Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir nicht nur in einen neuen Tag, sondern auch gleich noch ein eine neue Woche. Streng genommen fing sie für Menschen, die zum Beispiel in Zürich oder Basel arbeiten, aber schon gestern an. Auch wir haben gestern ein bisschen getextet. Und heute Morgen stehen wir schon wieder in den Startlöchern: Wir haben uns für heute so einiges vorgenommen. Wie weit wir kommen, werden wir sehen. Für die Recherche sind Ferien leider immer eher eine schlechte Zeit. Ein Angebot sollte aber unbedingt noch raus.

Am Sonntagmorgen um 3 Uhr endete in Mitteleuropa nach mehr als sieben Monaten die Sommerzeit. Eine Stunde Schlaf wurde uns geschenkt. Ehrlich gesagt ist der Preis aber ziemlich hoch. Jetzt wird es richtig früh dunkel. Sonnenuntergang ist schon um 17 Mitteleuropäischer Zeit.

Bevor wir uns der Zukunft zuwenden, möchten wir heute erst noch einmal kurz auf Halloween, die Nacht des Grauens, zurückblicken. Nette kleine Kinder verwandelten sich in der Nacht in Furcht einflößende Hexen mit Spinnweben am Hut und Monster mit krallenartigen Fingern. Die Kleinen aus der Horror-Show zogen, das versteht sich, fröhlich durch die dunklen Straße und erbeuteten Süßigkeiten. „Süßes oder Saures“ riefen sie an den Haustüren. Die Schokolade und Kekse, die sie in der Halloweennacht erbeuteten, reichte locker auch noch für die Erwachsenen, die lieber daheim geblieben sind und anderen Kindern die Türe öffneten.

Nicht versäumen möchten wir es an dieser Stelle noch einmal kurz darauf hinzuweisen, woher das Grauen kommt. Es ist, so könnte man sagen, eine Erfindung der Spielwarenindustrie. Als in den 90-er Jahren Fasching, Fasnacht und Karneval wegen des Irak-Kriegs ausfielen, brauchte kein Mensch Kostüme oder Pappnasen. Für die Hersteller war das ein böser Umsatzeinbruch. Ein neues Fest musste erfunden werden. Helloween, der ursprünglich irische, eher amerikanische Brauch kam gerade Recht. Seither ist die Nacht auf Allerheiligen auch in Deutschland eine ganz besondere, und Fratzengesichter wandern von Haustüre zu Haustüre.

Wenn wir gerade schon bei Amerika sind. Am Wochenende haben wir in unserer Lieblingszeitung aus München gelesen, dass in der ehemaligen US-Autohauptstadt Detroit neuerdings vermehrt Ackerbau betrieben wird. Immer mehr Menschen haben die Autostadt verlassen. Die, die geblieben sind, nutzen die freien Flächen. Der Ackerbau, so sieht es aus, läuft General Motors, Ford und Chrysler gerade den Rang ab. Entstanden sind Selbstversorgergärten und echte Farmen. Warum nicht, mag sich jetzt der eine oder andere fragen. Auch Michelle Obama legte schließlich einen Gemüsegarten an. Ein bisschen flau wird uns allerdings bei der Vorstellung wie sich eine Industriegesellschaft so langsam zurück zu einer Agrargesellschaft entwickeln könnte.

Erzählen möchten wir ansonsten heute noch eine Geschichte, die wir im Medienmagazin Meedia und in der Druckausgabe der Süddeutschen Zeitung gelesen haben. Sie handelt von der Schwäbischen Zeitung. Stein des Anstosses war offenbar ein Bericht über sexuellen Missbrauch. Gestern war er noch online zu lesen.  Kurz nachdem der Beitrag erschienen war, in dem auch der Bürgermeister eine Rolle spielte, sei der zuständige Regionalchef der Zeitung, Ulrich Mäule, von der Arbeit freigestellt worden, berichteten die Medien. Viel mehr wissen wir nicht. Nur so viel: Um den Journalismus scheint es weiterhin nicht nur im Internet nicht zum besten bestellt zu sein.

Das Allerletzte: Bei Facebook fand ich die Aufforderung, 15 Autoren, zu nennen, die mich beeinflusst haben und mir wichtig sind. Am Bücherregal spicken war verboten und es sollte nicht mehr als 15 Minuten dauern. Eine tolle Idee. Am Anfang war es leicht. Aber 15 Autoren und Bücher sind eine Menge. Zum Schluss war es dann aber dann kein Problem. Hier meine persönliche Liste, die wild durcheinander und ungeordnet Belletristik genauso enthält wie Krimis oder Sachbücher: 1.Gavinoi Ledda, Padre Padronne 2. Michel Foucault, Wahnsinn und Gesellschaft und Sexualität und Wahrheit 3. Stefan Aust, Der Baader Meinhof Komplex 4. Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins 5. Christiane F, Wir Kinder vom Bahnhof Zoo 6. Goethe, Faust 7. Schiller, Über die Ästhetische Erziehung des Menschen 8. Michel Connelly, Der Poet 9. Antoine de Saint Exupery, Der kleine Prinz 10. Daniel Coleman, Emotionale Intelliigenz 11. Dan Brown, Sakrileg 12. Hirschhausen, Glück 13. Rousseau, Der Gesellschaftsvertrag 14. Jeff Jarvis, Was würde Google tun 15. John Irving, Garp. Probieren Sie es doch auch einmal aus, wenn Sie mögen.

Kommen Sie gut in die neue Woche!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Bruno Neidhart
    2. November 2010 at 09:44 #

    Und worin bestand die „Beeinflussung“ zwischen dem „Kleinen Prinzen“ und „Baader-Meinhof“? Wichtig ist, „was hinten heraus kommt“, fixierte bereits H.Kohl.

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