Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Wir sind viele und wir werden immer mehr. Immer mehr Menschen leben in Konstanz. Die Beliebtheit der Stadt lässt sich an Zahlen, die das Statistische Landesamt veröffentlicht hat, feststellen. Und im Sommer sind wir sogar noch ein paar mehr…

Im Jahr 2008 wohnten 82.608 Menschen in der größten Stadt am Bodensee. Davon waren 39.833 männlich und 42.775 weiblich. Frauen wohnen also anscheinend sogar noch lieber hier als Männer. Für das Jahr 2009 meldet das Statistische Landesamt eine Zunahme von 1.036 Personen. Die Einwohnerzahl betrug somit im vergangenen Jahr 83.644 Personen.

Einige von ihnen – Konstanzer und Fremde – machen auch Straßenmusik. Als gestern Abend die Bässe im Stadtgarten wummerten, wussten wir, das sind die Konstanzer Sommernächte. Alles ist gut. Später kam dann noch ein Gitarrenspieler, der sich bemühte, die Gäste eines griechischen Restaurants an ihren Tischen vor dem Lokal mit seinen alten Weisen zu unterhalten. Wir bemühen uns, seinen Auftritt maximal freundlich zu beschreiben. Das Repertoire des Sängers, ist aber, was wir bereits aus vorangegangenen Sommern wissen, äußerst beschränkt. „Heute hier morgen dort”, schallte es also gestern Abend wieder einmal zu uns herauf. Von wegen, sagen wir da nur. Er steht jeden Abend da unten hier in unserer Gasse, kann nicht singen aber das dafür laut. Einmal mehr fragten wir uns gestern Abend also aus aktuellem Anlass, ob unfreiwillige Zuhörer eigentlich nur Münzen in den Gitarrenkasten hineinwerfen dürfen – oder ob es auch erlaubt wäre, ein paar Euro Schmerzensgeld heraus zu holen.

Apropos Gerechtigkeit. Mittlerweile sind wir übrigens zu der Überzeugung gekommen, dass es für eine junge Partei doch nicht ganz ohne ist, in jedem Wahlkreis erst einmal 150 Unterstützerunterschriften für die Landtagswahl am 27. März 2011 zu sammeln. Die Unterschriften werden gebraucht, damit eine neue Partei – wie zum Beispiel die Piratenpartei – überhaupt an einer demokratischen Wahl wie der Landtagswahl 2011 teilnehmen kann. Was in Hochschulstädten, in Karlsruhe, in Konstanz oder auch in Ravensburg eher kein Problem sein dürfte, könnte sich in einem eher ländlichen Wahlkreis womöglich zu einem Problem auswachsen. Blöd ist: wo es keine Unterschriften gibt, gibt es auch keinen Kandidaten und niemand kann die neue Partei wählen…

Wer es undemokratisch finden sollte, dass eine noch nicht im Landtag vertretene Partei in Baden-Württemberg vor der Landtagswahl 10.500 Unterschriften – 150 in jedem einzelnen der 70 Wahlkreise – sammeln muss, könnte ja mithelfen, ein Zeichen setzen und zum Beispiel an Marktsamstagen in der Ravensburger Innenstadt am Infostand der Piraten auf einem Formblatt des Kreiswahlamtes unterschreiben.

Manche andere Probleme, die vor einigen Monaten und besonders in Zeiten eines anderen  Wahlkampfs scheinbar noch ein echtes Problem waren, lösen sich derweil in Luft auf. So trieb die Überlinger eine Zeit lang die Frage um, ob ihre Oberbürgermeisterin eines Tages nach Überlingen ziehen würde oder in Hagnau wohnen bleiben würde. Heute möchten wir darauf hinweisen, dass Oberbürgermeisterin Sabine Becker, wenn sie am 30. August aus dem Urlaub kommt, sagen kann: Ich bin eine Überlingerin. Sie zieht gerade auf dem Helchenhof ein.

Ansonsten möchten wir Sie heute nicht mehr länger von Wichtigerem abhalten. Sollten Sie sich in den kommenden Tagen eine Kolumne zu einem Thema wünschen, das sie besonders bewegt, können Sie uns gern eine E-Mail schicken. Allerdings legen wir Wert auf Ausgewogenheit. Keinesfalls möchten wir einzelne Tasten unseres Laptops überstrapazieren. Gestern haben wir in einem Tweet folgende Nachricht gelesen „jetzt ist mir die ,4′ aus der #Tastatur des #Rechners rausgebrochen, wird Zeit, dass die neue Maschine installiert wird…” So ein Malheur möchten wir unbedingt vermeiden.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Waltraud Kässer

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