Grün machte Lust auf grünes Überlingen

Oberbürgermeisterin sagte für Pfingstsamstag aus terminlichen Gründen ab

Überlingen (wak) Am Montag hat der Überlinger Anwalt Hermann Josef Faupel, der sich in der Initiative zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt engagiert, ein positives Fazit der Aktion „grünes Überlingen“ gezogen. Dass ein Umdenken in Überlingen nötig ist, zeigte sich auch an den beiden Pfingstfeiertagen, als der Verkehr still stand und sich lange Schlangen bildeten.

Demo mit 50 Kübelpflanzen

Mit 50 Pflanzkübeln hatten Überlinger Verkehrsaktivisten am Pfingstsamstag die Gehwege in der Franziskanerstraße bestückt. Die Aktivisten sperrten kurzerhand für Autos illegale Stellplätze auf Trottoirs und demonstrierten mit ihrer Aktion so zu sagen unübersehbar für eine höhere Aufenthaltsqualität in der Überlinger Innenstadt. Oberbürgermeisterin Sabine Becker hatte den Initiatoren zuvor abgesagt.

Oberbürgermeisterin sagte ab

Sabine Becker schrieb an Fraupel: „Vielen Dank für Ihre Einladung zur Aktion Grüne Franziskanerstraße am 22. Mai 2010. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Leider bin ich jedoch seit längerem anderweitig terminlich gebunden, so dass ich nicht mit dabei sein kann. Ich möchte Ihnen herzlich für Ihren Einsatz danken.“

Passanten begeistert vom Grün

Auch, wenn die Oberbürgerin mit ihrem Sofa in der begrünten Franziskanerstraße fehlte, standen andere sogar plüschigere rote Sofas in der Straße. Wer mochte, ließ sich für einen Plausch nieder. In Richtung Rathaus sagte Faupel am Montag: „Warten wir  also  auf  das angebotene  Zwiegespräch im ,Dialog’“. Die Entschuldigung der Oberbürgermeisterin akzeptierte er ohne Wenn und Aber. Faupel war auch so mit dem Verlauf am Samstagmorgen zufrieden: Die Hausbesitzer und Passanten, die während der Aktion grün in der Franziskanerstraße unterwegs waren, zeigten sich mehrheitlich begeistert vom Grün in Kübeln. Angetan von der Aktion war spontan offenbar auch CDU-Stadtrat Ulrich Krezdorn.

Pfingsten zeigt Dringlichkeit der Problemlösung

Pfingsten habe gezeigt, dass ein Park-Leit-System fehle, so Faupel. Nachdem der Verkehr in Haupteinfallstraßen wie der Aufkircherstraße und der Lippertsreuter Straße zum Stillstand kam, sieht sich auch die Initiative zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt bestätigt. Weiterhin kämpft die Bürgerinitiative für eine Verringerung des Verkehrs und fordert mehr Rücksicht auf schwache Verkehrsteilnehmer. Erneut weist Faupel darauf hin, dass es Rollstuhlfahrer auf zugeparkten Gehwegen schwer haben. Auch die Situation für Fahrradfahrer sei in Überlingen nicht gut gelöst. Offenbar umfahren immer mehr Radfahrer die gesperrte Münsterstraße und wollen in Höhe der Pfarrhofstraße die Franziskanerstraße queren.

Fotos: Initiative zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt

3 Kommentare to “Grün machte Lust auf grünes Überlingen”

  1. sparring
    25. Mai 2010 at 17:04 #

    G r ü n m a c h t L u s t ?

    Vor rund 3 Wochen trafen sich über 300 Überlinger Bürger im Kursaal, um zusammen mit der Stadtverwaltung über den Verkehr in der Stadt und über mehr „Bürgerbeteiligung“ an den Entscheiden zu diskutieren.

    Jetzt wird wieder einmal sehr einseitig und massiv (wie schon 2008) von einer Handvoll „älterer Herren“ persönlicher Einfluß genommen auf die künftige Verkehrsplanung, über die doch eigent-lich lt. Absprache mit der Stadt erst nach moderierten gemein-
    samen Gesprächen (von Juni bis Oktober 2010) demokratisch abgestimmt werden sollte.

    Das ist in meinen Augen purer Egoismus. Es ist erschreckend, daß von dieser sogen. Mini-Initiative Moralansprüche immer nur bei anderen angelegt werden. Diese Minis haben selbst noch nie eigene konkrete Vorstellungen darüber auf den Tisch gelegt, wie denn eine ausgeglichene Verkehrsführung in Überlingen aussehen soll, (in welchen Schritten, in welcher Zeit, zu welchen Kosten). Und wo die bei ihnen ausgesperrten 8.000 Kfz letzt-
    endlich denn bleiben sollen. Ein echtes Armutszeugnis !

    Diese Gruppierung (Betreiber von nur wenigen Geschäften und Beratungsbüros) wollen sich nicht mit allen anderen Menschen vergleichen lassen. Nein, sie empfinden sich als die besseren und wichtigeren Bürger, die logischerweise höhere Ansprüche an ihr Umfeld stellen dürfen.

    Wo leben wir denn ? Sind wir in einer Bananenrepublik, in der sich eine Handvoll selbst auserwählter Leute alles erlauben darf ? Bitte zurück auf den Boden von Gleichheit und Demokra-tie, denn neben den „Minis“ gibt es Zehntausende anderer Überlinger, die sich auch Ruhe wünschen. Mehr Sicherheit für ihre Kinder vor der eigenen Wohnung und mehr Gewißheit, daß sie vielleicht mal vor 24 Uhr, wenn in den Wohngebieten endlich
    Verkehrsstille eingekehrt ist, ruhig einschlafen können.

    Liebe Überlinger, hört bei den o.g. „Lautsprechern“ ganz genau hin ! Bevor auch die letzten Wohngebiete vermarktet werden.

    — sparring —

  2. H.J.Faupel
    27. Mai 2010 at 18:21 #

    Eine Antwort auf die vorangehende Meinungsäußerung, die nach Auffassung vieler Mitbürger nur den Urheber erkennbar macht, nicht sein Interesse am Gemeinwohl:

    “ Sehr geehrter Herr Faupel,

    ich gratuliere Ihnen und
    Herrn Fuchs zu Ihrer wirklich gelungenen Aktion am letzten Samstag mit den Blumenkästchen in der Franziskaner Straße !

    Wir waren ganz begeistert, endlich einmal keine parkenden Autos gehfauler Mitbürger sondern schöne Pflanzen dort zu sehen !

    Wir hoffen sehr, dass Sie sich mit Ihren Ideen durchsetzen, aber wie ich gestern im PR las, gibt es in Überlingen mittlerweile wohl 12 Bürgerinitiativen zum Thema Verkehr, sodass sich in Zukunft möglicherweise wieder nur Kompromisse durchsetzen lassen.

    In unseren Augen sollte die gesamt Altstadt, also: Franziskaner Str. , Münsterstr., Hafenstr.und die westwärts führenden Straßen bis zum Bad Hotel ( mir fallen gerade die Namen nicht ein ) zur Fußgängerzone umfuntioniert werden ! Einzige Ausnahme: Warenverkehr für die Geschäfte ( Herr Fuchs braucht seine Medikamete ) und für kurze Zeit Hotelgäste zum Be- und Entladen ihrer Koffer ( wenn man die langen Wege bedenkt, die Flugreisende in Stuttgart oder Frankfurt mit ihrem Gepäck zurück legen müssen, könnte auch dieses Klientel mit ihren PKW aus der Stadt verbannt werden ). Busse haben m.E. am Landungsplatz überhaupt nichts verloren ! Es reicht völlig der obere Busbahnhof.

    Hauptproblem ist, glaube ich, die Bewegungsfaulheit vieler Bürger. Es stehen um die Altstadt herum drei große Parkhäuser, von denen man in weniger als 5 Minuten an alle Plätze der Altstadt kommt, selbst ältere Bürger mit Gehstock oder Rollstuhl.

    Und nicht nur Oberstorf, welches wir auch gut kennen, hat das Verkehrsproblem gut gelöst, sondern auch Städte wie Schwäbisch Hall oder Konstanz ! Das Verkehrsproblem in der Überlinger Altstadt wird auch nicht durch Verlegenheitslösungen wie das T-Model oder andere Ideen gelöst, sondern in unseren Augen ausschließlich durch die totale Verbannung von PKW, Bussen und Motorrädern ( Ausnahme: s.o. ) !

    Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitstreitern daher viel Erfolg und weiterhin solch tolle Ideen wie am letzten Samstag !

    Mit freundlichem Gruß,

    ………………“

    H.J.Faupel

  3. loewe
    27. Mai 2010 at 21:10 #

    Gratulation an die Verkehrsaktivisten, die tatsächlich auch schon erkannt haben, dass Überlingen ein Parkleitsystem benötigt. Tolle Leistung! Gibt es außerdem auch Ideen, die der Gesamtstadt weiterhelfen oder kümmern sich diese Leute etwa auch nur um Ihre eigenen und persönlichen Vorteile, wie die Bergmänner-Initiative?
    Eine totale Sperrung der Innenstadt (ohne Ost-/West Verbindung) hat katastrophale Auswirkungen nahezu auf die kompletten Wohngebiete in Überlingen. Überlingen besteht nicht nur aus einer Hauptgeschäftsstraße, sondern hier leben auch noch Menschen und Familien. Darüber sollte sich diese Initiative dringend mal Gedanken machen!

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