Gegen den Trend: Theater Konstanz hat Abonnenten hinzu gewonnen

Stadttheater hat mehr Abonnenten als im Vorjahr – Wirtschaftliche Situation ist stabil

Konstanz. Das Konstanzer Theater hat Abonnenten hinzu gewonnen und möchte mehr Geld vom Land, da es bisher gegenüber anderen Theatern benachteiligt ist. Das ist die Botschaft, die Theaterintendant Christoph Nix eine Woche nach Eröffnung der Theaterspielzeit nach Stuttgart schickt. Anders als das Orchester hat das Theater trotz  knapper Mittel in den vergangenen Jahren kein riesiges Defizit angehäuft und steht deswegen anders als die  Südwestdeutschen Philharmonie wirtschaftlich ganz gut da.

Konstanzer Theater antizyklisch

Das Theater Konstanz könne bereits zu Beginn der Spielzeit mit jetzt schon 56 mehr Abonnenten rechnen. Das laufe dem Trend in Deutschland klar entgegen. Christoph Nix sagte: „Das ist wirklich antizyklisch.” Nix weiter:  „Es zeigt, welch guten Platz das Theater in der Stadt einnimmt“.

Moderates Defizit

Angesprochen auf die Frage eines möglichen Defizits, die in Konstanz nach den Vorkommnissen beim Orchester fast schon in der Luft zu liegen scheint, erklärte Nix: „Das Theater Konstanz ist stabil – ökonomisch und kulturpolitisch.” Der Intendant weiter :„Wir werden dieses Jahr nach der aktuellen Hochrechnung um eine Summe von ca. 0,5% des Gesamtbudgets überziehen, das macht rund 40.000 Euro.”  Wenn sich die Einnahmen zum Jahresende gut entwickeln, könne  sich diese Summe noch verringern.

Theater gleicht Minus selbst aus

Da das Theater budgetiert sei, werde jeder Überschuss oder Fehlbetrag in das kommende Jahr übertragen. „In diesem Jahr war die Belastung besonders hoch”, so Nix. Trotz der fünfmonatigen sanierungsbedingten Schließung des Stadttheaters – der größten Spielstätte – erhielt das Theater Konstanz keinerlei Extramittel. Ausgewichen ist das Theater  unter anderem auf den Münsterplatz, wo die Konstanzer Freilichtspiele mit dem „Glöckner von Notre Dame“ ein großer Erfolg waren, mit erheblichen Einnahmen, die aber die Kosten der Infrastruktur für Freilichtbühne und Elektronik nicht ganz ausgleichen konnten, so Nix.

Intendant verlangt mehr Geld vom Land

Gleichzeitig wies Nix darauf hin, dass er bedaure, dass die neue Landesregierung keinerlei Verteilungsveränderung in der Theaterlandschaft vornehme. Die kleinen Theater in Baden-Württemberg hätten  wieder einmal das Nachsehen, betonte Nix. Er sagte, dass insbesondere das Theater Konstanz eine unterdurchschnittliche Landesförderung von 31% erhalte. Das Theater strebe hier gemeinsam mit Oberbürgermeister und Kulturbürgermeister eine„ Mittelerhöhung” an.

3 Kommentare to “Gegen den Trend: Theater Konstanz hat Abonnenten hinzu gewonnen”

  1. Fafnir
    13. Oktober 2012 at 18:53 #

    Er will mehr Geld? Weil er 56 Abonennten gewonnen hat? Der soll mal auf die Bremse treten. Eine kleine und sicherlich wohlhabende Gruppe lässt sich ihr Freizeitvergnügen von der Allgemeinheit bezahlen. Sechs Millionen Zuschuss. Davon vier Millionen von Konstanzer Steuerzahlern. Das muss endlich aufhören. Gilt auch für die Philharmonie. Zwei Millionen von der Stadt, zwei Millionen vom Land. Und trotzdem reicht das Geld nicht.

    Wenn beim “Glöckner von Notre Dame” die Einnahmen nicht die Ausgaben decken, dann hat der Verantwortliche halt nicht richtig gerechnet. Das vornehme Publikum hätte auch den doppelten Eintrittspreis bezahlen können.

    Außerdem ist die Wahrnehmung schon etwas seltsam. Da wird davon gesprochen, daß das Theater die Verluste selber ausgleichen würde. Das tut es aber nicht. Es kassiert jedes Jahr sechs Millionen Euro. Also macht das Theater jedes Jahr sechs Millionen Euro Verlust. Die Nutznießer solcher Zuschussbetriebe sind es eben gewohnt, daß die Allgemeinheit dafür aufkommt. Sie nennen sich zwar Geschäftsführer, führen aber keine Geschäfte, weil sie keine Ahnung vom Wirtschaften haben. Sie werfen nur Steuergelder zum Fenster raus und melden ständig irgendwelche Ansprüche an.

    Jedes Jahr melden in Konstanz schätzungsweise 50 Firmen und Betriebe Insolvenz an. Die würden auch gerne die Hand aufhalten und sich beschenken lassen.

  2. Hiob
    13. Oktober 2012 at 23:25 #

    Was den Fall des Hr. Nichts noch unappetitlicher macht ist das er sich auch noch erblödet als “Kapitalismuskritiker light” zu demonstrieren wenn hier die Firmen abwandern ( Takeda ).

  3. Fafnir
    14. Oktober 2012 at 07:37 #

    Lieber Hiob, so ist das eben bei den 68ern. Sie haben es sich an den Fleischtöpfen des Systems bequem eingerichtet. Sie nannten es einst “Marsch durch die Institutionen”. Ich nenne es Spaziergang zu den Pensionen und Gedränge um staatliche Fürsorge.

Hinterlasse eine Antwort

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.