Guten Morgen Bodensee!

Kolummne – Aus der Flachwasserzone

Heute müssen wir uns drei sehr verschiedenen Themen annehmen: Der Banenrepublik, einer autofreien Innenstadt in Überlingen und dem Projekt Konzerthaus in Konstanz.

Zuerst also zur Bananenrepublik. Die Äffchen haben es längst in Bodman und anderswo durch den Urwald getrommelt und geschrien. Sehr überrascht sei Bildhauer Peter Lenk angeblich gewesen, als ihn ausgerechnet Unionsfraktionschef Volker Kauder in einem persönlichen Schreiben um eine Spende für eine Benefiz-Aktion bat. Das Kunstwerk solle, so ließ Kauder wissen, Ende April zugunsten des Hilfsprojekts „Wir helfen Afrika“ versteigert werden. Nicht sonderlich überrascht haben dürfte es wiederum, dass Peter Lenk nicht einfach nur ein beliebiges nettes kleines satirisches Kunstwerk verpackte und Herrn Kauder diskret zukommen ließ.

Nein, es musste schon eine Skulptur sein, die Unionsfraktionschef Volker Kauder persönlich – im Bananenröckchen wie Josephine Baker – zeigt. Lenk, der schelmische Künstler von Bodensee, war sich aber nicht ganz sicher, ob sein Kunstwerk – geschaffen speziell für die Benefiz-Aktion für Afrika – auch tatsächlich unter den Hammer kommen würde. Es hätte ja auch sein können, dass sich Kauder im Bananenröckchen nicht hübsch genug findet, um sein Eebenbild versteigern zu lassen. Deswegen verschickte Lenk die Skulptur denn auch nicht einfach nur so, sondern lancierte eine Meldung auf der Landesseite des Südkurier. Der Beitrag erschien bereits in der Samstagsausgabe.

Dass es so kommen würde, hatte uns Redakteurs-Kollege Erich Gropper übrigens schon bei Kaffee und Kuchen vor Ostern erzählt. Er erlegte sich und anderen heimlichen Mitwissern aber ein Schweigegelübde auf, damit ja nichts vorzeitig bekannt würde und die Aktion womöglich noch vermasselt werden könnte. Jetzt ist alles klar: Es gibt Kauder im Bananen-Röckchen und das Kunstwerk wird Ende April zugunsten des Hilfsprojekts „Wir helfen Afrika“ versteigert.

Es geht doch in Überlingen! Ein kostenloser Pendelbus, den der Wirtschaftsverbund Überlingen (WVÜ) finanziert, wird am kommenden verkaufsoffenen Sonntag zwischen dem P&R Parkplatz beim Krankenhaus und dem Überlinger Franziskaner Tor verkehren. Das Tor ist am Verkaufssonntag sozusagen das Portal zur „Fußgängerzone Innenstadt“. Zumindest am Sonntag geht es in Überlingen überhaupt autofrei zu. „Lassen Sie doch das Auto mal stehen und nutzen den Bus. Mit der Tageskarte für 7,90 EUR fahren 5 Personen den ganzen Tag innerhalb 3 bodo-Zonen“, wirbt Busunternehmer Marc Morath.

Die Spannung steigt. Jetzt wollen die Konzerthausgegner also konkrete Vorschläge zum Standort und der Finanzierung eines reinen Konzerthauses machen. Nach einem Treffen am Mittwoch im Barbarossa wollen die Sprecher der Bürgerinitiative „Nein-zu-Klein-Venedig“ Klartext reden. Hoffen wir einfach einmal, dass Oberbürgermeister Horst Frank nicht nachtragend ist und es ernst meint, wenn er sich mit dem Satz „ich freue mich schon jetzt über die angekündigten Angebote und Vorschläge“ zitieren lässt. Wenn wir Florian Riem, den Intendanten der Südwestdeutschen Philharmonie, richtig verstanden haben, eilt es sehr. Zeit nachtragend oder persönlich beleidigt zu sein, hat in Konstanz niemand, am allerwenigsten das Orchester. So viel wenigstens dürfte klar sein.

Foto: Rike PIXELIO

www.pixelio.de

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Fenedig
    13. April 2010 at 09:53 #

    Es kann ja spannend werden, wenn erklärte Konstanzer „Konzerthausgegner“ sich ausgerechnet Gedanken über ein „Konzerthaus“ machen. Da wird wohl zwischen Beethoven, Beat und Bergmelodie ein Unikum gesucht, das es so nicht gibt. Auch Herrn Riem’s „Lightvariante“ wäre kein entscheidender Schritt aus dem „alt-ehrwürdigen Konzil“. Konstanz braucht nun mal ein veritables Konzerthaus als musikalischen Leuchtturm, um den Betrieb eines Orchesters auf Dauer zu rechtfertigen und um den Kulturraum Konstanz entscheidend auf höherer musikalischer Ebene zu befruchten. Ist die Stadt dazu endlich mal fähig?

  2. Wassermann
    13. April 2010 at 18:09 #

    @Fenedig:

    Könnten Sie mal beschreiben, was Sie mit „höherer musikalischer Ebene“ genau meinen?

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