Grüner Konstanzer Landtagsabgeordneter will Tempo-Limit auf A 81

Hohe Lärmbelastung durch Autobahn in Geisingen – Siegfried Lehmann will weniger Tempo, weniger Raser und weniger Unfälle

Konstanz/Geisingen. Der Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann fordert die Einführung eines Tempolimits auf der Autobahn 81 bei Geisingen. In einem Schreiben an Verkehrsminister Hermann sprach sich Lehmann für Lärmmessungen bei Geisingen aus. „Ein Vorort-Termin hat deutlich gemacht, dass die Lärmsituation für AnwohnerInnen in Geisingen unerträglich ist.“, so der Abgeordnete.

 A 81 macht zu viel Lärm

Bislang werden die Lärmbelastungen jedoch nur rechnerisch erfasst und nicht tatsächlich gemessen. Dies muss sich nach Ansicht Lehmanns zwingend ändern. Er zeigt sich daher erfreut über die positive Reaktion aus dem Verkehrsministerium: „Das Ministerium hat zugesagt, in den kommenden Pfingstferien über zwei Wochen lang die tatsächliche Lärmbelastung zu messen. Damit kann die Grundlage geschaffen werden, ein Tempolimit auf dieser Strecke, die auch von Rasern gerne missbraucht wird, einzuführen.“

 Geisinger Bürger fordern Lärmschutz

Die Initiative „Aktive Bürger Geisingen“ sowie der Bürgermeister der Kommune fordern bereits seit Jahren einen deutlich verbesserten Lärmschutz für die direkt an der A81 gelegenen Stadt. „Die Stadt Geisingen leidet sowohl darunter, dass die Lärmschutzwand stark in die Jahre gekommen ist und inzwischen eine Lücke zwischen Boden und Wand entstanden ist, als auch insbesondere darunter, dass trotz der unmittelbaren Nähe der Stadt zur Autobahn auf der A81 keinerlei Tempolimit besteht“, erläutert Lehmann die Situation.

 Lehmanns Argumente

Grundlage für ein Tempolimit auf der A81 wäre eine deutliche Überschreitung der zumutbaren Lärmbelastung von 70 db (A) tags, bzw. 60 db (A) nachts. Bislang werden die Lärmbelastungen jedoch gar nicht erhoben, sondern rein rechnerisch ermittelt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass sich der rechnerische Wert der Lärmbelastung an dieser Stelle auf ein über 20 Jahre altes Verfahren stützt. Zudem wird in dieser Berechnung stets davon ausgegangen, dass sich die Autofahrer an die vorgegebene Richtgeschwindigkeit von 130 km/h halten. Wer selbst auf dieser Strecke unterwegs gewesen ist, wird bestätigen, dass davon keine Rede sein kann“, kritisiert der Konstanzer Abgeordnete Lehmann. Er hatte sich in der Sommerpause ein Bild von der Situation vor Ort gemacht und sich anschließend aufgrund des enormen Handlungsbedarfs an das Verkehrsministerium gewandt.

Langzeitmessung gefordert

„Der erste notwendige Schritt ist, dass die tatsächliche Lärmbelastung realistisch ermittelt wird. Die Bürgerinitiative hatte in der Vergangenheit bereits deutlich erhöhte Werte ermittelt. Nun gilt es, durch eine Langzeit-Messung der Straßenbauverwaltung die Belastung objektiv festzuhalten.“, so der Konstanzer Abgeordnete.

Weniger Raser, weniger Unfälle

Lehmann zeigt sich daher sehr erfreut darüber, dass das Verkehrsministerium nicht nur eine Überprüfung der Lärmschutzwand, sondern insbesondere eine zweiwöchige Messung in den kommenden Pfingstferien zugesagt hat. „Wenn sich mein Eindruck bestätigt, dann bin ich zuversichtlich, dass auf Grundlage der erhobenen Zahlen ein Tempolimit eingeführt werden kann!“ Wie der Südkurier in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, wird gerade diese Strecke der A81 immer wieder von Rasern missbraucht. „Die Einführung eines Tempolimits ist die einfachste und günstigste Methode, um einen deutlich verbesserten Lärmschutz für die AnwohnerInnen zu sichern und gleichzeitig die Unfallquote zu senken.“

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