Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute erwartet uns zum zweiten Mal in Folge ein sonniger Tag. Die Quecksilbersäule des Thermometers könnte auf mehr als 20 Grad steigen. Widmen möchten wir uns heute ansonsten dem Thema Geisterfahrer. Um Missverständnisse von Anfang an zu vermeiden: Geisterfahrer sind nicht nur auf Autobahnen unterwegs.

Achtung, ein Falschfahrer kommt Ihnen entgegen. Überholen Sie nicht und fahren Sie ganz rechts. In Bayern sollen an zwei Autobahnabschnitten in Zukunft neue Schilder Fahrer davor bewahren, zum Falschfahrer zu werden. Der Hintergrund des Schilds ist gelb. Darauf zu sehen ist eine offene schwarze Hand mit einem runden Einfahrtverbotenschild auf der Handfläche. Darüber steht „Stopp“ und darunter „Falsch“.

Vom Falschfahren dürfte das Schild, das es in Österreich bereits gibt, aber leider nicht alle Autofahrer abhalten. Der ADAC fand nämlich heraus, dass die Hälfte aller Geisterfahrer nicht etwa versehentlich in die falsche Richtung fährt. Ein Teil der Falschfahrer hatte gewendet, weil er die Ausfahrt verpasste, ein anderer machte eine Mutprobe und ein dritter suchte den Freitod auf der Autobahn. Letztere möchten wir bitten: Wenn Ihr schon gehen wollt, lasst wenigstens uns noch ein bisschen hier weiter plaudern…

Geisterfahrer gibt es selbstverständlich auch im Web. Das von uns gern zitierte Medienmagazin Meedia hat behauptet, der Mikroblogging-Dienst Twitter nerve zunehmend. „Der Mikroblogging-Dienst ist längst Mainstream, wird mit unnützen Informationen überflutet und verleitet zu immer unreflektierterem Mitteilungsdrang“, schreibt ein Meedia-Autor nach einem Selbstversuch. Fein, dass wenigstens der Meedia-Autor ganz genau weiß, was „unnütze Informationen“ und ein „unreflektierter Mitteilungsdrang“ sind. Ganz unreflektiert fällt uns dazu ein, dass sich bei Twitter zum Glück jeder selbst aussucht, wem er folgen möchte und wie viele unnütze Tweets er absetzt oder liest und auch ob er Twitpic anschaut.

Die Konstanzer SPD teilte uns gestern mit, dass Nils Schmid, SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl, heute Abend die Moschee in Konstanz besucht. Für Schmid gehöre die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu den wichtigsten Aufgaben der deutschen Gesellschaft. Schmids Frau ist türkischer Abstammung, so die SPD. Den Besuch Schmids habe SPD-Landtagskandidatin Zahide Sarikas, die ebenfalls türkischer Abstamung ist, vermittelt, schreibt der Pressesprecher der SPD im Kreis Konstanz. Wir möchten dazu feststellen: In einer Pressemitteilung vor der Landtagswahl muss zwingend immer auch der Name der örtlichen Kandidatin Zahide Sarikas vorkommen. Das ist so, ganz unabhängig davon, wer Schmid an den Bodensee eingeladen hat. Die Erwähnung von Zahide Sarikas ist erforderlich, damit sich die Wähler schon einmal an den Namen der Kandidatin gewöhnen. Ob die in der Türkei geborene Zahide Sarikas, die selbst übrigens keine Muslimin ist, Schmid in die Moschee begleitet, war der Pressemitteilung nicht zu entnehmen. Schmid macht heute übrigens auch einen Abstecher nach Überlingen.

Blogcoach Oliver Gassner wiederum weist aktuell auf die Bedeutung von Blogs hin und verweist sinngemäß auf Vorteile, die ein bloggenden Biobauer gegenüber einem, der nur twittert, habe. Gassner meint, dass niemand wegen Facebook oder Twitter auf das Bloggen verzichten sollte. „Ja, wo wollen Sie denn nachhaltig Content pflegen und die Gespräche mit ihren Interessenten, Partnern und Kunden führen?“, fragt Gassner. Erst kürzlich hatten wir berichtet, dass Blogs an Bedeutung verlieren, da wichtige Nachrichten und Links immer öfter und bevorzugt über Twitter und Facebook verbreitet würden.

An dieser Stelle möchten wir unsere morgendliche Ansprache zum Thema Geisterfahrer abrupt beenden und uns selbst ausnahmsweise auf große Fahrt begeben. Wir machen heute Morgen  einen Ausflug nach Übersee, um in Überlingen an einer Pressekonferenz mit der Oberbürgermeisterin und dem Landtagskandidaten Martin Hahn (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) teilzunehmen. Mehr dazu voraussichtlich morgen.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. detlev
    2. September 2010 at 08:49 #

    Die Spam-Frage bei Kommentaren könnte zum „Barriere-Hindernis“ werden: gestern wurde der „Wonnemonat“ ergoogelt und auf „Mai“ getippt.
    Andererseits wird man motiviert, fleissig Seeonline-Artikel bis zum Ende zu lesen, damit man die Spam-Frage als Vorbereitung für eine TV-Rate-Sendung verwenden kann, um das Allgemeinwissen und IQ zu testen.

    Mögliche Frage:
    Woher kommt die Assoziation „bis zum bitteren Ende“ der Fan-T-Shirts der Toten Hosen?

    Als Leser muss ich eingestehen, dass der Informations-Verlauf in Blogs leicht nachvollziehbar ist, aber in Twitter eher „böhmische Dörfer“ sind. Dort kann nur die Suchfunktion verwendet werden, um an aktuellen Links zu bestimmten Themen zu gelangen.

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