Guten Morgen Bodensee!

Kolummne – Aus der Flachwasserzone

Heute wollen wir uns zwei total verschiedenen Themen annehmen, einem höchst erfreulichen und einem weniger erfreulichen, dem Osterhasen und der Elbphilharmonie in Hamburg. Fangen wir bei der Elbphilharmonie und möglichen Konsequenzen auch für künftige Bauprojekte am Bodensee an…

Die Sache ist so: Die Hamburger SPD will beweisen, dass es beim Bau der Elbphilharmonie einen Baukosten-Skandal gegeben hat. Die Kosten für das Hamburger Konzerthaus, für die die öffentliche Hand gerade stehen muss, stiegen von zuerst 77 Millionen Euro auf 114 und machten dann einen Satz auf 323 Millionen Euro. Und das könnte noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange sein. Zudem verzögerte sich die Eröffnung immer weiter, von 2008 auf nun wahrscheinlich 2013.

Wie all das passieren konnte, soll jetzt nach dem Willen der SPD ein Untersuchungsausschuss klären, was deutschlandweit Konsequenzen für öffentliche Bauten haben könnte. Denn offenbar ist es beim Bau Renommee-Projekten wie der Elbphilharmonie in Hamburg üblich, dass bei den voraussichtlichen Baukosten anfangs geschummelt wird. Realistische Kostenschätzungen gibt es anscheinend in vielen Fällen erst, wenn die Entscheidung schon gefallen ist. Andernfalls wären, so heißt es, spektakuläre öffentliche Bauten oft nicht mehrheitsfähig. In diesem Zusammenhang genannt wird gern auch die Sydney-Oper oder eben aktuell die Elbphilharmonie. Vielleicht hätte auch ein Konzert- und Kongresshaus in Konstanz eines Tags in die Reihe gepasst. Möglicherweise könnte auch die sensationell teure Fußgängerbrücke vom Lago zum Hafenareal ein ähnlicher Fall sein.

Ansonsten wollen wir uns demnächst aber lieber auf zur Ostereier-Suche machen. Während in Überlingen der Hase bereits am vergangenen Samstag durch die Geschäfte hoppelte, wo er in der Freien Kunstakademie geschaffene Bilder versteckt hatte, die die Einkäufer dann suchten und behalten durften, kommt er erst am Ostersonntag nach Konstanz. In der Innenstadt legt er den Konstanzern fröhliche Ostergrüße vom Stadtmarketing, Treffpunkt Konstanz und „Gutes vom See“ ins Nest. Versteckt sind die kleinen Überraschungen an vielen verschiedenen Stellen, heißt es. „Vielleicht lernt der ein oder andere beim Suchen und Sammeln manch zuvor nicht gekannte Ecke unserer schönen Altstadt kennen“, machte der vom Stadtmarketing engagierte Hase schon einmal Lust auf die Ostereiersuche. Fündig werden sollen Kinder genauso wie Erwachsene.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Waltraud Kässer

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    31. März 2010 at 11:20 #

    Als Gegenbsp. für eine „richtige Baukalkulation“ wird evtl. die „Baustelle Köln“ genannt: „richtig kalkuliert, aber nur die halbe Bauleistung erbracht“ bzw. „wir können auch sparen“.

    Die Leute im Mittelalter haben teilweise auch „auf Sand gebaut“: normalerweise übertragen „tragende Wände“ die wirkenden Kräfte vom 5. Stock nach unten bis auf das Fundament (bis zum tragfähigen Erdreich).

    Bei einem Altbau-Umbau der 80er Jahre war dieses nicht so, sondern die Stockwerks-Wände standen lediglich auf den Sand-Füllungen der hölzernen Zwischendecken. Der Vorarbeiter hatte nur gerufen „raus hier“ und hat schnellstens den Bauingenieur aus der nächsten Telefonzelle herbeigerufen. Es waren umfangreiche aufwendige Abstützungen über die Ausssenwände nötig.

    Von den Baukünsten des MA lernen, heisst einfach, aus „negativen Erfahrungen klüger werden“, was auch auf Kalkulationen anwendbar ist.

    Das Münster in KN wird die Uni-Gebäude locker überleben: ein Bauphysik-Professor hatte damals über Uni-Bauschäden erzählt und weswegen er damals „Uni-Hausverbot“ (inkl. geführter Studenten-Besichtungen) erhalten hatte.

    Baugeschichte muss nicht nur in der KNer Altstadt ein interessanter Thema sein, zuweilen auch aufwühlend.

  2. Fenedig
    1. April 2010 at 13:08 #

    Ein öffentlicher Kulturbau ist tatsächlich in der Regel kaum mehrheitsfähig, schon gar nicht ein spektakulärer an einer spektakulären Stelle. In Konstanz hätte derzeit darüber hinaus nicht mal ein schlichter, öffentlicher Kulturbau in einem Gewerbegebiet eine Chance. Trotzdem schöne Ostern!

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