Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir mit Regen und, wie angekündigt, mit einstelligen Temperaturen in den Tag. Die Prognose verspricht böigen Westwind und ab 700 bis 1000 Meter dürfte es weiß werden.  Sprechen möchten wir heute Morgen zudem über Verkehrsmittel, das Thema Weihnachtsmarkt am See und uns den Mittwoch ansonsten ein bisschen mit Patisserie versüßen.

Wer von Konstanz zum Beispiel nach Basel fährt, könnte ein bisschen herum flachsen und sagen, dass es trotz Staugefahr doch besser und angenehmer sei mit dem eigenen Auto zu fahren anstatt das Risiko einzugehen, mit einem ICE, der wahrscheinlich auf der Strecke Bodensee-Basel sowieso nicht verkehrt, in einem Tunnel stecken zu bleiben. Die Entscheidung, fürs Auto fiel also leicht. Jetzt ist auch noch tatsächlich so, dass am Dienstagmorgen das erste Mal ein deutscher ICE-Zug durch den Ärmelkanaltunnel nach London fuhr. Lustigerweise nahmen Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, die den Zug in England begrüßen wollten, aber das Flugzeug.

Möglich, dass sie unter einer Tunnelphobie leiden oder auch nur Angst vor einer Panne hatten. Letztere Sorge wäre aber wohl unberechtigt gewesen: Die aktuellen Sicherheitsbestimmungen erlauben es dem ICE nämlich gar nicht mit eigener Lok durch den Eurotunnel zu fahren. Deshalb wurde der deutsche Hochgeschwindigkeitszug von einer französischen Eurostar-Lokomotive unter dem Ärmelkanal erst einmal durchgezogen und bei seiner Jungfernfahrt nach London geschleppt. Wir sagen dazu nur: Willkommen bei der Bahn 21. Wir stellen dazu fest: Tunnels und Staus kann es freilich auch auf Autobahnen geben – speziell zu Stosszeiten rund um Zürich. Angekommen sind wir mit unserem Verkehrsmittel aber wieder einmal – und das aus eigener Kraft. Wer mag, könnte uns jetzt allerdings aus Klimaschutzgründen tadeln.

Das Büro PR2, namentlich Patricia Hinkelbein, hat dieser Tage eine Meldung verfasst, die schon einmal auf den Konstanzer Weihnachtsmarkt hinweist. Der Konstanzer Weihnachtsmarkt sei mit seinen 150 Ständen der größte und einer der beliebtesten Märkte in der Bodensee-Region. Vom 25. November bis 22. Dezember 2010 reihen sich die Buden wieder von der Marktstätte – die Piazza, die im Text „historisch“ genannt wird – bis an den Hafen, wo ein fest vertäutes Weihnachtsschiff zum Aufwärmen einlade. An glitzernden Ständen lockten Christbaumschmuck und Kerzen, Blechspielzeug und vieles mehr, heißt es. Begriffe wie „Punsch“ und „Glühwein“ und auch schon einmal „Adventssamstage“ kommen vor. Die Samstag scheinen mittlerweile ja den Adventssonntagen sowieso den Rang abzulaufen. Es geht schließlich nicht nur um ein bisschen Stollen und Blechspielzeug.

Am Rande sei vermerkt, dass es möglicherweise auch noch ein paar Besucher mehr aus Übersee anreisen werden. Die Überlinger haben ihren Weihnachtsmarkt, wenn wir es richtig verstanden haben, zuerst geschrumpft und von der Hofstatt ans Münster verlegt. Dieses Mal fällt er aus. Statt dessen setzen sie auf eine Eisbahn und statt auf  Konsum auf Event. Ex-Weihnachtsmarkt-Organisator Reinhard A. Weigelt hat, wie wir vernehmen, wieder freie Bahn.

Die Konstanzer SPD hat bei ihrer Mitgliederversammlung gestern Abend im Hotel Barbarossa Uwe Herwig zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter sind nun Zahide Sarikas und Frieder Schindele, der eins Kopf der Neuen Linie war und jahrelang für die Neue Linie im Stadtrat saß. Herwig folgt Natalie Wöllenstein, die sich nach wenigen Monaten bereits wieder als Vorsitzende verabschiedet hat, was aber nicht an der SPD, sondern an persönlichen Gründen gelegen habe. Herwig ist Mediziner und er hinterließ als Versammlungsleiter und Moderator einen sehr guten ersten Eindruck.

Die SPD strampelt momentan allerdings ziemlich, was mit an Stuttgart 21 liegt und daran, dass Politik verständlich sein muss und die SPD es ein bisschen kompliziert macht. Da gibt es nämlich zwei Lager: Mappus, der den neuen Bahnhof unbedingt will, und die Grünen, die oben bleiben möchten und die es auch deswegen in Umfragen sehr gut da stehen. Die SPD hat, wie gesagt, eine etwas kompliziertere Haltung: Sie jagt ja, zu Stuttgart 21, möchte aber noch das Volk fragen und es bis zur Landtagswahl ihrerseits in Umfragen irgendwie nach oben schaffen, obwohl sie nicht oben bleiben möchte. Keine schlechte Strategie ist es da vielleicht, wenn sich die SPD – so wie bei der Mitgliederversammlung – an alte Tugenden erinnert und soziale Gerechtigkeit als eines ihrer wichtigeren politischen Ziele nennt. SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Leipold kündigte schon einmal an, dass die SPD nicht damit einverstanden wäre, wenn  Zeitverträge nicht verlängert werden könnten. Niemand solle bei der Stadt, EBK oder TBK seinen Arbeitsplatz verlieren, sagte er.

Und zum Schluss noch etwas Süßes: Alexandra Lang, Tochter von Sternekoch Manfred Lang   „Romantik Hotel Residenz am See“ in Meersburg, hat in der von Männern dominierten Spitzengastronomie wieder einmal für Aufsehen gesorgt. Ihre Leidenschaft ist die Patisserie: Die 26-jährige zaubert einzigartige Dessert-Kreationen und wurde von der  Schlemmer Atlas-Redaktion als „Patissier des Jahres“ 2010 ausgezeichnet. Längst ist Alexandra Lang mehr als nur ein Sternchen am Kochhimmel. Wir winken ihr lässig über den See und gestehen freimütig: Eine süße Verführung à la Alexandra Lang würden noch zu jeder Zeit einem Christstollen und Punsch à la Patricia Hinkelbein vorziehen. Noch ist ja auch nicht Advent.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

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