Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute starten wir in einen sommerlichen und blöderweise auch arbeitsreichen Tag. Gestern hatten wir dagegen ein bisschen Muße und sind zufällig über Markus Reiter und sein Buch „Dumm 3.0“ gestolpert. Er mag das Internet nicht so sehr, und der Anti-Blogger fürchtet gar, dass uns im Web 2.0 alles mögliche abhanden kommen könnte, sogar unsere Mimik und Gestik zum Beispiel…

Nein wir möchten dieses Buch gar nicht lesen, und wir finden es auch nicht weiter schlimm, unsere Gefühle mit Smilys auszudrücken. Ein Smily heißt in etwa, ich sage es nett, und viele Smilys bedeuten, ich schütte mich aus vor Lachen. Liegen wir mit unserem Maß richtig? Oder wie viele Smilys bedeuten in Ihren E-Mails eigentlich was? Vielleicht wollen wir die Antwort aber auch lieber gar nicht hören…

Andererseits wissen aber auch wir, dass das Internet alles verändert. Gestern haben wir zum Beispiel einen Beitrag über die Piraten-Akademie veröffentlicht, die wir für eine rundum gute Sache halten. Piraten möchten ältere Menschen in Konstanz ein bisschen coachen und sie ins Internet einführen. Wir denken, es wäre tatsächlich schön, wenn auch Omi und Opi online shoppen und auch in Facebook viele neue Freunde fänden, alte wieder treffen könnten und nie mehr alleine zu Hause sitzen und sich womöglich vor lauter Langeweile das Nachmittagsfernsehrprogramm anschauen müssten.

Aus Versehen haben wir dann aber geschrieben: „Wer im Internet unterwegs ist, ist mehr allein.“ Ein Leser ist darüber gestolpert. Er schrieb: „Ich habe heute meinen Lektorentag, aber daran hätte Freud seine Freude: ,Wer im Internet unterwegs ist, ist mehr allein.’“ Autsch. Wir haben den Fehler schnell korrigiert und jetzt steht in unserem Beitrag der richtige Satz zu lesen: „Wer im Internet unterwegs ist, ist nicht mehr allein.“ Sie wissen schon, wir meinen die sozialen Netzerke. Ein bisschen über das Alleinsein im Netz zu disksutieren, hätte aber durchaus auch etwas.

Dass das Netz nicht nur zwischenmenschliche Kontakte, sondern auch den Journalismus verändert, wissen wir ja bereits. Wir berichten darüber deshalb nur noch, wenn gewaltige Veränderungen anstehen. Durchaus erwähnenswert finden wir die Nachricht, dass der Trend jetzt offenbar zum „unternehmerischen Journalismus“ gehe. Das bedeutet in etwa, dass Freie Mitarbeiter kein pauschales Honorar mehr für ihre Beiträge bekommen, sondern je nach Traffic bezahlt werden. Zudem könnten die Redakteure und Reporter in Zukunft ihre Artikel auch noch selbst in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook bewerben, heißt es. Mit Hilfe von Verlinkungen und den Klicks ließe sich dann der Erfolg einzelner Geschichte messen. Wer denkt, wir hätten diese schöne neue Medienwelt nur geträumt, irrt und könnte bei Meedia kurz nachlesen.

Rechtzeitig möchten wir heute außerdem auf die am heutigen Mittwoch beginnenden Konstanzer Sommernächte und ganz besonders auf den Auftritt von Christina Stürmer am Freitag hinweisen.  Die Konstanzer Sommernächte sind leider kostenpflichtig. Wir sagen das nur, weil eine Freundin beharrlich das Gegenteil behauptet. Festbeginn ist übrigens heute Abend um 17 Uhr. Eine kleine Hörprobe von dem, was Stadtgartenbesucher von den glatzköpfigen Sängern „Right Said Fred“ am ersten Abend erwarten dürfen, haben wir heute Morgen vorsorglich schon einmal bereit gestellt.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Waltraud Kässer

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