Großer Bahnhof in Konstanz 2014 auf Bahnhofsbaustelle?

Oberbürgermeister Horst Frank sorgt sich um Fertigstellung des Konstanzer Bahnhofes – Die Bahnhofsuhr läuft

Konstanz. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank fürchtet, dass der Konstanzer Bahnhof nicht bis zum Konziljubiläum fertig werden könnte. In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube forderte der OB den barrierefreien Umbau des Konstanzer Bahnhofs. Der Bahnhof sei die „Visitenkarte“ der Stadt. Wenn 2014 die Europäische Kommission und das Bundeskabinett in Konstanz tagen sollten, soll er fertig sein, bittet Frank.

Bahnhof muss 2014 fertig sein

Von 2014 bis 2018 feiert die Stadt Konstanz ihr Konziljubiläum. Anlässlich 600 Jahren Konstanzer Konzil ist eine große Landesausstellung angekündigt, internationale wissenschaftliche Symposien und kirchliche Veranstaltungen sind geplant. 2014 tagt voraussichtlich das Bundeskabinett in der Stadt zum See und auch die Europäische Kommission wäre in Konstanz gern gesehen. Jetzt fürchtet der Oberbürgermeister, dass der Zug für den Konstanzer Bahnhof bis 2014 noch nicht abgefahren sein könnte – und Konstanz seine Gäste durch enge, schmuddelige Treppenaufgänge und Unterführungen schicken muss.

Barrierefreie Zugänge zu Bahnsteigen

Das historische Bahnhofsgebäude ist zwar saniert. Die Bahnsteige und Zugänge sind es aber noch nicht. Während für Stuttgart 21 viele Milliarden Euro bereit stehen, sieht es für 66 andere Bahnhöfe und Haltepunkte in Baden-Württemberg mau aus. Für barrierefreie Zugänge zu Bahnsteigen und Bahnsteigerhöhungen sowie Bahnsteigmordernisierungen stünden gerade einmal 117 Millionen Euro zur Verfügung, schrieb Frank unlängst an Grube. Der Oberbürgermeister erklärte, dass sich Konstanz mit immerhin 1,3 Millionen Euro beteiligen werde. Angesichts dieser erheblichen kommunalen Mitfinanzierung für originäre Infrastrukturkosten der Bahn erwartet der OB offenbar wenigstens, dass der Bahnhof rechtzeitig zum Konziljubiläum fertig wird.

Durchgang zum See und den Schiffen

Konstanz möchte, dass die Unterführung zum Hauptbahnsteig von schmalen drei Metern auf sechs Meter verbreitert wird und vom Mittelbahnsteig bis zum Hafengelände verlängert wird. Bahn-, Schiffs- und Busverkehr wären in Konstanz dann optimal miteinander verknüpft. Die Unterführung mit behindertengerechten Zu- und Abgängen soll unbedingt bis 2014 fertig sein. Angeblich sei dieser Fertigstellungstermin gefährdet – wenigstens schreibt das der OB an Grube.

Moderner Bahnhof für Konstanz

Konstanz pocht darauf, auch weil die Bevölkerung älter wird und Treppenaufgänge zum Problem werden. Außerdem steigt die Frequenz auf dem Bahnhof. Eine durchgehende schnell Verbindung nach St. Gallen und weiter nach Stuttgart könnte Bahnfahren auch für Konstanzer attraktiver machen. Immerhin versprechen zumindest die Befürworter von Stuttgart 21 vor der Volksabstimmung am 27. November, dass auch die Gäubahn, also die Zugstrecke zwischen Singen und Stuttgart, ausgebaut wird. Attraktiv ist Bahnfahren bereits auf der Seehasstrecke, der S-Bahn, und nach Zürich sowie zum Züricher Flughafen. Nicht auszudenken wäre es, wenn die Reise spätestens 2014 in Konstanz auch noch auf einem modernen, barrierefreien Bahnhof mit akzeptabler Aufenthaltsqualität beginnen und enden würde.

2 Kommentare to “Großer Bahnhof in Konstanz 2014 auf Bahnhofsbaustelle?”

  1. dk
    18. November 2011 at 08:50 #

    … Konstanz pocht darauf, auch weil die Bevölkerung älter wird und Treppenaufgänge zum Problem werden. …

    Dem kann man zustimmen: alte Leute bevorzugen eher Fahrdienste, Fahrstühle und kurze Wege, wodurch man sie praktisch als „(schwer) Gehbehinderte“ einstufen kann. Wenn es also nur Fahrradwege und Fussgängerzonen gibt, verkleinert man ihren Lebensraum.

    Eine Orthopädie-Praxis in der Innenstadt kann u.U. nicht mehr erreichbar sein, ebenso Ärzte in grossen Seerhein-Center in Petershausen. Wettbewerbs-Vorteile hat eine Orthopädie-Praxis im Industriegebiet mit ausreichenden Parkplätzen.

    Beim Abholen einer gehbehinderten Rentnerin hatte man eine Schreck-Sekunde erlebt: vor der Arztpraxis
    stand ein grosser Notfallwagen, der allerdings nur einen älteren Mann im Gipsbein nach Hause fahren sollte. Die Zahl der grossräumigen Transportautos mit mobilen Rollstühlen dürfte auch in KN steigen.

    Der Neid auf Dachterrassen-Bewohner in der Altstadt hält sich daher in Grenzen; man hält Keller-Wohnungen für zukunftssicherer.

  2. Wo.Becker
    18. November 2011 at 18:17 #

    Die Mitglieder der Europäischen Kommunsion und die des dann gültigen Bundekabinettes werden sicher nicht mit dem Zug anreisen, wenn sie überhaupt nach Konstanz kommen sollten.

    Auch werden sie sich nicht den Bahnhof anschauen wollen…

    Für wehn ist also der Umbau des Bahhofes?

    Richtig für die Bürger und deren Gäste

    und die sind nicht erst ab 2014 in Konstanz.

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