Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Über Wetterprognosen möchten wir heute nicht sprechen. Platzregen und Gewitter sind Vokabeln, die wir ehrlich gesagt am liebsten ganz aus unserem Wortschatz streichen würden. Wenn es das Konstanzer Seenachtsfest am Samstag auch noch verhageln sollte, wären wir sogar richtig böse auf den August…

Apropos Seenachtsfest. Bis zu 40.000 Besucher könnten am Samstag nach Konstanz kommen. Viele Konstanzer meiden das Fest – nur nicht die Gemeinderatsmitglieder. Die sind als B-Promis geladen. So wie es aussieht finden aber nicht alle anderen Konstanzer Gefallen daran, dass ausgerechnet Mitglieder des Konstanzer Gemeinderats sozusagen Ehrenplätze in der ersten Reihe an Bord eines Bodenseeschiffes erhalten. Die Linke Liste Konstanz attackierte vorsorglich schon einmal die Tourist-Infomation Konstanz deswegen in harschem Ton.

Es ist nun nicht etwa so, dass wir selbst von Sozialneid oder gar Missgunst angetrieben wären. Nein, wir sind da sogar ganz entspannt und laden sowieso viel lieber ein paar nette Freunde zum Grillen mit anschließendem Feuerwerk gucken auf die Dachterrasse ein. Dass Mitglieder des Gemeinderats samt Anhang alle Jahre wieder als VIPs zum Festessen ans große Buffet stürmen, ist aber auch aus unserer Perspektive nicht so ganz einsichtig. Worüber sich Konstanzer Räte mit dem baden-wüttembergischen Wirtschaftsminister Ernst Pfister am kommenden Samstag so austauschen wollen, wissen wir nicht. Tatsächlich fänden wir es viel besser, wenn sich die Räte statt unter die VIPs unter die 40.000 anderen Festbesucher mischen würden.

Auf dem weitläufigen Festgelände könnten sie sich dann ein realistisches Bild darüber machen wie es auf der Großveranstaltung Seenachtsfest so zugeht, ob es zu lange Schlangen gibt, ausreichend viele Stelzenläufer am Nachmittag unterwegs sind und ob es nach subjektivem Empfinden genug Ordner gibt, die für Sicherheit sorgen. Den Kostenloseintritt für Gemeinderatsmitglieder würde in diesem Fall sicher auch die Linke Liste Konstanz durchwinken. Und für Ernst Pfister wäre es möglicherweise viel spannender, einmal mit ein paar Hochschulabsolventen aus der Generation Praktikum, Frauen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, oder Hartz IV Empfängern in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, die ersatzweise eingeladen werden könnten.

Apropos Politiker. Im Sommer mischen sie sich ganz gern unter normale Leute. Am heutigen Dienstag, 10. August, hospitiert der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Friedrich zum Beispiel einen Tag lang im Pflegedienst der Unfallchirurgie des Klinikums Konstanz. Er werde auf der Station P02 einen kompletten Frühdienst lang mitarbeiten, teilte sein Büro gestern mit.

Erwähnenswert wäre ansonsten vielleicht noch, dass trotz des wechselhaften Wetters in diesem Sommer die Bregenzer Festspiele eine positive Halbzeitbilanz gezogen haben. Die Oper AIDA auf der Seebühne – oder wo auch immer sie bei Dauerregen zu Ende gespielt oder aufgeführt wird – sei sehr gut besucht, heißt es.

Ein bisschen lamentieren möchten wir zum Abschluss heute – außer übers Wetter – nur noch über das Tierleben in der Stadt. Am Haus gegenüber befindet sich aktuell ein Wespennest. Ja, wir wissen selbstverständlich, dass Naturschützer behaupten, sogar Hornissen und Menschen könnten friedliche Nachbarn werden. Wir selbst sind momentan aber eher auf dem Kriegspfad. Dass Wespen durchs offene Küchenfenster fliegen, sich aufs Marmeladebrot und sogar auf den Rand der Kaffeetasse setzen, müssen wir wohl hinnehmen. Dass jetzt schon eine verirrte Wespe ums Laptop schwirrt, irritiert aber. Vielleicht sollten wir für sie einfach einmal Google Map anklicken. Wir würden die Wespe dann gern entweder wieder auf direktem Weg zurück über die Gasse in ihr Wespennest schicken oder aber zusammen mit all ihren anderen Wespenfreunden nach Wespen. Das ist ein Ortsteil der Stadt Barby im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Der Ort Wespen wäre vor allem schön weit weg.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

Waltraud Kässer

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    10. August 2010 at 08:32 #

    @ Wespen

    Zuviele (Blüten-)Blumen in der Altstadt? Wespen werden aber nur aggressiv, sofern man sie intensiv belästigt. Mücken und Bremsen attakieren Menschen ohne Anlass.

    In den Berichten über Altstadt-Veranstaltungen konnte man noch nichts von einer Mückenplage lesen, was erhöhte Mietpreise und Lebensqualität zu rechtferigen scheint. Beim Spaziergang im Wald und Gartenarbeiten ist ein starkes Mückenschutz-Spray dabei.

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