Glasverbot am Konstanzer Seerhein gilt ab Freitag

Verbot unter amtlichen Bekanntmachungen am Donnerstag in gedruckter Heimatzeitung versteckt

Konstanz. Eine Glasverordnung gilt in Konstanz offenbar ab Freitag, 27. Mai, bis zum 26 Juni 2011 für den Herosépark und den Seerhein. Beide öffentlichen Flächen sind in diesem Sommer beliebte Szenentreffpunkte. Grund für das Verbot sind die Scherben, die an den Abenden liegen bleiben und von denen eine Gefahr für Badende ausgeht. Eine offizielle Mitteilung der Stadt hat  es am Donnerstagmorgen zum Glasverbot aber noch nicht gegeben.

Morgendlicher Aufreger im Web

Im Web sorgte die Nachricht von einem Glasverbot für Aufregung. Ein Twitterer, der anscheinend die gedruckte Tageszeitung gelesen hatte, fand den Hinweis unter amtlichen Bekanntmachungen und twitterte die Information. Auf der Homepage der Stadt war aber am Morgen dagegen noch kein Hinweis zum Glasverbot zu finden. Bei Google gab es keinen Treffer. Auch eine Medien-Information hat es noch nicht gegeben.

Vorbild Aldi

Offenbar geht die Stadtverwaltung noch davon aus, dass Parknutzer, unter ihnen viele Schüler und Studenten, die gedruckte Tageszeitung lesen. Das Netz reagierte mit spöttischen Kommentaren und Unverständnis. Tatsächlich dürfte die Nachricht vom Glasverbot die Feiernden, die sich online verabreden, wenn sie über das lokale Dead Wood Medium verbreitet wird, kaum erreichen. Aldi scheint da schon längst weiter als die Stadtverewaltung zu sein: Der Discounter wirbt in vielen Tageszeitungen nicht mehr, weil er mit gedruckten Anzeigen mutmaßlich die Konsumenten nicht mehr erreicht.

Die Stadt kündigte auf Nachfrage an, heute Vormittag noch eine Medieninformation nachzuschieben. Dazu später mehr.

Foto: wak

Ein Kommentar to “Glasverbot am Konstanzer Seerhein gilt ab Freitag”

  1. Lector_critivo
    26. Mai 2011 at 12:37 #

    Sehr geehrte Leser,

    dieses Kommentar bezieht sich auf den Südkurier-Artikel „Polizei sieht wenig Kapazitäten“ vom 18.05.2011. Nachdem sich der Südkurier bislang weigert, eine verkürzte Version dieses Leserbriefes zu veröffentlichen, und das obwohl es eine direkte Antwort auf diverse Anschuldigungen ist, werde ich diesen nun Online veröffentlichen. Ich muss dazu sagen, dass ich schwer enttäuscht bin von der sehr einseitigen Berichterstattung des Südkurier, die keine zweite Sichtweise zulässt.

    Als Beteiligter bei den Vorkommnissen in Dettingen, über die in dem Artikel berichtet wurde, möchte ich zu einigen Dingen Stellung nehmen.
    So ist auf der einen Seite ein Sachverhalt zu klären, der in dem Artikel nur vage beschrieben wird. Die erwähnte Kinderrutsche, welche sich am Samstagmorgen nach den Festlichkeiten im Graben wiederfand und vom Kabisland stammte, war nämlich, anders als ein normaler Leser erwarten würde, zum Zeitpunkt des Raubes allen Anscheins nach nicht mehr in Gebrauch. Sie stand, umwuchert von Brennnesseln, verlassen neben einem Wassergraben. Zusätzlich ist zu bemerken, dass entgegen den sonst sehr detaillierten und wohl recherchierten Informationen des Südkurier‘schen Journalismus, die Rutsche sehr wohl beschädigt war. Allerdings schon bevor wir sie von ihrem angestammten Ort entführten. Gewissermaßen wechselte also nur „Müll“ den Standort. Dass dieser nicht aufgeräumt wurde, ist selbstverständlich genauso zu verurteilen wie der Rest des Mülls auf dem Spielplatz.
    Auch gegen die Verwendung des „Oberteils eines Tierkäfigs“, obwohl dieser „Käfig“ bisher nur Shampoo-Flaschen im Zaum hielt, aus dem Privatbesitz einer Teilnehmerin des Grillfests spricht eigentlich nichts, wie es eventuell in dem Artikel suggeriert werden könnte. Aus Mangel eines vorinstallierten Grillrosts, griff besagte junge Frau zu dieser Lösung. Not macht erfinderisch.
    Des Weiteren möchte ich das Verhalten des Herrn Ortsvorstehers Roger Tscheulin ansprechen. Laut eigener Aussage beobachtete er uns beim Durchqueren der Ortschaft, suchte jedoch, obwohl ihm unser Verhalten offenbar missfiel, nicht das Gespräch mit uns, sondern entschied sich gleich dazu, die Polizei zu rufen. Warum tat er es nicht Oberbürger Horst Frank gleich, der das Gespräch mit Jugendlichen an der Seestraße als einen Schritt in Richtung Lösung des Konflikts empfand. Insofern verständlich, als dass ihm unser Verhalten als „einigermaßen bedrohlich“ empfand.
    An diesem Punkt ist es vielleicht interessant, ein Ereignis vom Donnerstag den 28.04.11 zu erwähnen. Am besagten Tag, bzw. in der darauffolgenden Nacht, zog eine kleinere Gruppe Jugendlicher von Dingelsdorf über Oberdorf nach Litzelstetten. In Oberdorf legten sie eine Pause ein und unterhielten sich, nach eigener Aussage, in Zimmerlautstärke. Daraufhin verließ ein Anwohner erzürnt sein Haus und vertrieb die Jugendlichen. Er gab ihnen, nach Aussagen eines Augenzeugen, 3 Minuten Zeit den Platz vor seinem Haus zu verlassen, woraufhin die Jugendlichen sich auf den Weg machten. 10-20 Sekunden nachdem der Anwohner in sein Haus zurückgekehrt war, trat er jedoch, bewaffnet mit einem Bolzenschussgerät (welches aufgrund einer Treibladung ein Mündungsfeuer bei einem Abschuss produziert und damit leicht mit einer Pistole verwechselt werden kann) sowie mit einem großen schwarzen Hund und einem Freund, ebenfalls bewaffnet, das Haus und feuerte einen Warnschuss in die Luft. Die Polizei erreichte wenige Minuten später den Ort und leitete nach meinen Informationen Ermittlungen ein, selbst das Hinzurufen einer Spezialeinheit wurde von den Beamten in Erwägung gezogen. Der Südkurier berichtete nicht.
    Im Angesicht solchen Verhaltens ist der Kommentar eines Südkurier-Online Lesers „Ansonsten bleibt ja noch die Möglichkeit einer Bürgerwehr!“ zur Online-Version des angesprochenen Artikels mit Vorsicht zu betrachten. Dass der momentan herrschende Konflikt zwischen Jugendlichen und Bevölkerung älteren Alters schon so weit fortgeschritten ist, zeigt sich nämlich nicht nur in diesem Verhalten, sondern auch in Südkurier-Formulierungen wie „Jugendliche erobern Seestraße zurück“ (Überschrift eines Artikels neueren Datums).

    Doch im Gegensatz zu allen diesen Dingen steht natürlich außer Frage, dass das Grillfest am Freitag den 13. eskalierte und vieles nicht in Ordnung war, wie zum Beispiel das Hinterlassen des Müllbergs. Aber auch „arrogante, überhebliche und unsoziale“ „Anfang bis Mitte 20 Jahre alt[e]“ Abiturienten können sich entschuldigen. Und genau dies möchte ich hier im Namen aller Beteiligten bei der Gemeinde Dettingen tun.

    Lector_critico

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