Grüner Siegfried Lehmann für „Nulltoleranz“ bei Gentechnik

Warnung vor gentechnischer Verunreinigung von Saatgut – Betriebsbesichtigung auf der Reichenau

Konstanz. Siegfried Lehmann, Landtagsabgeordneter von Bündnis90/Die Grünen, warnt vor gentechnischer Verunreinigung von Saatgut. Er stellt sich damit hinter Biobauern und Bio-Lebensmittelproduzenten sowie Saatguthersteller.

 

Appell an die Bundesländer

Lehmann besichtige den Bio-Jungpflanzenbetrieb Bärthele auf der Reichenau. Dort diskutierte er auch über einen aktuellen Appell von Biobauern, Bio-Lebensmittelproduzenten und Saatgutherstellern an die Bundesländer, einen Antrag zur Aufweichung der Nulltoleranz bei Gentechnik im Saatgut abzulehnen. Der Antrag wurde unter anderem von der baden-württembergischen Landesregierung eingebracht, die Lehmann dringend auffordert, den Appell ernst zu nehmen und ihre Position zu ändern.

Grüner stellt sich hinter Biobauern

Bei der Besichtigung des Bio-Jungpflanzenbetriebs Bärthele auf der Reichenau warnte der Grüne Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann vor gentechnischer Verunreinigung. Lehmann steht hinter den Biobauern mit ihrer ablehnenden Haltung einer gentechnikfreundlichen Bundesrats-Initiative der Landesregierung. „Die Landesregierung muss den Appell der Biobauern, Bio-Lebensmittelproduzenten und Umweltverbände ernst nehmen. Ein Abrücken von der Nulltoleranz für gentechnische Verunreinigung von Saatgut bedroht die Basis der Nahrungskette“, sagte Lehmann.

Verbraucher nicht zu Versuchskaninchen machen

Der Bioland-Pionier Joachim Bärthele, seinerzeit erster Bioland-Bauer auf der Reichenau und mittlerweile einer der führenden Produzenten für Bio-Jungpflanzen in Deutschland, diskutierte mit dem Abgeordneten Lehmann bei einer Betriebsbesichtigung auch über einen gemeinsamen Appell von Biobauern, Saatgutproduzenten, Bio-Lebensmittelkonzernen und Umweltverbänden gegen eine jüngst beschlossene Bundesrats-Initiative. In der Initiative der Bundesländer Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wird die Bundesregierung aufgefordert, eine „praktikable technische Lösung für die Nulltoleranz für Saatgut baldmöglichst zu definieren“. Die Unterzeichner des Appells wehren sich gegen diese Absicht, rechtliche Schlupflöcher für Verunreinigungen von Saatgut mit Gentechnik (GVO) zu öffnen. Der Konstanzer Abgeordnete Lehmann, der seit Jahren für eine komplett gentechnikfreie Region Bodensee eintritt, sagte: „Die geltende Nulltoleranzpolitik besteht nicht ohne Grund: die Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen nicht zu Versuchskaninchen für gentechnische Experimente der Saatgutkonzerne gemacht werden. Die Einführung von Schwellenwerten untergräbt die gentechnikfreie Landwirtschaft.“

 

Foto: Biobauer auf dem Wochenmarkt in Überlingen/Archiv wak

 

2 Kommentare to “Grüner Siegfried Lehmann für „Nulltoleranz“ bei Gentechnik”

  1. sparring
    12. März 2011 at 12:22 #

    gibt es auch eine gen-technische wähler-verunreinigung ?
    wähler sind das saatgut der nächsten legislaturperiode .

  2. Lothar Herzog
    12. März 2011 at 17:07 #

    Man muss ja nicht immer meckern oder kritisieren. Ich lobe
    hiermit ausdrücklich die Aktion des Herrn Lehmann.
    Ferner möchte ich das wir eine Sympathiekette zu den div.
    Herstellern aufbauen. Sie bekommen von uns Verbrauchern
    mehr Geld. Dafür nehmen Sie „weniger“ Kunstdünger.
    Man muss nur wollen.

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