Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute ist es ungemütlich, windig, es wird regnerisch in Deutschland und die Temperaturen sollen eher einstellig bleiben.

Die Woche begann bescheiden. Ein guter Freund war acht Jahre Bürgermeister. Nur acht Jahre könnte man sagen. Am vergangenen Sonntag wählten die Bürger seiner ungefähr 5000 Menschen zählenden Gemeinde einen anderen. Die Betonung sollte wohl auf dem Wörtchen Anderen liegen. Der im somewhere im Schwäbischen nun Gewählte hatte übrigens auch bei der letzten Bürgermeisterwahl in Meersburg kandidiert. Sein Auftritt am Bodensee war freilich bescheiden und Chancen hatte er nicht. Umso größer war also die Überraschung, dass er nun ausgerechnet den Freund aus seinem Rathaus verdrängt.

Der Freund klang gestern sehr desillusioniert. Auf die Frage, woran es gelegen hat, wusste er mehrere Antworten. Er hat zum Beispiel ein Feuerwehrhaus in einem Teilort geschlossen. Das sollten viele Bürgermeister aus finanziellen Überlegungen heraus tun. Unbequeme Wahrheiten wollten die Bürger anscheinend nicht hören, sagte er. Nebenbei kamen wir noch auf das Thema Presse zu sprechen. Wenn wir es richtig verstanden haben, hat den Wahlkampf eine junge Volontärin begleitet. Eine vernünftige Berichterstattung über die Politik in seiner Gemeinde hat es schon länger nicht mehr gegeben, sagte er. Offenbar ist in kleineren Orten niemand da, der, was Job der veröffentlichten Meinung ist,  abwägt, vermittelt oder manchmal etwas ins rechte Licht rückt. Er sagte, wenn er gewählt worden wäre, hätte er gern eine Info-Seite ins Web gestellt,  über die er mit seinen Bürgern ausführlicher kommuniziert hätte. Dafür ist es jetzt zu spät.

Gerade haben wir einen Kommentar freigeschaltet, den uns ein Fräulein Else schickte. Wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, wissen wir nun nicht. Nur so viel, sie teilte uns mit, dass sie die Tatsache, dass nun auch der jüngste Spross der Familien Nissenbaum geheiratet hat, für keine wichtige Nachricht hält und wohl auch nicht unterhaltend sei. Tja, liebes Fräulein Else und andere, wir haben den Beitrag von einem Kollegen übernommen. Er fand ihn wichtig und er war zudem honorarfrei. Liebes Fräulein Else und andere es ist so: Sobald warmer Regen auf uns fällt, werden wir sicher noch wählerischer als bisher sein und renommierte Kollegen mit Aufträgen für wirklich große, wichtige und spannende Geschichten betrauen.  Sie werden dann alle bestens recherchiert und ganz hervorragend aufbereitet sein. Bis dahin müssen Sie sich leider mit unserem kleinen Journalismus begnügen, dessen Besonderheit es ist, subjektiv sein zu dürfen. Diese Botschaft möchten wir übrigens auch Falschparkern in Überlingen und  einem Genossen aus der Konstanzer  SPD zurufen, der uns am Wochenende auf Facebook kritisierte, weil wir in der vergangenen Woche nicht persönlich zur reisdelegiertenkonferenz der SPD gekommen sind.

Ach ja, wenn wir schon dabei sind. Gestern Abend haben wir sowohl das Bürgergespräch mit dem Konstanzer OB Horst Frank verpasst als auch die Podiumsdiskussion zu einem Jahr Schwarz-Gelb, bei der wir erstmals hätten auch den Landtagskandidaten der Linken auf einem Podium besichtigen können.  Und warum? Weil es manchmal vielleicht nötiger ist, einen Abend mit Freunden zu verbringen als über Wichtiges zu berichten. Heute haben wir übrigens einige Termine und können uns leider erst einmal nicht weiter dem Projekt Onlinezeitung widmen.

Aber immerhin die Winterreifen sind schon aufgezogen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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