Grüner Abgeordneter Lehmann: Land muss Fracking verhindern

Keine Probebohrungen und seismischen Messungen – Seismische Messungen nicht genehmigen

Siegfried LehmannKonstanz. Der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann lehnt jegliche Art von Erdgasbohrungen durch die umstrittene Fracking-Methode in der Bodenseeregion ab: „Wir leben hier an einem der wichtigsten Trinkwasserspeicher. Es kann nicht sein, dass eine derart gefährliche und energiepolitisch unsinnige Methode wie das Fracking die Trinkwasservorräte gefährdet.“

Grüner sieht Landesregierung in Pflicht

Lehmann geht davon aus, dass ein Antrag auf seismische Messungen, sofern ein solcher gestellt würde, von Seiten des Landes nicht genehmigt werden würde, solange negative Auswirkungen auf die Umwelt und den Bodensee nicht ausgeschlossen werden können.

Reform des Bundesbergrechts angemahnt

Die Ankündigung des Südkuriers, wonach das Unternehmen 3Legs Resources durch ihre Tochterfirma Parkyn Energie Germany eine Verlängerung der Erkundungslizenz beantragt hat, ist nach Ansicht des Konstanzer Landtagsabgeordneten Lehmann zwar unerfreulich, jedoch wenig überraschend. „Bislang hat das Unternehmen keinen Antrag auf Erkundungsbohrungen oder seismische Messungen gestellt. Es wäre wichtig, dass die Bundesregierung die dringend erforderliche Reform des Bundesbergrechts nicht weiter blockiert und auf Bundesebene möglichst bald eine klare Aussage zum Umgang mit Anträgen auf Gewinnung unkonventionellen Erdgases vorliegt, bevor wir in unserer Region auf einen entsprechenden Antrag reagieren müssen“, fordert Lehmann die Bundesregierung zu einer klaren Positionierung auf. Vor dem Hintergrund der beantragten Verlängerung der Erkundungslizenz sei es umso bedauerlicher, dass letzte Woche im Bundestag die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und FDP mit ihrer Mehrheit im Bundestag in namentlicher Abstimmung ein zweijähriges Moratorium abgelehnt haben, so Lehmann.

Versagen von Schwarz-Gelb

Der Abgeordnete rügt seine Kollegen scharf: „Damit wird deutlich, dass sich die Bundestagsabgeordneten von CDU und FDP zwar am Wochenende in ihren Wahlkreisen bei ihren WählerInnen gegen Fracking aussprechen, unter der Woche in Berlin aber ganz anders abstimmen. Es zeigt sich einmal mehr, dass Schwarz-Gelb nicht in der Lage ist, den Risiken der Fracking-Technologie adäquat zu begegnen.“ kritisiert Lehmann.

Land will Umweltverträglichkeitsprüfung

Das Land Baden-Württemberg unterstütze daher die eingebrachte Bundesratsinitiative des Landes Nordrhein-Westfalen, wonach das Bundesbergrecht derart verändert wird, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Genehmigung von Erkundungs- und Aufsuchungsanträgen zur Förderung von Bodenschätzen wie unkonventionellem Erdgas unumgänglich wird. „Ich halte eine Umweltverträglichkeitsprüfung und die Beteiligung der betroffenen Kommunen für zwingend erforderlich“, so der Landtagsabgeordnete Lehmann.

Lehmann vertraut grün-roter Regierung

Zwar sieht der grüne Abgeordnete den Antrag von Parkyn Energie Germany auf Verlängerung der Frist sehr kritisch, dennoch ist sich Lehmann sicher, dass das Land seiner Verantwortung nachkommen wird und den Schutz des Trinkwasserspeichers Bodensee und der Bevölkerung sicherstellt. „Ich erwarte, dass die Landesregierung entsprechende Anträge, welche tatsächliche Eingriffe in unsere Landschaft und unsere Bodenschätze vorsehen, ablehnen wird, solange keine Klarheit über mögliche Auswirkungen auf die Umwelt herrscht.“

Trinkwasserspeicher nicht gefährden

Zur Sicherstellung der Trinkwasservorräte in der Bodenseeregion fordert Lehmann: „Sollten tatsächlich Anträge auf seismische Messungen oder Erkundungsbohrungen eingereicht werden, so hielte ich es erforderlich, dass wie in Nordrhein-Westfalen jegliche Anträge auf Bohrungen sowie Vorbereitungen für Bohrungen mit der Fracking-Methode bis zur Vorlage des Gutachtens zu den langfristigen Folgen für Mensch und Umwelt abgelehnt werden.“

2 Kommentare to “Grüner Abgeordneter Lehmann: Land muss Fracking verhindern”

  1. Julia
    18. Mai 2012 at 03:38 #

    Tja Trinkwasser hin oder her. Die Wirtschaftsinteressen werden immer siegen. Wenn die Bosse Geld durch Erdgas riechen, dann werden sie das auch durchsetzen. Das war so, ist so und wird immer so bleiben.

  2. Fafnir
    18. Mai 2012 at 14:13 #

    Was für eine simple Welt: „Die Bosse“ riechen Geld und sind böse. Wenn alle Energieversorger, Rohstoffförderer und Explorationsfirmen ihr Geld morgen lieber auf die Bank bringen, anstatt böse zu investieren, möchte ich die Leute sehen, wie sie schreien, wenn sie im Dunklen und im Kalten sitzen. Schon mal gefragt, was die Firmen mit ihren „bösen“ Gewinnen machen? Nein, keine dunklen Mächte stecken es sich unters Kopfkissen. Dieses Geld wird dazu benutzt, neue Technologien zu entwickeln, den Bestand zu erhalten, zu forschen und Mitarbeiter zu bezahlen.

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