Grüne über Bohrtürme am Bodensee

Infoveranstaltung zur Gewinnung von unkonventionellem Erdgas in der Bodenseeregion

Konstanz. Am Bodensee hat sich das britische Unternehmen „3Legs Resources“ Claims für die Suche nach unkonventionellen Gasvorkommen gesichert. Betroffen wäre auch das Gebiet um Konstanz und Singen. Der Umweltausschuss des Landtags hat sich vor wenigen Wochen einstimmig gegen Erdgasbohrungen am Bodensee ausgesprochen. Allerdings ist das rechtlich nicht bindend. Ein Bohrantrag wurde vom britischen Unternehmen bisher noch nicht gestellt. Bislang wertet die Firma nur Daten aus. Was Ergasbohrungen zur Folge hätten, ist am kommenden Donnerstag, 24. März, um 20 Uhr Thema bei einer Wahlveranstaltung der Grünen.

Blogger über Fracking-Verfahren

Der Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann, Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Konstanz, und Udo Engelhardt, Grüner Landtagskandidat im Wahlkreis Singen, laden zu der Infoveranstaltung in den Treffpunkt Petershausen in Konstanz ein. Der Experte und Blogger Jörn Krüger wird dort das umstrittene Fracking-Verfahren und seine möglichen umweltgefährdenden Auswirkungen vorstellen. Krüger unterstützt die Interessengemeinschaften „Gegen Gasbohren“ im Münsterland.

Lizenzen seit zwei Jahren vergeben

Bereits 2009 wurden an das britische Unternehmen „3Legs Resources plc. Company“ zwei Lizenzen zur Erkundung von unkonventionellem Erdgas in Baden-Württemberg vergeben. Beide Erkundungsgebiete befinden sich direkt in der Bodenseeregion. Der Grüne Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann fordert nun, die Öffentlichkeit sowie die betroffenen Kommunen über das geplante Erkundungsverfahren zu informieren: „Es kann nicht sein, dass seit beinahe zwei Jahren die Lizenzen zur Erkundung der Bodenschätze in der Bodenseeregion vergeben sind und weder die Gemeinden noch die Öffentlichkeit über die Planungen informiert wurden“, so Lehmann.

Landespolitiker möchten keine Bohrungen

Der Umweltausschuss im Landtag hat geschlossen gegen Erdgas-Bohrungen am Bodensee gestimmt. Die Risiken für den Trinkwasserspeicher seien zu groß. Deswegen ist es politisch nicht gewollt, dass in der Bodensee-Region gebohrt wird. Der Bodensee müsse für Erdgas-Bohrungen eine „Tabuzone“ sein, hatte der Ausschussvorsitzende und Ex-Umweltminister Ulrich Müller (CDU) aus dem Bodenseekreis gesagt. Das Problem: Rechtlich bindend ist der Appell des Ausschusses nicht.

Umstrittenes Verfahren Fracking

Fakt ist bis auf Weiteres: Das britische Unternehmen, das noch bis 2012 eine Such-Lizenz hat, könnte weiterhin einen Antrag auf Sondierungsbohrungen mit der umstrittenen „Fracking“-Methode stellen. „Hydraulic Fracturing“, genannt Fracking, Fracing oder auch Fraccing, ist, wie Jörn Krüger in seinem Blog schreibt, das umstrittenste Verfahren zur Förderung von unkonventionellem Erdgas. Am Bodensee lagert das Erdgas nicht in unterirdischen Blasen, die man „anzapft“, sondern es ist in sehr tief gelegenen Gesteinsschichten gebunden. Bei der Förderung könnte es Risse in der Erdoberfläche oder Verunreinigungen des Trinkwassers geben.

Hier geht es zu einem Blogbeitrag über Fracking.

Hier geht es zu einem Beitrag des Schwäbischen Tagblatts über Erdgasbohrungen am Bodensee.

Foto: Screenshot http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/

 

4 Kommentare to “Grüne über Bohrtürme am Bodensee”

  1. TB
    22. März 2011 at 08:35 #

    War ja klar: Auch dagegen sind die Grünen. KKW abschalten und den Energiebedarf anderweitig decken. Hört sich gut an und gibt den ganz großen Applaus. Aber nach Erdgas bohren? Und womöglich vor dem eigenen Reihenhäuschen? Niemals! Eine wirklich lustige Partei ist das.

    Aber da die Grünen ja mittlerweile die Partei der Besserverdiener geworden sind, macht das nichts. Wird der Strom auch noch so teuer, man kann es sich leisten! Notfalls schraubt man sich ein paar Solar-Paneele auf’s Eigenheimdach. Die Einspeisevergütung zahlen einem dann diejenigen Stromkunden, die es sich am allerwenigsten leisten können. Bravo! Und so einer Partei wird bei jedem Auftritt sektenmäßiger Applaus gezollt.

  2. db
    22. März 2011 at 09:29 #

    @TB: Haben Sie mal darüber nachgedacht, welche Konsequenzen es haben könnte, neben dem größten Trinkwasserspeicher weit und breit Millionen Liter Chemikalien in den Boden zu pumpen, um der Natur ein wenig Gas abzupressen? Und haben Sie im Artikel gelesen, dass alle anderen Parteien des Landtags auch dagegen sind, nicht nur die Grünen?
    Scheinbar ist es zu viel verlangt, dass die Leute erst mal lesen, um was es sich da überhaupt handelt, bevor sie die Dagegen-Kampagne der CDU nachplappern.

  3. TB
    22. März 2011 at 10:09 #

    @db: Ja habe ich. Und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß hier wieder einmal das unwahrscheinlichste Szenario als das Wahrscheinliste ausgegeben wird und das wieder einmal Leute über Dinge sprechen, die fachlich nicht dazu in der Lage sind. Und ich lese wieder den inzwischen typisch gewordenen Hang zur Übertreibung und Panikmache. „Millionen Liter Chemikalien“ die in den Boden gepumpt werden. Jaja. Was man halt an grünen Stammtischen so herumpoltert. Also keine Gasexplorationen bei uns. Soll mir recht sein. Wenn eine Mehrheit sich vornehm allem verweigert, dann soll es so sein. Wir brauchen hier dann auch keine Ingenieure und Geologen, die entsprechendes Know-How entwickeln. Von mir aus zwei Sozialpädagogen mehr, die von den bald nicht mehr vorhandenen Steuergeldern bezahlt werden. Aber dann bitte auch kein Gekeife, wenn das „böse“ Russland uns Gas liefert oder wenn wir dann doch von einem der 130 KKW, die außerhalb von Deutschland in Europa in Betrieb sind, unsere Energie zukaufen.

    Und was richtig ist, plappere ich gerne nach. Denn mit der Wahrheit soll man ja nicht hinterm Berg halten. Außerdem muß man nicht in der CDU sein, um zu erkennen, daß die Grünen nur eins können: Dagegen sein. Was überaus populistisch ist und offensichtlich ganz gut ankommt. Was wiederum geschichtlich bewiesen eine urdeutsche Volkskrankheit ist: Blindes Hinterherrennen und dazu noch „Hurra“ schreien. Auch wenn es den Untergang bedeutet.

  4. Dan
    28. November 2011 at 08:06 #

    @TB: Mitarbeiter von 3Legs Resources plc. Company?

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