Graf-Zeppelin-Haus wird ein Viertel Jahrhundert alt

Friedrichshafener sagten 1980 bei einem Bürgerentscheid ja zum GZH – 7,2 Millionen Besucher seit Eröffnung

Friedrichshafen. Das Graf-Zeppelin-Haus feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Am 17. Oktober 1985 wurde das Kultur- und Congresszentrum direkt am Ufer des Bodensees eröffnet. Am 17. Oktober 2010, also genau 25 Jahre später, lädt die Stadt Friedrichshafen die Bürgerinnen und Bürger zum Jubiläumsabend ein.

Kulturstadt Friedrichshafen

„Es war eine zukunftsweisende Entscheidung, das Graf-Zeppelin-Haus direkt am Ufer der Bodensees und mit viel Platz für viele Zwecke zu bauen“, lobte Bürgermeister Peter Hauswald die damaligen Entscheidungen. Auch wenn das „Jahrhundertprojekt“, so Hauswald weiter, zu Beginn nicht ganz unumstritten war, ist es heute ein Haus für „alle“ geworden, das von Vereinen, Institutionen und Betrieben gerne genutzt wird. „Das Gesicht des Hauses wird auch stark durch die Kultur geprägt“, so Winfried Neumann, Leiter des Kulturbüros. Friedrichshafen habe sich, so Franz Hoben, stellvertretender Leiter des Kulturbüros, zu einer wichtigen Kulturstadt zwischen München und Zürich entwickelt.

Geschichte des Hauses

„Ein Haus für alle, mitten im Grünen, offen zum See und zur Sonne“ so stand es in der Eröffnungsdokumentation 1985. Auf den Weg gebracht wurde das „Jahrhundertprojekt“ vom damaligen Oberbürgermeister Martin Herzog. Eröffnet hat es schließlich am 17. Oktober 1985 der damalige Oberbürgermeister Bernd Wiedmann. Zu dem geworden, was es heute ist, nämlich das Kultur- und Congresszentrum in Friedrichshafen und am nördlichen Bodenseeufer, wurde es unter der Ägide von zwei Direktoren: Udo Haupt als Verkehrsdirektor der Stadt Friedrichshafen, der die ersten Jahre des GZH begleitete und Tourismusdirektor Dietmar Philipp, der das Haus erfolgreich bis in die heutige Zeit geführt hat und es noch immer tut.

Holpriger Beginn gegen Widerstände

Zwölf Jahre lagen zwischen den Beginn der Planungen und der Eröffnung am 17. Oktober 1985. Damals war der Bau des Graf-Zeppelin-Hauses bei den Bürgern und in der Politik nicht unumstritten. Nach den ersten Planungen folgte am 23. März 1980 der Bürgerentscheid, bei dem sich 11.438 Bürgerinnen und Bürger für das GZH entschieden. Danach wurde der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan gefertigt und das Baugesuch beim Regierungspräsidium Tübingen eingereicht. Es wurde ein Normenkontrollverfahren beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim durchgeführt und von dort die Normenkontrollklage abgewiesen. Damit war der Weg frei. Der Bebauungsplan war rechtskräftig und der erste Spatenstich am 6. Februar 1982 konnte gemacht werden. Am 2. Oktober 1982 wurde der Grundstein gelegt und am 21. Oktober 1983 Richtfest gefeiert. Etwa zwei Jahre später, am 17. Oktober 1985 wurde das Haus eingeweiht.

Es war eine Jahrhundertbaustelle

Es war eine „Jahrhundertbaustelle“: 130.000 Kubikmeter Erde wurde ausgehoben, 7.300 Quadratmeter Fläche wurde überbaut und 840 Bohrpfähle mit einer Länge von insgesamt zwölf Kilometer wurde eingerammt. Der tiefste Punkt des Hauses liegt 8,80 Meter unter dem Wasserspiegel. Die Kosten beliefen sich auf rund 52 Millionen Euro.

32.000 Veranstaltungen seit der Eröffnung

Vor der Eröffnung wurden für die Auslastung des Hauses etwa 600 bis 700 Veranstaltungen mit 150.000 bis 175.000 Besuchern jährlich prognostiziert. Dieses Ergebnis wurde in den vergangenen 25 Jahren weit übertroffen. Seit der Eröffnung fanden insgesamt rund 32.000 Veranstaltungen mit bislang etwa 7,2 Millionen Besuchern statt. Dies entspricht einem Besucherdurchschnitt von jährlich 290.000 Gästen bei weit über 1000 Veranstaltungen. Damit wurden die Erwartungen von 1985 an das Haus weit übertroffen.

Sechs Millionen Euro für Modernisierung

Heute hat sich das Graf-Zeppelin-Haus weit über die Grenzen Friedrichshafens und den Bodenseekreises hinaus einen anerkannten Namen gemacht. Damit das so bleibt, beschloss der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen vor einigen Jahren, sechs Millionen Euro in die Hand zu nehmen und in die Zukunft des Hauses für Modernisierungsmaßnahmen bis Ende 2012 zu investieren. Diese Maßnahmen machen es möglich, dass die bisherige Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann.

Herausragende Serviceleistungen wurden ausgezeichnet

1999 wurde es mit dem Europäischen Marketing- und Innovationspreis für die hervorragende Marketingkonzeption und die herausragenden Serviceleistungen ausgezeichnet. 2006 wurde das Graf-Zeppelin-Haus in den Kreis des deutschen Marketing-Netzwerkes „Congress Allianz“ aufgenommen, einem Netzwerk von zehn deutschen Veranstaltungszentren, die sich aufgrund vergleichbarer Qualitätsstandards dem Empfehlungsmarketing verschrieben haben.

25 Jahre GZH

Daten, Fakten, Ergebnisse

Bauablauf:

10/1977 – 02/1978 Architektenwettbewerb

(1. Preis Architekturbüro Breuning aus Stuttgart)

03/1980 Bürgerentscheid

06/1981 Baugenehmigung

01/1982 Baubeginn

10/1983 Richtfest

10/1985 Einweihung/Eröffnung

Baudaten:

Baugrundstück 23.400 m²

Überbaute Fläche 7.300 m²

Erdaushub 130.000 m³

Nutzflächen über 30.000 m²

tiefster Punkt (unter Wasserspiegel) 8,80 m

840 Bohrpfähle wurden gesetzt (insgesamt 12 km Länge)

Kosten insgesamt rd. 52 Mio. Euro

davon für Bau und Erschließung rd. 39 Mio. Euro

Rechts-/Betriebsform:

Stiftungsbetrieb

Fiskalische Sollvorgabe: 60 : 40

jährlich mindestens 60 % der Flächen müssen gemeinnützig belegt werden; kommerzielle Flächenbelegung jährlich nur bis 40 %

Infrastruktur des GZH („Haus der kurzen Wege“)

Vier flexible Säle (HES/TKS bis 1.500 Personen in Reihenbestuhlung, 990 Personen Bankett und 660 Personen parlamentarisch)

Neun Konferenzräume (bis knapp 100 Personen)

Zwei Foyers und 2 Eingangshalle

Eigene angeschlossene Gastronomie

Eigene Tiefgarage mit 3 Parkdecks mit rd. 450 Stellplätzen

Modernste Veranstaltungstechnik

Belegungsergebnisse:

vor Eröffnung: 600 bis 700 Veranstaltungen jährlich mit jährlich zwischen 150.000 und 175.000 Besuchern

Ergebnis nach 25 Jahren: insgesamt rd. 32.000 Veranstaltungen mit bislang rd. 7,2 Mio. Besuchern

entspricht jährlich durchschnittlich weit über 1.000 Veranstaltungen mit jährlich durchschnittlich 290.000 Besuchern

Besucher-Persönlichkeiten:

Im Laufe der Jahre waren viele Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, von Funk und Fernsehen Gast im GZH: alle Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundes- und Landesminister

Informationen zum „Jubiläumsabend“

am Sonntag, 17. Oktober 2010 – dem Tag der Eröffnung des GZH vor genau 25 Jahren

Ein öffentlicher bunter Abend mit viel Comedy, Plauderei und anschließendem „Bürgerumtrunk“

Die Kosten dieses Abends werden von der Stadt Friedrichshafen und mit Unterstützung durch den Gastro-Partner Föhr getragen

Beginn: 18.30 Uhr

Moderation: Walter Rundel

Programm:

A Capella-Gruppe F.I.T.A. aus Friedrichshafen-Ailingen

Live-Comedy mit Bernd Kohlhepp, alias „Hämmerle“

Schwäbischer Mundarthumor mit „Die Drei vom Dohlengässle“

Gesprächsrunde 1:

OB Andreas Brand

Ex-OB Prof. Martin Herzog

Zwei „Zeitzeugen“ (Heinz Schaack, Karl Heinz Mommertz

Architekt Hartmut Breuning

Gesprächsrunde 2:

Winfried Neumann (Kulturbüro)

Dietmar Philipp (AfT/GZH)

Gesprächsrunde 3:

Walter Münich und Dr. Hermann Dollak (Partner Kultur)

Karlheinz König/EVVC, Klaus Wellmann/Messe

und Gerhard Stübe/Bregenz (Partner Bereich

Tagungen und Kongresse)

Anschließender „Bürgerumtrunk“ im Foyer.

Ein Kommentar to “Graf-Zeppelin-Haus wird ein Viertel Jahrhundert alt”

  1. Bruno Neidhart
    6. Oktober 2010 at 10:13 #

    25 sind ja nun gar nichts! Das „Pendant Konzil“ in Konstanz wurde 1388 gebaut! „Honi soit qui mal y pense“……

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