte. Gisela Kusche, die früher schon einmal dem Rat angehörte, und Stephan Kühnle sind die beiden neuen Gesichter der FGL. Beide standen ganz oben auf dem Wahlvorschlag. Die Mitglieder bei der Nominierung – und jetzt auch die Wählerinnen und Wähler wollten, dass beide eine wichtigere Rolle in der Kommunalpolitik spielen.

Die SPD wollte hingegen keine große Veränderung. Sie hatte auf der Liste erst einmal die Mitglieder der alten Fraktion auf den aussichtsreichen Plätzen platziert. Die beiden Studierenden unter den Top Ten haben die Wählerinnen und Wähler offenbar als Alibi-Kandidaten gesehen und sie auch nicht gewählt. Johannes Kumm schaffte den Einzug in den Gemeinderat aufgrund seiner persönlichen Bekanntheit. Die SPD versäumte es, in ihrem Wahlkampf neue Zielgruppen anzusprechen und mit einem attraktiven Wahlkampf und Angeboten nah bei den Menschen neue Wählerinnen und Wähler hinzu zu gewinnen.

All, die es geschafft haben, haben jetzt erst einmal viel zu tun. Herzlichen Glückwunsch.

Waltraud Kässer

 

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