Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute erwartet uns ein sonniger Tag. Die To-Do-Liste ist leider trotzdem ziemlich lang. Berichten möchten wir vorab schon einmal darüber, dass das Second-Hand-Kaufhaus in Konstanz etwas für die Lesekultur in der Stadt tun möchte und der SWR das Gesicht Baden-Württembergs sucht. Im Oktober rollt zu diesem Zweck ein Casting-Mobil durchs Land. Es stoppt in zwölf Städten und auch am Bodensee. Das hat uns nach Leserreportern und Doku-Soaps vermutlich gerade noch gefehlt.

Das SWR Fernsehen und die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg suchen gemeinsam das „Gesicht Baden-Württembergs“. Es soll das Gesicht sein, mit dem Baden-Württemberg künftig für seine touristischen Angebote wirbt. Tourismus Marketing-Geschäftsführer Andreas Braun lässt sich mit folgendem Satz zitieren: „Wir wollen mit dem werben, was Baden-Württemberg letztendlich ausmacht – seinen Menschen!“ Aha, sagen wir.

Bewerber bräuchten keine Traummaße oder perfektes Aussehen, was zähle sei Authentizität. In ihrer Bewerbung sollen die Kampagnen-Anwärter ihre Beweggründe darlegen, warum sie gerne im Land leben, was für sie Baden-Württemberg ausmacht und warum sie das Land künftig präsentieren wollen. Vermutlich werden sie am Ende auch noch den Satz ausrufen: „Ich bin ein Baden-Württemberger!“

Wer mitmachen möchte, kann seine Bewerbung in Form eines kurzen Videofilms abgeben unter www.landesschau-bw.de. Außerdem sind das SWR Fernsehen und die Tourismus Marketing GmbH vom 3. bis 14. Oktober mit einem Casting-Mobil im ganzen Land unterwegs. Am Mittwoch, 6. Oktober, machen sie in Überlingen Station. Der SWR beschreibt das Casting-Mobil in einer Pressemitteilung so: „Eine Art rollendes Studio, in dem Einzelbewerber, aber auch Paare und Gruppen vor laufender Kamera demonstrieren können, dass und warum sie zum Gesicht Baden-Württembergs taugen.“

Etwas mehr abgewinnen können wir da schon einer anderen Idee, der von einem öffentlichen Bücherschrank nämlich. „Als ich das erste Mal von der Idee eines öffentlichen Bücherschrankes hörte, war ich sofort begeistert“, sagt die Leiterin des Second-Hand-Kaufhauses von Fairkauf Konstanz, Uschi Glaser-Beck. Das Second-Hand-Kaufhaus, ein Beschäftigungsbetrieb des Caritasverbandes Konstanz e.V., erhält regelmäßig Bücher-Spenden für den Verkauf. Jetzt möchte Fairkauf den Konstanzern anbieten, ihre Bücher zu tauschen. Ein offener Bücherschrank im Vorgarten von Fairkauf soll frei zugänglich und jederzeit für Lesesüchtige nutzbar sein. Jeder könne dort Bücher hineinstellen und Bücher mitnehmen. Wenn alle nur Bücher mitnehmen, ohne welche hineinzustellen, würde das System nicht funktionieren, heißt es. Ist ja logisch soweit.

Wer ein Buch leihen möchte, muss sich aber noch ein bisschen gedulden. Anlässlich seines 15-Jährigen Bestehens veranstaltet Fairkauf Konstanz erst am 2. Oktober von 10 bis 16 Uhr in der Gartenstraße 48 einen Büchertauschmarkt und eröffnet zeitgleich den ersten öffentlichen Bücherschrank in Konstanz. Versprochen, wir werden auf alle Fälle vorbei schauen und mindestens ein Buch einstellen. Dass es ein öffentliches Bücherregal auch in Überlingen gibt, möchten wir nur am Rande erwähnen und dass dort Bücher auch schon abhanden gekommen und gar verfeuert worden sind, verschweigen wir lieber.

Ansonsten beschäftigen uns heute Morgen Zeitfresser und Zeitdiebe. Sie werfen – so wie gestern – einen ganzen Tag über den Haufen. Irgendwo im Netz haben wir in der Nacht noch folgenden treffenden Satz gefunden: „Zeitdiebe stehlen. Sie stehlen ihre Zeit und fressen an ihren Tagen. Bis nichts mehr übrig bleibt.“ Wir fragen vorsichtshalber einmal ganz konkret nach: Gibt es auch in ihrer Umgebung Zeitdiebe? Dann besteht Handlungsbedarf. Am schlimmsten ist, wie wir finden, Telefonterror. Besonders egoistisch sind Mehrfachanrufer, die durch permanentes Telefonieren andere von allem Möglichen abhalten. Gestern war zum Beispiel so ein Tag. Wir schlagen deshalb vor, ab heute öfter einmal eine E-Mail zu schreiben.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. bernd.sonneck
    21. September 2010 at 09:26 #

    Dass das Second-Hand-Kaufhaus von Fairkauf in Konstanz den ersten Bücherschrank aufstellt ist eine sehr gute Guten-Morgen-Bodensee-Nachricht! Erst kürzlich habe ich einen Bücherschrank in Mainz entdeckt, und Wikipedia klärt mich heute Morgen auf, dass die Idee schon in vielen Städten umgesetzt wird. Bücherschränke kosten nichts und fördern die Kultur des Lesens, des Gebens und Nehmens im öffentlichen Raum.

    Der Konstanzer Buchhandel könnte sich mit der örtlichen Bücherei, mit den Stadtwerken, dem Stadtmarketing und der versammelten Lokalpresse kurzschließen (andere Reihenfolgen sind auch denkbar), um das Lesen in der Stadt mit wenig Aufwand zu fördern. Gerade die Stadtwerke könnten vermutlich ausrangierte Schaltschränke zur Verfügung stellen, um sie an öffentlich zugänglichen Plätzen aufzustellen.

    Mit einem Anruf bei den mit großer Sicherheit gewogenen Ortsvorstehern in Dettingen, Dingelsdorf und Litzelsstetten ließen sich geeignete Orte finden um ein solches Projekt zügig zu starten. Die Erstbestückung der Bücherschränke mit Kinder- und Sachbüchern und Romanen wird kein Problem sein. Vielleser wie ich wären ausgesprochen dankbar, (gute!) Bücher ins öffentliche Eigentum zu überführen – um Platz zu schaffen für neuen Lesestoff, den wir selbstverständlich über den lokalen Buchhandel einkaufen.

    Ich würde mich freuen, wenn diese Idee auch über die Nische des Weblogs
    hinauswüchse!

    Mehr über Bücherschränke gibt es hier zu lesen:
    https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/%C3%96ffentlicher_B%C3%BCcherschrank

  2. bernd.sonneck
    21. September 2010 at 09:44 #

    Die Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen. Ich schiebe sie auf meine neue Tastatur, die zwar schick ausschaut, deren Zielpunkte für meine Wurstfinger aber zu klein sind :)

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