Gesine Schwan über Bildungsgerechtigkeit und Exzellenz

Akademie am See in Konstanz: Frauen beschäftigen sich mit Wissenschaftskarrieren

Konstanz (red) Hochschulen mit Spitzenforschung müssen Karrierewege in der Wissenschaft so gestalten, dass sie für Forscherinnen und Forscher aus einem vielfältigen Talentpool attraktiv sind, heißt es in einer Mitteilung der Uni Konstanz. Neue Karrierewege in Forschung und Lehre sind auch Fragen um die es bei der Akademie am See unter dem Titel „Brain Gain. Vielfältige Potenziale für die Spitzenforschung“ am 29. und 30. Juli in Konstanz geht. Die Tagung wurde vom Gleichstellungsrat und dem Academic Staff Development (ASD) der Universität Konstanz organisiert.

Wissenschaftlerinnen in Spitzenforschung

„Wir wollen zwei Perspektiven zur Karriereentwicklung in der Wissenschaft verbinden: Die strukturelle und die individuelle“, so Bettina Duval, Leiterin des ASD an der Universität Konstanz und zuständig für die Karriereförderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen. „Welche Chancen und Hindernisse bieten die Strukturen des Wissenschaftssystems? Und wie kann ich als Wissenschaftlerin einen erfolgreichen Weg in der Spitzenforschung beschreiten?“ Diskutiert werden dabei unter anderem die Leistungsbewertung in der Wissenschaft, Strategien in der Nachwuchsförderung und der Forschungsfinanzierung. „Eine dritte Perspektive untersucht den Zusammenhang zwischen Organisationsstrukturen und Wissenschaftskulturen. Es geht dabei um Bilder und Erwartungen an die wissenschaftliche Persönlichkeit. Wir fragen uns, welche Arbeits- und Forschungsbedingungen kreative Köpfe benötigen, um ihre gewünschte Work-Life-Balance zu realisieren“, so Marion Woelki, Leiterin des Gleichstellungsreferats.

Chancengleichheit und Spitzenforschung

Die öffentliche Auftaktveranstaltung findet am Donnerstag, 29. Juli, ab 18.30 Uhr im Steigenberger Inselhotel statt. Den Eröffnungsvortrag zum Thema „Bildungsgerechtigkeit und Exzellenz?“ hält Prof. Dr. Gesine Schwan. Gesine Schwan ist Präsidentin und Mitbegründerin der Humboldt-Viadrina School of Governance. Im Mittelpunkt steht das prominent besetzte Podium zum Thema „Wie viel Fairness verträgt die Exzellenz? Zum Verhältnis von Chancengleichheit und Spitzenforschung“. Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Margret Wintermantel, wird mit Prof. Dr. Martina Schraudner, Leiterin des Fachgebiets Gender und Diversity in Organisationen, Technische Universität Berlin/Fraunhofer Gesellschaft, ihren Blick auf Strukturen für eine zu schaffenden Chancengleichheit richten. Die Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Dr. Dorothea Wagner, diskutiert mit Prof. Dr. Maresi Nerad, Gründungsdirektorin Center for Innovation and Research in Graduate Education, die Ausdifferenzierung der Karrieremodelle im internationalen Vergleich. Dr. Edit Kirsch-Auwärter, Vorstandsmitglied der Bundeskonferenz der Frauenbeauftragten und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (BuKoF), und Prof. Dr. Thomas Hinz, Professor für Empirische Sozialforschung an der Universität Kostanz, sprechen über die Anforderungen des deutschen Wissenschaftssystems. Sie thematisieren die Lebensentwürfe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Hinblick auf Duale Karrierepartnerschaften und Elternschaft. Moderiert wird die Diskussion von Prof. Dr. Ingrid Hotz-Davies, Sprecherin der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs.

Nachwuchswissenschaftlerinnen reflektieren Karrieren

Im zweiten, nicht öffentlichen Teil der Tagung am 30. Juli reflektieren Nachwuchswissenschaftlerinnen die Ergebnisse in verschiedenen Workshops und entwickeln Ideen für ihren eigenen Karriereverlauf. Die Akademie möchte Impulse für die Weiterentwicklung des deutschen Hochschulsystems sowie für individuelle Karrierewege geben.

Neue Tagungsreihe der Universität Konstanz

Die Akademie am See ist der Auftakt einer Tagungsreihe der Universität Konstanz, die im zweijährigen Rhythmus stattfinden soll. Sie wird veranstaltet vom Gleichstellungsreferat der Universität Konstanz, dem ASD und dem Konstanzer Wissenschaftsforum. Sie wird unterstützt vom Zukunftskolleg der Universität Konstanz sowie dem MuT-Programm (Mentoring und Training) der LaKoG Baden-Württemberg (Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs).

Foto: Universität Konstanz

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