Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute erwartet uns noch einmal ein sonniger Septembertag. Doch selbst dieser freundliche 6. September vermag uns nicht ganz darüber hinweg zu täuschen, dass wir im Spätsommer angelangt sind. Überhaupt möchten wir uns heute dem Thema Abschied widmen…

Abschied genommen haben wir – außer vom Sommer – gestern Abend von den beiden Tatort-Kommissaren Charlotte Sänger und Fritz Dellwo. 18 Fälle haben die beiden Frankfurter Ermittler in den letzten Jahren in der ARD gelöst. Andrea Sawatzki gab die traurige verschlossene Charlotte Sänger und Jörg Schüttauf den kumpelhaften bodenständigen Fritz Dellwo. Obwohl der Tatort aus Frankfurt für „Herzversagen“ sogar einen Grimme-Preis einheimste, war uns dieser Tatort immer ein bisschen zu düster und die Stimmung zu deprimiert.

Er war kein Vergleich zum Tatort aus Münster zum Beispiel. Der aus einer eher bildungsfernen Schicht stammende Prolo-Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und der zur besseren Gesellschaft gehörende Pathologe Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) gefallen uns da schon besser. Sie passen hervorragend in einen lässigen Sonntagabend. Am Ende des Tages – so hieß gestern Abend übrigens auch die letzte Folge mit den beiden Frankfurter Ermittlern – ziehen wir Thrill und ein bisschen Comedy anspruchsvolleren Fernsehsendungen eindeutig vor. Das ist nicht weiter besorgniserregend. Manchmal haben wir zum Beispiel auch keinen Appetit auf Molekularküche, sondern essen lieber eine Currywurst, wobei wir aber fast schon beim Tatort aus Köln und Freddy Schenk und Max Ballauf angekommen wären…

Nett wäre es übrigens, wenn wir in dieser Woche auch von einer Unart Abschied nehmen könnten. Wir sind guter Dinge. Der ADAC hat nämlich darüber informiert, dass fliegende Autohändler, die ihre Visitenkarte unerlaubt an geparkten Autos hinter die Scheibenwischer klemmen, mit einem Bußgeld rechnen müssen. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat entschieden, dass ein Autokäufer, der ohne Genehmigung Zettel an die Windschutzscheibe fremder Autos pappte, ein Bußgeld von 200 Euro zahlen muss. Wir sagen, das ist gut so. Vor allem, wenn sich eine Visitenkarte mit Wasser vollgesogen und erst einmal in eine zähe breiige Papierpampe verwandelt hat, macht es keinen sonderlichen Spaß, die Reste wieder vom Scheibenwischer und der Windschutzscheibe wegzupopeln.

Ansonsten hoffen wir, dass Sie sich heute auf unserer und anderen Websites wohl fühlen. Auf dem BlogCamp in Zürich haben wir am Wochenende ein bisschen etwas über emotionales Webdesign gelernt. So wie es aussieht, sollten die Betreiber von professionellen Webseiten zwar aufpassen, dass sie nicht zu albern wirken, ein paar Emotionen, Humor und auch feine Ironie können aber nicht schaden. Statt öder Krawattenportraitbilder sind auf netten Team Seiten von Firmen zum Beispiel sympathische Babyfotos von Team Mitgliedern versteckt oder manchmal lustige Karikaturen zu sehen. Auch im Web mögen es die Nutzer offenbar gern ein bisschen persönlicher. Sollten Sie sich also je dazu entschließen, sich selbst auf einer Team Seite Ihres Unternehmens abzubilden oder abbilden zu lassen, sollten Sie es auf alle Fälle auf die spaßige Art tun.

Starten Sie gut in den sonnigen Tag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    6. September 2010 at 09:24 #

    @ emotionales Webdesign + ein paar Emotionen, Humor und auch feine Ironie

    Schon öfters bei der Innovativ- und Kreativ-Branche gesehen, die nicht nur im Sinne Web2.0 stark kommunikativ nach aussen ist, sondern eher im Team flache Hierarchien pflegt. Meistens ist es dann auch nicht für den einmaligen Kunde, sondern der mit mittel-/langfristigen Interessen.

    Bei einer Spezial-Agentur im Flash-Bereich hat das in der Tat vor einiger Zeit etwas komisch gewirkt; auch ein Fach-Vortrag des Inhabers als Video vor FH-Studenten hatte auch einen extrem lockeren Eindruck und wirkte auch als Anwerbung bzw. FH-Zusammenarbeit.
    Auf der Website hat man aber auch den Geschäftsführer im „seltenen“ Krawatten-Anzug gesehen, eine Referenzliste von Konzernen, seine Belegschaft von ca. (festen !!!) 40 Mitarbeiter/innen, die technisch modern ausgestatteten Büroräume, aber auch (locker jugendlich wirkende) Bilder als weltweiter Kongress-Veranstalter für Software-Eigenentwicklungen. Das deutet stark auf eine professionelle Leistungskultur mit gleicher Wellenlänge und flachen Hierarchien hin (eher „Beruf als Hobby“ statt Mobbing).

    Gestern hat man zum Sarrazin-Buch auf amazon.de die ersten 20 Seiten als PDF gelesen: 1-3 Wo. Lieferfrist.
    Demnach hat D bereits 4 Wirtschaftskrisen gemeistert, aber nun geht es eher abwärts und das Thema „Integration“ soll schuld sein.
    Hr. S. dürfte nicht in einer oben genannten UN-Kultur integriert werden können; einfach zu flach, zu wenig Hierarchien, um alles nach unten zu „delegieren“.
    Bücher schreiben kann man dabei auch nicht: mir liegt ein Entwicklerbuch über 1200 S. (2 KG) auf dem Tisch, bei dem der deutsche Autor sich beim Arbeitgeber (aus Basel) bedankt, dass er über 1 Jahr halbtags beschäftigt war. Die CH-Wirtschaft scheint keine Probleme oder Schaden damit zu haben.

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