Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute ist Samstag, der 11. September. Ein warmer, sonniger Tag beginnt. So ein bisschen fängt er an wie jener 11. September vor neun Jahren in New York. Dazu möchten wir  gleich noch ein paar Sätze verlieren. Wir werden heute ansonsten trotz des klasse Wetters am Bodensee zum Barcamp nach Stuttgart fahren. Die Stuttgarter Zeitung hat gestern in einem Vorbericht geschrieben, das „Netz trifft sich in echt“. Wir  sind ein Teil davon und fahren also hin.

Es ist das dritte Barcamp in Stuttgart. 250 Menschen kommen im Literaturhaus zusammen. Es gibt eine Warteliste. Wir sind zu dritt. Drei total unterschiedliche Leute aus Konstanz machen sich auf den Weg. Eine Journalistin, die aus dem Print kommt, eine Softwareautorin, die viel Ahnung von Websites hat und bloggt, und ein Student, ein „Techie“, der gerade seinen Bachelor an der Konstanzer Hochschule macht. Mit dem Web 2.0 haben wir alle drei zu tun. Am Montag werden wir erzählen, welche Sessions wir besucht haben und was wir in Stuttgart sonst noch gelernt haben.

Doch sprechen müssen wir heute zuerst einmal über den 11. September 2001. Gestern haben wir es ausprobiert und spontan Leute gefragt, was sie am nine-eleven gemacht haben. Es gab keinen, der es nicht hätte sagen können, wo er an jenem Dienstag war, wo er am „9/11“ gewesen ist. Der Tag ist eines jener Daten, an die sich die Welt kollektiv erinnert.

Wir saßen in einer Redaktionsstube und bastelten eine Zeitungsseite. Um 8:46 Uhr Ortszeit flog American-Airlines-Flug 11 in den Nordturm des World Trade Centers. Zu diesem Zeitpunkt sah es noch nach einem Unfall aus. Ein Kollege stürmte herein und sagte, mach das Radio an. Ins Internet schauten wir damals noch nicht zuerst. 17 Minuten später, um 9:03 Uhr krachte das zweite Flugzeug, United-Airlines-Flug 175, in den Südturm des World Trade Centers.

Im Juli 2002 erschien das The Rising, das Album, das der Boss unter dem Eindruck der Ereignisse des 11. September 2001 aufgenommen hatte. Die Kritik war nur anfangs gespalten.  Bruce Springsteen erhielt für The Rising drei Grammys, darunter in der Kategorie „Bestes Rockalbum des Jahres“. Die Songtitel heißen übersetzt „Einsamer Tag“, „Ins Feuer“, „Warten auf einen sonnigen Tag“, „Leerer Himmel“ oder „Meine Stadt der Trümmer“. The Rising ist eine vordergründig unpolitische Reflexion der Gefühle der Menschen nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Schon während seiner anschließenden Tournee wurde Springsteen deutlich politischer. Später kritisierte „The Boss“ offen George Bush wegen des Irak-Kriegs.

Seither ist viel geredet worden über 9/11. Verschwörungstheorien wurden verbreitet und Kinofilme sind entstanden: Oliver Stones „World Trade Center“ und „Flug 93“. Vielleicht der beste aber ist der, der Brüder Jules und Gedeon Naudet. Es war am Morgen des 11. September 2001. Die Brüder arbeiteten an ihrer Dokumentation über einen jungen New Yorker Feuerwehrmann. Als Jules ein Geräusch über sich hörte, schwenkte er mit der Kamera nach oben und filmte, wie das erste Flugzeug in das World Trade Center stürzte. Die Brüder begleiteten die Firefighters an jenen Ort, der später Ground Zero hieß. Später dann lud der Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis ein paar der New Yorker Helden mit ihren Familien an den Bodensee ein, wo sie ein paar Tage Ferien machten. Die Presse durfte damals mit den Firefighters sprechen.

Kommen Sie gut durch diesen „9/11“!

Wenn, sie mögen hören Sie kurz bei Bruce Springsteen rein oder sehen sich an, wie Robert de Niro den Film der Brüder Naudet ankündigt und  mit welchen Bildern die Dokumentation beginnt.

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Ute
    12. September 2010 at 18:25 #

    Huch, in dem Fall sind wir doch Techies… ;) Wir haben uns grad über die Infos am 11.9.2001 unterhalten. Der eine las bei yahoo was es dazu kam und ich im Usenet bis es mir auf die Nerven ging, dass es in allen Gruppen nur noch um dieses Thema ging. Radio zur Info gab’s eher nicht. ;)

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