Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute morgen haben wir uns spontan dazu entschlossen, auf die Lektüre der gedruckten Zeitung zum Frühstück zu verzichten. Damit möchten wir verhindern, dass wir verwirrter in den Tag gehen als unbedingt nötig.

Gestern haben wir zum Beispiel zur Kenntnis genommen, dass es sich nur um einem Einzelfall handelte, als die Konstanzer Stadtwerke einen Mitarbeiter von einem Privatdetektiv ausspionieren ließen. Wir fragen uns: Was ist das eigentlich für eine Nachricht? Bisher gingen wir davon aus, dass städtische Töchter überhaupt keine Privatdetektive fürs Personal-Watching engagieren.

Weiter haben wir erfahren, dass Google Internet und Fernsehen vereinigen möchte. In den USA steht die Einführung von Google TV offenbar unmittelbar bevor. Alles soll angeblich mit einer einzigen Fernbedienung funktionieren. Wer mag, kann sich dann ein Fernsehprogramm, ein Video oder eine Seite aussuchen. So haben wir es verstanden. Schöne neue Welt. Irgendwie kommt auch noch Google Chrome ins Spiel. Anscheinend sind aber nicht alle Websites für die Darstellung auf dem Fernsehbildschirm geeignet. Die Nutzer sitzen nämlich zu weit weg und können die Texte nicht lesen, heißt es.

Zwischendurch müssen wir uns heute Morgen noch bei Reinhard A. Weigelt entschuldigen. Gestern hatten wir an dieser Stelle behauptet, er hätte im Überlinger Dorf sein Auto verbotswidrig geparkt. Das war leider eine Fehlinformation. Richtig ist vielmehr, dass der Stadtrat nicht falsch parkte und sogar einen Parkschein gezogen hat. Der Rest der Geschichte war allerdings korrekt. So wie es aussieht müssen wir selbst kleine Anekdoten, die uns zugetragen werden, gegen recherchieren.

Außerdem rief der Autohändler, bei dem die Winterräder eingelagert sind, auf dem Handy an. Ob wir einen Termin zum Reifenwechseln vereinbaren wollten? War nett gemeint, wollten wir aber nicht. Noch genießen wir schließlich den Spätsommer. Außerdem hatten wir noch nicht einmal den Kaffee ausgetrunken und auch den Rechner mit dem Google Kalender, der die komplette Terminübersicht enthält, noch nicht hochgefahren.

Gestern Abend sind wir vorübergehend noch vor dem Fernseher abgehängt. „Zur Sache Baden-Württemberg!“. Wenn wir es richtig verstanden haben, gibt es jetzt einen Baustopp in Stuttgart, den allerdings Ministerpräsident Mappus nicht Baustopp nennen möchte. Der Auftritt des Ministerpräsidenten war insgesamt eher blamabel. „Herr Bratzler, Sie wissen doch“, leitete er praktisch jede Antwort ein. Hat der Mann denn keinen Kommunikationsprofi im Backoffice? Der Souverän draußen am Fernseher fühlte sich – außer er hätte Bratzler geheißen – von Mappus eher nicht angesprochen. Apropos Stuttgart 21. Wie hatte Stern online vorgestern so treffend getitelt: „Schwätze, schwätze, Bahnhof baue“.

Was sind das bloß für Aussichten heute? Zäher Hochnebel, sonst sonnig – das ist in etwa die Wetterprognose, die wir auf gar keinen Fall hören wollen.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. s21
    8. Oktober 2010 at 09:13 #

    @ „Schwätze, schwätze, Bahnhof baue“.

    Man kann für S21 auch Verständnis aufbringen: ein schwäbischer entfernter Verwandter ist seit der Jugend dank „handgemachter Spätzle“ (sehr lecker) und dem Lied „Uff de Schwäbsche Eisebahne…“ (inkl. Ziegenbock) dauerhaft in Erinnerung geblieben. Nicht nur der Schwarzwald mit Bollenhut braucht ein modernes Image. Weswegen man seinen zukünftigen Stolz unter der Erde verstecken will, bleibt etwas geheimnisvoll.

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