Glasverbot in Konstanz: Und jährlich grüßt das Murmeltier

Jusos kritisieren Erlass des Glasflaschenverbotes – Mehr Freiraum für junge Menschen

Konstanz. „Jedes Jahr das gleiche Trauerspiel am Seeufer“, erklärt der Vorsitzende der Konstanzer Jusos, Jan Welsch, zum Glasverbot und die Debatte um zerbrochene Glasflaschen in der Seestraße und im Herosépark.  Die Jusos beziehen sich auf eine Mitteilung im Konstanzer Südkurier, in dem die Stadt am Donnerstag ein  Glasflaschenverbot für die Zeit vom 27. Mai bis zum 26. Juni angekündigt hatte.

Verbot löst Probleme nicht

„Wer ernsthaft glaubt, ein solches Verbot behebe die zweifelsohne bestehenden Probleme in den Uferzonen, der hat ein wahrhaft schlechtes Gedächtnis“, so Welsch weiter. So habe die Stadt Konstanz in den Jahren 2007 und 2009 schon einmal Alkohol- und Glasflaschenverbote wahlweise in der Seestraße oder im Herosépark erlassen – ohne die Probleme damit zu beheben. „Die Stadt hat unter Federführung ihres OBs munter die Probleme zwischen verschiedenen Orten in der Stadt verlagert, statt sie ernsthaft anzugehen.“

Jusos über Zeitpunkt überrascht

Über den Zeitpunkt des Erlasses zeigten sich die Jusos überrascht. Immerhin hätte die Stadt für den 6. Juni einen Runden Tisch zum Thema angekündigt, an dem sich alle Betroffenen Gehör verschaffen sollten. Welsch glaubt nun nicht mehr an einen Erfolg des Runden Tisches: „Wozu soll man denn noch über ein Thema diskutieren, wenn die Stadt ihrerseits das Ergebnis der Diskussion schon kennt? Der OB sollte sich an dem Versprechen seines grünen Parteifreundes Kretschmanns ein Beispiel nehmen.“ Dieser hatte in seiner ersten Regierungserklärung vor dem baden-württembergischen Landtag eine „Politik des Gehörtwerdens“ versprochen.

Freiraum für junge Menschen

Ferner fordern die Konstanzer Jusos eine deutliche Aufwertung des Geländes auf Klein Venedig. Die Einrichtung der beiden Feuerstellen seien zwar sehr begrüßenswert, sie seien aber nur ein erster Schritt. „Wenn wir dort einen Freiraum für junge Menschen schaffen wollen, dann muss dieser auch attraktiv sein und ausreichend Platz für verschiedene Gruppen bilden“, so Welsch weiter.

5 Kommentare to “Glasverbot in Konstanz: Und jährlich grüßt das Murmeltier”

  1. Schwimmerin
    26. Mai 2011 at 14:29 #

    Herr Welsch hat, mit Verlaub, keine Ahnung!

    In den letzten Jahren zeigt sich sehr wohl, dass das Glasproblem verringert wurde, wenn ein solches Verbot erlassen worden war.
    In den Sommermonaten schwimme ich täglich im Seerhein, mit Schwimmbrille. So sehe ich die Flaschen und Scherben und tauche sie raus. Vor dem ersten Glasverbot waren es täglich mehrere Flaschen, meist Bier- und Schnapsflaschen. Die Menge hat sich durch den Erlass des Glasverbotes merklich reduziert.

    Weniger nächtlich zerschlagenes Glas im Park und im Wasser bedeutet weniger Verletzungen!

  2. Matthias
    26. Mai 2011 at 15:21 #

    Der meiste Müll liegt Fastnacht in der Stadt. So viel, wie da in einer Woche zusammenkommt und auf Kosten aller Bürger entsorgt wird, fällt im ganzen Jahr nicht an der Seestraße oder im Herosépark an.
    Spaß – obwohl durchaus ernst gemeint – beiseite: Neue Verbote lösen tatsächlich das Problem wohl kaum. Was zu Recht von Anwohnern beklagt wird, sind auch jetzt schon Ordnungswidrigkeiten. Nur: Es fehlen die Kapazitäten seitens Polizei und Ordnungsamt sie zu verfolgen. Das wird beim Glasverbot nicht anders sein.

  3. Petra Meich
    26. Mai 2011 at 16:25 #

    Und wieder die Jusos!
    Werdet Ihr nun wieder die Wege mit roter Farbe beschmieren, wie letztes Mal?

    Das Traurige an Euch ist, dass Ihr immer so schön maulen könnt, aber irgendetwas selbst Handfestes habt Ihr zur Diskussion noch nicht beigetragen. Schade.
    Irgendwelche Freiräume schaffen. Ach ne. Wie viele noch?

    Wie @1 sagt: es fehlt die Kapazität Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen, denn Freiräume, mein lieber Herr Welsch, hören da auf, wo andere beeinträchtigt werden.

  4. Seerainer
    26. Mai 2011 at 18:39 #

    Seit 3 Jahren versuchen wir vor Ort auf die Alkohol konsumierende Jugendlichen einzuwirken, ihre Vodka und sonstige hardcore- Glasflaschen in die 600 ltr. Abfallbehälter der TBK zu entsorgen. Vor 4 Wochen haben wir drei 50 Ltr Kübel voll Glasscherben und Flaschen aus dem Seerhein gefischt, jetzt liegen schon wieder Flaschen und Scherben im Flachwasserbereich.
    Immer wieder verletzen sich Petershauser Bürger im Park und beim Baden an diesen Scherben .
    Wenn hunderte alkoholisierter junge Leute den öffentlichen Raum Seestraße und Seerhein als ihre persönliche Partymeile betrachten auf der unbegrenzt gelärmt, gemüllt und glasgekracht werden kann, hat das absolut nichts mehr mit Freiraum zu tun. Denn diese eingeforderte Freiheit geht auf Kosten anderer Menschen! Hier müssen mit einem nächtlichen bußeversehenen Glasverbot ganze klare Grenzen aufgezeigt werden. Ein Kuschelkurs mit alkoholvernebelten Jugendlichen nutzt nach unseren Erfahrungen nichts. Wenn die Jusos das nicht begreifen, sind sie nicht politikfähig!

  5. Marusha
    27. Mai 2011 at 11:47 #

    Vielleicht hat ja auch Frau Schwimmerin keine Ahnung.
    2009 hatten wir diese Verbotsorgie zum letzten Mal und was ist passiert?
    Nach dem Erlass der Verbote am Seerhein ging der Ärger eben auf dem Schänzle-Arreal weiter: http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Klagen-ueber-neue-Partymeile-am-Schaenzle-nehmen-zu;art372448,3869348,2-pg1

    Das ist irgendwie schon logisch, dass sie keine Scherben mehr am Seerhein gefunden haben, die waren dafür dann wo anders anzutreffen. Oh heiliger St. Florian, verschon‘ mein Haus, zünd‘ andere an!

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