Grüne Hochschulgruppe lädt zu Kundgebung zum Ende des Konstanzer Glasverbots

Am Samstag Aktion im Herosépark – Studierende laden auch Anwohner und Nachtwanderer ein

Konstanz. Nach dem Ende des Glasverbots veranstaltet die Grüne Hochschulgruppe eine Kundgebung im Herosépark. Mit der Veranstaltung „Zusammen in Konstanz – Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Glasflaschen“ fordern die Studierenden alle Beteiligten dazu auf, Lösungen zu finden, um den öffentlichen Raum gemeinsam zu nutzen. Die Kundgebung findet am Samstag, 4. August, von 19 bis 20 Uhr im Herosépark an der Fahrradbrücke statt. Angefragt sind auch Anwohner.

Déjà Vue am Konstanzer Seerhein

So ein bisschen wirkt die Ankündigung der Kundgebung wie ein Déjà Vue: Anwohner gegen Parknutzer, Badende gegen Feiernde, friedliche Parknutzer gegen wenige Störer und Nachtwanderer, die Jeanne d’Arc der jugendlichen Parknutzer, gegen den Rest der Beteiligten. Später kamen dann runde Tische und Unterschriften. Am Ende, nachdem die Argumente im Wesentlichen ausgetauscht waren, stand das Verbot. Endlich ist der Sommer da und der Seerhein einer der beliebtesten und bevorzugten Badeplätze. Viele Scherben liegen nicht im Wasser.

Ziemlich friedlich am Seerhein

Mittlerweile gibt es einen Biergarten und viele neue Häuser. Die Hofgärten sind nicht mehr Grenzland zu menschenleeren Industriebrachen mit temporärer Grillstelle am Seerhein, die sogar vielen Jugendlichen zu abgelegen war. Die soziale Kontrolle ist größer geworden. Am Abend, wenn die Slackliner ihre Gurtbänder wieder eingepackt und die Badenden ihre Handtücher zusammengelegt haben, beginnt ein bisschen Party auf den Stufen bei der Bischofsvilla. Ein paar Bierflaschen stehen herum. Lauter als in der Altstadt, wo die Kneipen ihre Gäste bis Mitternacht draußen bewirten und Straßenmusikanten ihre Konzert geben, ist es bei der Stadt am Seerhein auch nicht.

Kundgebung mit Glasflaschen

Trotzdem sieht die Grüne Hochschulgruppe Handlungsbedarf. „Bei der Kundgebung sollen alle Interessen zu Wort kommen“, heißt es in einer Medienmitteilung der Grünen Hochschulgruppe. So werden nicht nur Wohnhaas und ein weiterer Vertreter der Grünen Hochschulgruppe sprechen, zu Wort kommen sollen auch Vertreter der Anwohner sowie die Nachtwanderer, die von ihren Erfahrungen zu berichten. Außerdem wollen die Kundgebungsteilnehmer demonstrativ aus Glasflaschen trinken, um zu beweisen, dass ein „verantwortungsvoller Umgang mit Glas“ problemlos möglich sei. Das klingt ein bisschen albern – selbst Kita-Kinder können problemlos aus einem Glas trinken und aus Glasflaschen nachschenken.

Mediation – wer hat Lust?

Die Grüne Hochschulgruppe erklärte, sie halte nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre eine professionelle Mediation für zwingend notwendig und biete auch ihre Mitarbeit an: „Wir bringen gerne ein Konzept ein, dass auf ehrliche Diskussionen setzt und in anderen Städten, wie Berlin-Kreuzberg und Zürich, erfolgreich eingesetzt wurde. Verbote helfen uns nicht weiter, wir müssen gemeinsam eine Lösung zur gleichberechtigten, friedlichen Nutzung des Bodenseeufers finden.“ Alles noch einmal zurück auf null? Wer sich im Herosépark oder am Schänzle aufhält, will nicht diskutieren, sondern sich erholen und entspannen. Das zeigte sich übrigens auch zu Beginn des Sommers, als Stadt, Polizei und Nachtwanderer die besten Plätze am See und Seerhein mit Infomaterial abklapperten.

Geld für Klage an Jugendprojekte

Eine gute Nachricht aber haben die Grünen in jedem Fall zu vermelden. Nach dem Spendenaufruf der Grünen Hochschulgruppe hatten sowohl lokale Unternehmen als auch Privatpersonen die Klage gegen das Glasverbot unterstützt. Dieses Geld werde nach dem Erfolg der Klage nicht benötigt und wird nun Jugendarbeitsprojekten in Konstanz zugute kommen. An wen das Geld geht, möchte die Grüne Hochschulgruppe während der Veranstaltung bekannt geben.

Schilder sind bereits weg

Das Glasverbot in Konstanz ist durch die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim für rechtswidrig erklärt worden. Die Stadt Konstanz hat bereits die Schilder abmontiert und verzichtet auf Kontrollen, da auch vor der Zustellung des Urteils eine Vollstreckung des Glasverbots rechtswidrig wäre, so die Studierenden.

Stadt unvorbereitet und ohne Daten

Während des Prozesses konnte die Stadt keine Verletzungen durch Glasscherben belegen. Auch einen Rückgang des Müllaufkommens in der Zeit des Glasverbots konnte die Stadt nicht nachweisen. „Das zeigt, dass ein befürchtetes Scherbenmeer nach dem Ende des Glasverbots nicht kommen wird. Dennoch ist eine Befriedung der Situation nötig, da niemand die Konflikte zwischen ParknutzerInnen und AnwohnerInnen leugnen kann“, so Kläger Benjamin Wohnhaas.

Ein Kommentar to “Grüne Hochschulgruppe lädt zu Kundgebung zum Ende des Konstanzer Glasverbots”

  1. B. Lange
    2. August 2012 at 13:32 #

    Nein, Konstanz braucht keine Mediation.
    Wir haben eine Umweltschutz- und Polizeiverordnung. Wenn sich alle im respektvollen Miteinander daran halten, ist alles gut.

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