Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute Morgen ist es meist noch sonnig. Die Wolken sollen leider im Laufe des Tages aber wieder mehr werden und es könnte regnen. Ansonsten möchten wir heute noch ein paar Worte über die Apfelernte am Bodensee und die Mietpreise in Konstanz verlieren.

Leider ist die Apfelernte in der Obstregion Bodensee nicht ganz so üppig wie sonst. Im Vergleich zum vergangenen Jahr müssen die Obstbauern ein Minus von 17 Prozent verschmerzen. Das teilten die Württembergische Obstgenossenschaft und die Marktgemeinschaft Bodenseeobst gestern in Ravensburg mit. Bereits in der vergangenen Woche haben wir darüber berichtet, dass der Süßmost wegen des verregneten Augusts sauer schmeckt. Diese Nachricht kam – noch bevor sich die Apfelplantagenbesitzer zu Wort meldeten – aus der der Streuobstmosterei in Stahringen. Erwähnen möchten wir der Vollständigkeit halber in Zusammenhang mit Obst vom Bodensee noch, dass es auch bei Äpfeln nicht ganz überraschend Trends gibt. Angesagt sind momentan Elstar und Jonagold. So sieht zumindest das aktuelle Ranking aus. Auf den Rängen drei und vier folgen Medienberichten zu Folge Braeburn und Gala.

Und, wenn wir gerade schon beim Ranking sind, könnten wir auch gleich noch etwas über das Ranking von Wohngegenden und Mieten sagen: In Konstanz hängen die Mieten, wie in anderen Städten auch, von der Lage ab. Litzelstetten ist teurer als Dettingen. Abschläge gibt es laut Konstanzer Mietspiegel für Wohnungen, die weiter als andere vom Konstanzer Zentrum entfernt sind. Wo, so mag sich der Konstanzer allerdings fragen, befindet sich das Zentrum der Stadt genau? Die Antwort heißt: Auf der Marktstätte. Sie ist der Bezugspunkt. Ist ja eigentlich auch nicht sonderlich überraschend: Hier sitzen die Menschen relaxt beim Espresso im Eiscafé, hören das Tuten der Schiffe, die Musik der Straßenmusikanten und schauen auf die Flaneure.

Das Paradies ist bereits zwei Kilometer entfernt, Petershausen West drei Kilometer und bis Wollmatingen sind es schon sieben Kilometer. Das ergibt wegen der Entfernung erst einmal Abschläge bei den Mietpreisen von einem Prozent für ein- und dieselbe Wohnung, wenn sie Paradies oder in Petershausen West und nicht an der Marktstätte liegt, und sogar einen Abschlag von vier Prozent für dieselbe Musterwohnung, wenn sie noch weiter von der Marktstätte entfernt in Wollmatingen liegen sollte. Dass das Stadtzentrum linksrheinisch sein muss, ist klar. Doch wäre es nicht vielleicht sogar viel angenehmer im Paradies als zum Beispiel in der Altstadt zu wohnen?

Entscheidend für den Mietpreis ist, wie es heißt, zudem die kleinräumige Wohnlagensituation und die direkte Umgebung. So bekommen das Paradies, Petershausen West und Wollmatingen pauschal jeweils von vornherein wieder drei Prozent Aufschlag auf die Mietpreise. Im Falle Paradies und Peterhausen West bedeutet das, dass die Wohnungen dort somit sogar teurer sind als die direkt in der Altstadt, obwohl sie weiter vom Zentrum entfernt sind. Ist aber ja eigentlich auch logisch. Wer will schon unbedingt in einem Quartier wohnen, in dem Mieter nachts zwangsweise zum Beispiel mit dem schlechten Musikgeschmack des Wirtes von gegenüber leben müssen, der komischerweise Türen und Fenster auch noch weit nach Mitternacht aufreißen und über die Stränge schlagen muss, außer man ruft gelegentlich nachts die Polizei?

Herbert Weber, Vorsitzender des Deutschen Mieterbunds Bodensee e.V., sagte übrigens gestern bei einer Pressekonferenz zum Thema Mietspiegel, dass die Konstanzer Mieten zu den höchsten in Deutschland überhaupt gehören. Setze man die Einkommen der Konstanzer in Relation zu den Mieten und vergleiche dieses Paket mit den höheren Einkommen und höheren Mieten in München zeige sich, dass die Mieten in Konstanz in Relation zum Einkommen sogar höher als die Mieten in München sind.

Wenn der letzte G9-Jahrgang und der erste G8-Jahrgang Abi machen und 2012 gleichzeitig an die Hochschulen kommen, werde es auch auf dem Wohnungsmarkt sogar ganz eng, so Weber. Dass derzeit 700 neue Wohnungen in Petershausen entstehen, ist für Weber nur ein schwacher Trost. Nicht alle Wohnungen seien Mietwohnungen. Allerdings bauen in Petershausen neben der Wobak erstmals auch wieder freie Träger Mietwohnungen. Das sagte der Konstanzer Bürgermeister Kurt Werner. Das sei einige Jahre nicht so gewesen.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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