Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute Morgen sind wir noch etwas hin und her gerissen. Zwei Fragen treiben uns um. Frage Nummer eins: Geraten Fische tatsächlich unter Stress, wenn sie mit Schauspielern gemeinsam auf der Bühne des Konstanzer Stadttheaters auftreten sollen? Und Frage Nummer zwei: Ist das Flugblatt echt, das in Litzelstetten aufgetaucht ist?

Das Konstanzer Stadttheater ist – das schicken wir voraus – nicht etwa auf den Hund, sondern auf Fische gekommen. Es geht denn auch auch nicht um einen Käfig voller Narren, sondern um eine Aquarium mit drei Fischen. Sollte das Veterinäramt tatsächlich der Meinung sein, dass der Auftritt von Fischen auf der Theaterbühne unvereinbar mit artgerechter Haltung ist, würde das Konstanzer Stadttheater deswegen kaum die „Woyzeck“ Premiere am Samstag in der Spiegelhalle absagen.

So gesehen können wir dem Konstanzer Stadttheater – unabhängig vom Ausgang der fischigen Angelegenheit – nur gratulieren: Das Theater hat sich wieder einmal ganz hervorragend ins Gespräch gebracht. Die Neugierde aufs Stück hat sich wegen des Wirbels um die Fische dramatisch vergrößert. Sehr wahrscheinlich erreicht das Theater dank der Aquariumbewohner auch noch eine neue Zielgruppe – neben Theaterfreunden und Büchner-Fans – nun auch noch Tierschützer. Wir sagen, tolle Marketing-Strategie! Glückwunsch!

Der Wirbel um die Fische hat mittlerweile sogar schon die Fantasie gänzlich Unbeteiligter beflügelt. Ein Freund vertrat gestern Abend vehement die These, dass der Stress für Fische auf der Bühne sicher geringer sei als der unter dem Fische mutmaßlich leiden, die im Bassin eines Restaurants schwimmen, bis sie ein Gast zum Verzehr auswählt. Ein weiterer Gesprächsteilnehmer fand, es hätten auf dem Theater bei „Woyzeck“ auch drei Plastikfische getan wie sie zum Inventar von Angelspielen gehören. Normalerweise hätten wir jetzt am liebsten die Betroffenen selbst gefragt. Da Fische bekanntlich stumm sind, wäre ein Interview leider aber nicht wirklich zielführend gewesen.

Noch einmal müssen wir an dieser Stelle heute Morgen über das jugendfeindliche Flugblatt sprechen, das im Professoren-Dorf Litzelstetten aufgetaucht ist. So ein bisschen ist es wie mit einem Bild eines berühmten Malers: Ist es echt oder nicht echt, lautet die Frage. Während uns ein Ortschaftsrat aus Litzelstetten gestern erneut sagte, er halte es für Fake, behaupten andere das Gegenteil. Auch die gedruckte Tageszeitung geht davon aus, dass das Flugblatt keine Persiflage, sondern echt ist. Wir wissen heute Morgen bisher nur so viel: In Litzelstetten hat es tatsächlich Zoff wegen Jugendlichen gegeben. Wir werden also noch einmal ein bisschen recherchieren müssen.

Das Allerletzte für heute Morgen: Der Microblogging-Dienst Twitter ist mittlerweile tatsächlich eine unverzichtbare Nachrichtenquelle. So zu sagen in Echtzeit berichteten Twitterer über die Montagsmahnwache gestern Abend in Radolfzell. Kurznachrichten und Fotos gab es online bereits, als die Teilnehmer gerade noch gegen die Eskalation der Gewalt in der vergangenen Woche in Stuttgart demonstriert haben. So schnell wie Twitter hat gestern Abend kein anderes Medium informiert.

Ach ja, wenn wir schon gerade bei Twitter sind: Gestern Abend konnten wir unsere Site Stats bei Word Press nicht anschauen, weil Word Press unser Passwort nicht akzeptierte. Selbstverständlich haben wir sofort und überflüssigerweise unsere Lieblingsinformatikerin und Webmistress damit belästigt. Offenbar handelte es sich aber um einen Fehler bei Word Press, worüber den ganzen Tag anscheinend schon getwittert worden sei. Gut, dass wenigstens die Webmistress die Tweets gelesen hatte und auf dem Laufenden war. Für den falschen Alarm könnten wir sie vielleicht in diesem Spätsommer noch mit einem Mürbeteig-Zwetschgenkuchen entschädigen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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