Guggenmusiken entschwanden im Schneetreiben

Konstanzer Mäschgerle feierten Straßenfasnacht in kalter Nacht drin

Konstanz (wak) Traditionell gehört der Schmotzige Dunschtig in Konstanz der Straßenfasnacht und den unter freiem Himmel feiernden Mäschgerle. Anders als in anderen Jahren tanzten die Mäschgerle dieses Mal aber nicht auf der Straße. Guggenmusiken und Lumpenkapellen fehlten am Schmotzigen Dunschtig in der eiskalten Winternacht. Statt dessen drängten die Mäschgerle, während es weiter schneite, in die Kneipen und Fasnachts-Discos der Konstanzer Altstadt.

Mäschgerle tanzten sich warm

Richtig eng und kuschelig war es schon am frühen Abend erwartungsgemäß im Pfohl und im Salzbüchsle. Wer zum „knallroten Gummiboot“ tanzen wollte, war in der Salmannsweilergasse richtig. Die Mäschgerleschunkelten dicht gedrängt. Ein echtes Alternativprogramm war die neue improvisierte Latino Bar am Fischmarkt. Lampions leuchteten und Discokugeln funkelten. Im Laufe des Abends schaffte der DJ, nachdem die Kostümierten gerade noch den „Sternenhimmel“ gesehen hatten, die Wende zu harten Disco-Beats und Technosound. Da am Eingang Security die Mäschgerle nur nach und nach einließ, hatten die, die drin waren, Platz zum Abfeiern. Die neue und wohl einmalige Wooli-Disco war in der Nacht die zweite Anlaufstelle in der Innenstadt. Beim Einlass sorgte auch dort Security dafür, dass sich die Mäschgerle auf dem Dance Floor nicht wegen totaler Überfüllung gegenseitig auf den Füßen herum tanzten. Die Schlange war beim Einlass aber so lang, dass sich nicht alle, die vielleicht in der Nacht nur gern auch nur einmal reingeschaut hätten, sich vor der Disco anstellten.

Verdammt, die alten Lieder..

Es gab allein in der Altstadt noch eine Reihe anderer Locations. Die Salmannsweilergasse blieb in der Nacht das Nadelöhr. Selbst im Pan herrschte vor Mitternacht drangvolle Enge. Ein Muss waren in jedem Fall am Schmotzigen Dunschtig die Seekuh und das Zelt vor der Bar Pfiff im Seekuh-Garten. Im Zelt konnten die Mäschgerle erst einmal Sauerstoff – und die Raucher Nikotin tanken. Während es im Garten gern auch mal Wolfgang Petry (Verdammt ich lieb dich) sein durfte, wenn nicht jetzt, wann dann, legte der DJ in der Seekuh Rock-Schmankerl aus den Good Old Days auf. Es durfte auch Santana sein. Wer sich im neuen Bermuda-Viereck zwischen Seekuh, Pfohl, Wooli und Latino Bar aufhielt, scheute in der eisigen Winternacht lange Wege wie den Weg über den zugigen Münsterplatz in die Niederburg. Klar im Vorteil waren am Schmotzigen Dunschtig Mäschgerle mit festem Schuhwerk und geräumigen Kostümen – am besten mit Kapuze. Unters Bären- oder Eisbärenfell passte ein dicker Pulli genauso gut wie unters Piraten-Outfit. Angeblich trendige Kostümchen – mit viel nackter Haut und kurzen Röcken – waren bei der Konstanzer Fasnacht, die dieses Mal eine Disco Fasnacht war, eher die Ausnahme.

Zwei verletzte Fußgänger

Während die Mäschgerle in der eisigen Winternacht friedlich feierten, war das Risiko, auf schneeglatten Altstadtgassen auszurutschen sicher größer als mit anderen Stress in einer der Locations zu haben. Sogar dafür war es zu kalt. Der folgenschwerste Zwischenfall an der Fasnacht dürfte in Konstanz denn auch ein Verkehrsunfall gewesen sein, der sich bereits am Donnerstag Nachmittag in der Oberen Laube bei der Einmündung in die Torgasse ereignet hatte. Ein Auto hatte, wie die Polizei berichtete, eine Frau und einen Mann, die gerade die Laube überqueren wollten, erfasst und zu Boden geschleudert. Beide erlitten schwere Verletzungen. Laut Polizei hatten die Fußgänger Alkohol getrunken – der Autofahrer nicht. Alkohol getrunken hatte Stunden später auch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auch eine 28-Jährige. Die Frau wollte den Preis für eine Taxifahrt nicht bezahlen. Der Fahrer fuhr sie im Taxi deshalb direkt zum Polizeirevier – vor dem Revier attackierte die Frau dann den Taxifahrer, wobei aber nur das Taxi leicht beschädigt wurde.

Foto: Archiv wak

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